
Mahmoud Abbas kündigt palästinensische Präsidentschaftswahl für Anfang 2027 an – die erste seit 2005
Der 90-jährige Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde hat per Dekret eine Präsidentschaftswahl für Anfang nächsten Jahres angesetzt. Parlamentswahlen sollen Ende 2027 folgen.
Wahl nach zwei Jahrzehnten
Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, hat laut einem am Montag, den 15. Juni 2026, veröffentlichten Dekret angekündigt, dass Anfang 2027 eine Präsidentschaftswahl stattfinden wird. Die Ankündigung beendet eine mehr als zwei Jahrzehnte andauernde Phase ohne Präsidentschaftswahl. Abbas gewann die letzte Wahl Anfang 2005, kurz nach dem Tod von Yasser Arafat, dem ersten Präsidenten der Behörde. Sein ursprüngliches Mandat war auf vier Jahre ausgelegt und lief 2009 aus. Seitdem hat keine Wahl mehr stattgefunden, und Abbas regierte per Dekret, was im In- und Ausland auf Kritik stieß.
Details zum Dekret
Präsident Mahmoud Abbas kündigte an, dass die Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 abgehalten wird.
Die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Wafa verbreitete das Dekret und präzisierte, dass die Abstimmung für die ersten Monate des Jahres geplant sei. Das Dekret setzt zudem Parlamentswahlen für Ende 2027 an, was bedeutet, dass die Wähler in jenem Jahr zweimal an die Urnen gerufen würden.
Schweigen des Präsidenten zur eigenen Zukunft
Der inzwischen 90-jährige Abbas hat sich nicht dazu geäußert, ob er erneut kandidieren will. Er wurde im Alter von 69 Jahren gewählt und wäre zum Zeitpunkt der Wahl 91 Jahre alt. Das Fehlen eines erklärten Kandidaten lässt das Feld offen und sorgt für Unsicherheit in der politischen Landschaft.
Internationaler und innenpolitischer Kontext
Der Schritt erfolgt nach Jahren ausgesetzter Wahlprozesse. Frühere Versuche, Wahlen zu organisieren, wurden wiederholt verschoben, zuletzt 2021, als eine geplante Parlamentswahl inmitten von Streitigkeiten über das Wahlrecht in Ostjerusalem abgesagt wurde. Die Ankündigung dürfte die Debatte über die Legitimität und die Regierungsstrukturen der Autonomiebehörde neu entfachen.


