
Trump erklärt Waffenruhe mit Iran für ‚endgültig beendet‘, stimmt aber nach einer Woche Luftangriffen Gesprächen zu
Der US-Präsident erklärte die im April mit dem Iran geschlossene Waffenruhe am Freitag für hinfällig, nachdem eine Serie schwerer Luftangriffe mindestens 14 Tote gefordert und wichtige Infrastruktur beschädigt hatte, nahm aber Teherans Ersuchen um Fortsetzung der Verhandlungen an.
Trump beendet Waffenruhe, öffnet aber Tür zur Diplomatie
Am Freitag erklärte Präsident Donald Trump, dass die seit dem 8. April geltende Waffenruhe mit dem Iran „endgültig beendet“ sei. Auf Truth Social betonte er in Großbuchstaben, dass die Waffenruhe tot sei, bestätigte jedoch, dass die USA einer Bitte Teherans zugestimmt hätten, die diplomatischen Kanäle offen zu halten.
Die Islamische Republik Iran bat uns, die ‚Verhandlungen‘ fortzusetzen. Wir haben dem zugestimmt, aber die Vereinigten Staaten haben ihnen klargemacht, dass die Waffenruhe VORBEI ist!
Die Ankündigung folgte auf eine Woche heftiger gegenseitiger Militärschläge, der intensivsten seit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung im Juni, die die Waffenruhe vom April formalisierte.
Eine Woche schwerer Luftangriffe und Bahnsabotage
Zwischen Dienstag und Donnerstag führten die USA mehrere Wellen von Luftangriffen im ganzen Iran durch. Das Pentagon erklärte, es habe rund 90 militärische Einrichtungen als Vergeltung für iranische Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormuz getroffen. Teheran behauptet, dass auch zivile Infrastruktur getroffen wurde, darunter Brücken und die Eisenbahnlinie Teheran–Maschhad, die angeblich Ziel war, um Trauernde zu behindern, die zur Beerdigung des ehemaligen Obersten Führers Ali Chamenei unterwegs waren. Die Zeremonien endeten am Donnerstag in Maschhad.
Bereits am Mittwoch hatte Trump die iranischen Führer auf Truth Social als „Abschaum, gewalttätig, Lügner, verrückt“ bezeichnet, aber angemerkt, dass US-Unterhändler weiterhin Diplomatie betreiben könnten. Die nächtlichen Angriffe von Mittwoch auf Donnerstag beschädigten die Eisenbahnbrücke Ogtay Khan, eine wichtige Verbindung, die den Nordiran über Turkmenistan und Kasachstan mit China und Russland verbindet. Die Bedeutung der Brücke war während der US-Blockade iranischer Häfen im Persischen Golf gestiegen. Die iranische, staatsnahe Nachrichtenagentur Fars berichtete über die Schäden, woraufhin der Iran alle Personenzugverbindungen auf der Strecke Teheran–Maschhad einstellte.
- Die USA starten die ersten Wellen von Luftangriffen gegen den Iran als Vergeltung für iranische Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormuz.
- Trump bezeichnet die iranischen Führer als 'Abschaum, gewalttätig, Lügner, verrückt', bestätigt aber, dass das US-Team diplomatische Kontakte fortsetzen darf.
- Nächtliche Angriffswelle trifft rund 90 militärische Einrichtungen; Iran sagt, auch zivile Brücken und die Eisenbahnstrecke Teheran–Maschhad seien getroffen worden.
- Eisenbahnbrücke Ogtay Khan beschädigt; Iran stellt Personenzugverbindungen Teheran–Maschhad ein. Militäreinrichtung nahe Atomkraftwerk Buschehr angeblich getroffen.
- Iranische Vertreter machen 'amerikanisch-zionistischen Feind' für den Angriff auf Buschehr verantwortlich; US-Verteidigungsbeamter bestreitet, neue Angriffe durchgeführt zu haben.
- Trump erklärt die Waffenruhe für 'endgültig beendet', stimmt aber der Wiederaufnahme von Verhandlungen mit dem Iran zu.
Verdächtiger Angriff nahe Atomkraftwerk Buschehr
Am Donnerstag erklärten iranische Behörden, dass eine Militäreinrichtung nahe Buschehr, wo sich das einzige in Betrieb befindliche Kernkraftwerk des Landes befindet, von einem Geschoss getroffen worden sei. Vizegouverneur Ehsan Jahanian machte direkt den „amerikanisch-zionistischen (israelischen) Feind“ dafür verantwortlich.
Die Militäreinrichtung wurde angegriffen und von einem Geschoss getroffen, das vom amerikanisch-zionistischen (israelischen) Feind abgefeuert wurde.
Ein US-Verteidigungsbeamter bestritt den Angriff und sagte gegenüber AFP: „US-Streitkräfte haben in den letzten Stunden keine neuen Angriffe im Iran durchgeführt.“ Der Vorfall verschärfte die ohnehin angespannte Lage weiter.
Opferzahlen und regionale Eskalation
Nach iranischen Angaben wurden bei den Angriffswellen der letzten Tage mindestens 14 Menschen getötet und fast 80 verletzt. Als Reaktion feuerte Teheran Raketen und Drohnen auf US-Ziele in mehreren Ländern der Region ab und weitete damit die geografische Dimension des Konflikts aus. Die beiden Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe-Vereinbarung verletzt zu haben, deren Unterzeichner auch Israel ist.
Der Konflikt war ursprünglich Ende Februar mit einer gemeinsamen US-israelischen Offensive ausgebrochen. Am 8. April wurde eine Waffenruhe vereinbart und im Juni formalisiert, doch der aktuelle Gewaltzyklus hat sie de facto zerstört. Der Iran besteht darauf, dass die gesamte Schifffahrt durch die Straße von Hormuz bis zum Abschluss einer endgültigen Friedensregelung mit US-Streitkräften koordiniert werden müsse – eine Forderung, die Washington nicht akzeptiert hat.
Wie es weitergeht
Trumps Erklärung deutet darauf hin, dass die Waffenruhe zwar tot ist, die Tür zu einer Verhandlungslösung aber nicht vollständig geschlossen ist. Die Wiederaufnahme der Gespräche erfolgt vor dem Hintergrund massiver Zerstörung und erheblicher Verluste an Menschenleben, was die Region in einem prekären Zustand zurücklässt. Die USA haben sich zum Vorfall in Buschehr nicht weiter geäußert, und der Iran hat noch nicht offiziell auf Trumps Erklärung reagiert.


