
Volkswagen halbiert Modellpalette und senkt Produktion auf 9 Millionen Fahrzeuge, da China-Verkäufe um 36.6% einbrechen
Skoda Auto erklärt, der Betrieb sei vorerst nicht betroffen, während Arbeitnehmervertreter den Kündigungsteil blockiert haben und der Autobauer den stärksten Rückgang der China-Auslieferungen seit Ende 2021 verzeichnete.
Umstrukturierungsplan angekündigt
Volkswagen kündigte diese Woche einen Plan an, die Modellpalette um bis zu 50% zu reduzieren und die jährliche Produktionskapazität von einem Vor-Pandemie-Ziel von 12 Millionen auf 9 Millionen Fahrzeuge zu senken. Die Entscheidung folgte einer angespannten Sitzung des Aufsichtsrats, bei der Arbeitnehmervertreter härtere Maßnahmen ablehnten. CEO Oliver Blume bezeichnete den Plan als die nächste Phase der Transformation, um den Konzern schneller, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen.
Mit unserem Zukunftsplan gehen wir in die nächste Phase der Transformation aus eigener Kraft. Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger.
Werksschließungen und Entlassungen in Erwägung
Deutsche Medienberichte Ende Juni deuteten darauf hin, dass Volkswagen die Schließung von vier deutschen Werken prüft: Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk in Neckarsulm, sowie die Streichung von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen. Interne Dokumente für die „Target 2030“-Strategie deuteten später darauf hin, dass die Zahl 120.000 erreichen könnte, wobei 50.000 Stellen bereits vereinbart und weitere 55.000–70.000 in Prüfung sind. Das Unternehmen erklärte, es werde auf freiwillige Maßnahmen wie Vorruhestand, freiwillige Abgänge, Auslagerung und Versetzungen setzen.
Am 10. Juli blockierten Arbeitnehmervertreter die Genehmigung der Entlassungs- und Schließungspläne. Vor dem Werk in Zwickau brachen Proteste aus, und die IG Metall warnte vor einem „großen Konflikt“, falls die Pläne umgesetzt werden. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft haben geschworen, sich gegen jeden Stellenabbau und jede Werksschließung zu wehren.
- Deutsche Medien berichten, VW erwäge die Schließung von vier Werken und bis zu 100.000 Stellenstreichungen.
- Sitzung des Aufsichtsrats; Plan, 50% der Modelle zu streichen und die Kapazität auf 9 Mio. Fahrzeuge/Jahr zu reduzieren.
- CEO Oliver Blume sagt, der Plan werde den Konzern schneller, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger machen.
- Arbeitnehmervertreter blockieren Genehmigung von Entlassungen und Werksschließungen; Proteste in Zwickau; IG Metall warnt vor großem Konflikt.
- Skoda sagt keine unmittelbaren Auswirkungen; VW meldet Q2-Auslieferungen um 8.6% gesunken, China um 36.6%.
Skoda Auto sieht keine unmittelbaren Auswirkungen
Skoda Auto, die tschechische Tochtergesellschaft und die zweitmeistverkaufte Marke Europas, erklärte am 11. Juli, dass die Umstrukturierung der Muttergesellschaft keine unmittelbaren Auswirkungen auf ihren Betrieb habe. „Diese Entwicklung hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf unseren Betrieb. Die Aktivitäten laufen normal weiter“, so das Unternehmen. Skoda, das über 34.000 Mitarbeiter beschäftigt und seine Werke voll auslastet, ist ein Eckpfeiler der tschechischen Wirtschaft, die stark von Exporten nach Westeuropa abhängig ist. Analysten warnten, dass tiefgreifende Veränderungen bei Volkswagen letztlich auf das vernetzte Zuliefernetzwerk übergreifen könnten.
- Ziel vor der Pandemie
- 12 Mio. Fahrzeuge
- Neues Ziel
- 9 Mio. Fahrzeuge
Lieferrückgang in China drückt globales Q2-Volumen um 8.6%
Volkswagen meldete, dass die weltweiten Auslieferungen im zweiten Quartal um 8.6% auf 2.077 Millionen Fahrzeuge fielen (der stärkste vierteljährliche Rückgang seit vier Jahren). Der Rückgang konzentrierte sich auf China, wo die Auslieferungen im Jahresvergleich um 36.6% einbrachen, während der gesamte chinesische Automarkt um etwa 20% schrumpfte. Andere Regionen wuchsen: Nordamerika stieg um 7.7%, Westeuropa um 1.8% und Mittel- und Osteuropa um 6.7%.
Der chinesische Automarkt schrumpfte um etwa 20%, und der Konzern konnte die Auswirkungen dieses Rückgangs nicht vermeiden.
Die Schwäche in China spiegelt die jüngsten Ergebnisse von Mercedes-Benz, BMW und Porsche wider, die alle geringere Auslieferungen im Land verzeichneten. Volkswagen hofft auf eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte, unterstützt durch mehr als 20 Modelle mit alternativen Antrieben, die speziell für China im Rahmen seiner „In China, for China“-Strategie entwickelt wurden, obwohl der heftige Wettbewerb durch lokale Hersteller von Elektrofahrzeugen anhält.
- China
- -36.6 %
- Nordamerika
- 7.7 %
- Westeuropa
- 1.8 %
- Mittel- und Osteuropa
- 6.7 %
Aktien nahe 14-Jahres-Tief, da Umstrukturierung sich beschleunigt
Die Volkswagen-Aktie ist seit Jahresbeginn um rund 30% gefallen und wird auf dem niedrigsten Stand seit Sommer 2010 gehandelt. Die Ankündigung der Umstrukturierung und die blockierten Entlassungspläne haben die Marktunsicherheit erhöht, während der Konzern auch mit Gegenwind durch US-Zölle und eine globale Abschwächung des Automarkts konfrontiert ist. Es wird erwartet, dass die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern intensiver werden, während das Unternehmen seine Neuorganisation vorantreibt.


