
Italienisches Haushaltsvermögen nähert sich 6.500 Milliarden Euro, plus 1.600 Milliarden seit 2020 – Familien verlagern Geld von Bargeld in Aktien
Das Finanzvermögen italienischer Familien ist seit 2020 um über 1.600 Milliarden Euro gewachsen und erreicht fast 6.500 Milliarden Euro, so ein Fabi-Bericht. Aktien führten die Expansion an, während der Anteil der Girokonten und Einlagen langsamer wuchs.
Gesamtes Vermögenswachstum
Das Finanzvermögen italienischer Haushalte ist seit 2020 um über 1.600 Milliarden Euro gestiegen und beläuft sich nun auf fast 6.500 Milliarden Euro, so ein am 11. Juli 2026 veröffentlichter Bericht der Fabi (Federazione Autonoma Bancari Italiani). Der Anstieg entspricht einem Plus von 35 % über den Sechsjahreszeitraum und markiert den höchsten je für private Ersparnisse in Italien verzeichneten Wert. Der Bericht betont, dass die Akkumulation nicht einfach eine Frage von mehr gespartem Geld ist, sondern einen strukturellen Wandel in der Art und Weise widerspiegelt, wie Familien ihre Ressourcen verteilen.
Es ist das Zeichen eines Portfolios, das zunehmend strukturierter und diversifizierter wird, in dem das Bedürfnis, sofort verfügbare Mittel zu erhalten, mit dem Wunsch koexistiert, Kapital mittel- bis langfristig zu vermehren.
Aktien treiben die Transformation voran
Der stärkste Anstieg kam von den von Haushalten gehaltenen Aktien, die zwischen 2020 und 2025 um 1.103,3 Milliarden Euro oder 113 % zulegten. Der Aktienbestand stieg von 973,9 Milliarden Euro auf 2.077,2 Milliarden Euro. Allein im letzten Jahr (2024 bis 2025) stieg die Aktienkomponente um fast 293 Milliarden Euro, ein Sprung von 16,4 %. Aktien machen nun 32 % des gesamten Finanzvermögens der Haushalte aus und sind damit die größte Einzelkomponente. Auch Anleihen und andere Staatsanleihen expandierten stark: Sie stiegen von 495,9 Milliarden Euro auf 523,6 Milliarden Euro im Jahr bis 2025, ein Anstieg von fast 28 Milliarden Euro oder 5,6 %. Im Sechsjahreszeitraum stiegen die Anleihebestände von 247,6 Milliarden Euro auf 523,6 Milliarden Euro (plus 111 %). Investmentfonds wuchsen von 689,1 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 901,9 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Anstieg von 212,8 Milliarden Euro oder 30,8 %.
- Aktien
- 1103.3 Mrd. EUR
- Anleihen
- 275.9 Mrd. EUR
- Investmentfonds
- 212.8 Mrd. EUR
- Einlagen
- 46.7 Mrd. EUR
Liquidität bleibt eine Säule, wächst aber langsamer
Bargeldbestände sind weiterhin ein grundlegender Bestandteil der Haushaltsportfolios, aber ihre Expansion war verhaltener. Girokonten und Einlagen erreichten 2025 1.603,2 Milliarden Euro und stiegen zwischen 2024 und 2025 nur um 23,5 Milliarden Euro (1,5 %). Im gesamten Zeitraum 2020–2025 stiegen Banknoten und Einlagen von 1.556,3 Milliarden Euro auf 1.603,0 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 46,7 Milliarden Euro oder 3 %. Der Anstieg wurde ausschließlich von Girokonten getragen, die um 53,7 Milliarden Euro (4,8 %) wuchsen, während andere Einlagenkategorien um 7 Milliarden Euro (minus 1,6 %) zurückgingen. Trotz des langsameren Wachstums machen Einlagen immer noch etwas mehr als 24 % des gesamten Finanzvermögens italienischer Familien aus.
Versicherungen und Investmentfonds erholen sich
Versicherungspolicen und Investmentfonds verzeichneten im Jahr bis 2025 deutliche Zuwächse. Versicherungsprodukte stiegen von 1.128,4 Milliarden Euro auf 1.174,4 Milliarden Euro, ein Plus von rund 46 Milliarden Euro oder 4,1 %. Der Fabi-Bericht merkt jedoch an, dass Versicherungs- und Kreditprodukte über den gesamten Sechsjahreszeitraum betrachtet die einzigen Komponenten sind, die noch einen Rückgang in absoluten Zahlen aufweisen, was darauf hindeutet, dass der Anstieg von 2025 eher eine moderate Erholung als eine strukturelle Beschleunigung ist. Investmentfonds verzeichneten einen einjährigen Anstieg von etwa 58 Milliarden Euro, von 843,8 Milliarden Euro auf 901,9 Milliarden Euro (plus 6,9 %).
- Aktien
- 32 %
- Einlagen
- 24 %
- Versicherungen
- 18.1 %
- Staatsanleihen
- 8.1 %
Ein diversifizierteres Portfolio
In nahezu allen Anlagekategorien deuten die Daten auf eine größere Diversifizierung hin. Staatsanleihen und andere Wertpapiere machen nun 8,1 % des gesamten Finanzvermögens der Haushalte aus, während Versicherungspolicen 18,1 % ausmachen. Die Fabi-Analyse stellt fest, dass die Verschiebung hin zu Instrumenten mit höheren potenziellen Renditen nicht gleichbedeutend mit der Aufgabe von Vorsicht ist.
Die Suche nach besseren Renditen ersetzt nicht die Vorsicht, sondern fügt sich in eine Strategie der größeren Portfoliodiversifizierung ein.
Das Gesamtbild zwischen 2020 und 2025, so der Bericht abschließend, zeigt nicht nur einen größeren Sparpool, sondern einen, der in seiner Zusammensetzung erheblich vielfältiger ist und die Ressourcen auf Liquidität, Anlageinstrumente und Versicherungen verteilt.


