Kurz gefasst
Ignasi Mulleras (Girona), Rafael Villafranca (Lleida) und Jordi de la Fuente (Tarragona) führen die Vox-Listen für die Parlamentswahl am 29. November an, bekannt gegeben am 22. Oktober 2026.
Die Staatsanwaltschaft Mataró-Arenys de Mar fordert für sieben Rechtsextreme, darunter De la Fuente, Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und zwei Monaten sowie vier Jahren und vier Monaten wegen eines Angriffs auf ein Zentrum in El Masnou am 4. Juli 2019.
Die Staatsanwaltschaft beantragt ein Verbot, für öffentliche Ämter zu kandidieren; das Verfahren könnte an den Obersten Gerichtshof übergehen, der die Genehmigung des Kongresses benötigen würde.
eldiario.es berichtet, De la Fuente habe einst die Movimiento Social Republicano geführt; laSexta meldet, Santiago Abascal habe ihn als Vorbild bezeichnet.
- 22.10.Vox benennt Mulleras, Villafranca und De la Fuente als Spitzenkandidaten
- 29.11.Parlamentswahl, bei der die Kandidaten antreten
- Juli 2027Angesetzter Prozess wegen Hassverbrechens
Drei katalanische Spitzenkandidaten benannt
Vox hat Ignasi Mulleras für Girona, Rafael Villafranca für Lleida und Jordi de la Fuente für Tarragona als Spitzenkandidaten für das Abgeordnetenhaus bei der Parlamentswahl am 29. November benannt. Die Partei gab die drei Namen am Donnerstag, 22. Oktober, bekannt. Juanjo Aizcorbe, vorgestellt am Mittwoch, 21. Oktober, führt erneut die Liste in Barcelona an. Mulleras ist Stadtrat in Roses (Girona), Villafranca Abgeordneter im katalanischen Parlament, und De la Fuente ist Generalsekretär der mit Vox verbundenen Gewerkschaft Solidaridad. Bei der vergangenen Parlamentswahl gewann Vox zwei Sitze in Katalonien, beide in der Provinz Barcelona. eldiario.es berichtet, De la Fuente hoffe, den Sitz in Tarragona zu erringen, der Vox 2023 verwehrt blieb – in einer Provinz, die sechs Sitze vergibt.
Ein Verfahren wegen eines Hassverbrechens mit Prozess im Juli 2027
De la Fuente wird laut laSexta ein Hassverbrechen zur Last gelegt wegen eines Angriffs auf ein Zentrum für unbegleitete minderjährige Migranten in El Masnou (Barcelona) am 4. Juli 2019. Die Staatsanwaltschaft Mataró-Arenys de Mar fordert für sieben Rechtsextreme, darunter De la Fuente, Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und zwei Monaten sowie vier Jahren und vier Monaten sowie Geldstrafen zwischen 2.700 und 3.600 Euro. Laut der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft skandierte die Gruppe rassistische Parolen, darunter eine, in der gedroht wurde, die Unterkunft niederzubrennen. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, die Beschuldigten hätten im Rahmen einer in sozialen Netzwerken geschürten Kampagne der Intoleranz gehandelt, die ein Klima von Angst und Panik erzeugt habe. EL PAÍS berichtet, bei dem Angriff seien vier Menschen verletzt worden, und De la Fuente habe in sozialen Netzwerken damit geprahlt, daran teilgenommen zu haben. Der Prozess ist für Juli 2027 angesetzt.
Warum der Prozess den Urnengang beeinflussen könnte
Die Staatsanwaltschaft beantragt zudem, De la Fuente von der Ausübung öffentlicher Ämter auszuschließen; diese Strafe hätte ihn laut EL PAÍS von der Wahl am 29. November ausgeschlossen, wäre er verurteilt worden. Da seine Wahl zum Abgeordneten für Tarragona in Umfragen als sicher gilt, könnte der Prozess ausgesetzt und das Verfahren an den Obersten Gerichtshof (Tribunal Supremo) überwiesen werden, der den Kongress um Genehmigung ersuchen müsste. EL PAÍS zitiert Rechtsexperten, wonach der Oberste Gerichtshof das Verfahren angesichts des fortgeschrittenen Ermittlungsstands auch beim Gericht in Mataró belassen könnte. Dieselbe Zeitung merkt an, dass die meisten Umfragen PP und Vox gemeinsam eine Mehrheit geben.
Hintergrund aus den Medien
eldiario.es beschreibt De la Fuente, geboren 1986 in Barcelona, als langjährige Figur der Neonazi-Bewegung in Katalonien. Das Medium berichtet, er habe einst die Movimiento Social Republicano geführt, eine Gruppe, die den Holocaust leugnete, und habe gemeinsam mit Pedro Varela, einem rechtsextremen Buchhändler, auf einer Bühne gestanden. Später sei er Organisationssekretär der Plataforma per Catalunya gewesen, bevor er zu Vox kam, wo seine Ankunft 2019 interne Reibungen auslöste. eldiario.es berichtet zudem, er sei Stadtrat in Sant Adrià del Besòs und Provinzabgeordneter. In einer von dem Medium zitierten Erklärung der Partei werden seine langjährigen familiären und persönlichen Bindungen an Segur de Calafell betont, wo er als Minderjähriger seinen ersten Job fand. 2025 setzte Santiago Abascal ihn an die Spitze der Gewerkschaft Solidaridad, und laSexta berichtet, Abascal habe ihn als Vorbild bezeichnet.