Vizepräsidenten der Vox in drei spanischen Regionen boykottieren Kinderschutztreffen und fordern Rückkehr der minderjährigen Migranten aus Ceuta nach Marokko
Die Vizepräsidenten der Vox in Extremadura, Kastilien und León sowie Aragonien haben der Ministerin für Jugend und Kindheit, Sira Rego, mitgeteilt, dass sie die Sektorkommission für Kindheit und Jugend am 13. August boykottieren werden. Sie fordern, dass die 1.342 unbegleiteten minderjährigen Migranten in Ceuta nach Marokko zurückgeführt werden, anstatt auf ganz Spanien verteilt zu werden.
Boykott der Kommission vom 13. August
Die Vizepräsidenten der Vox in drei spanischen Autonomen Gemeinschaften haben getrennte Briefe an die Ministerin für Jugend und Kindheit, Sira Rego, geschickt, in denen sie ankündigen, dass sie nicht an der für den 13. August geplanten Sektorkommission für Kindheit und Jugend teilnehmen werden. Óscar Fernández (Extremadura), Carlos Pollán (Kastilien und León) und Alejandro Nolasco (Aragonien) teilten Rego ihre Abwesenheit von dem Treffen mit, das die Situation der unbegleiteten minderjährigen Migranten in Ceuta nach den Massengrenzübertritten vom 30. und 31. Juli 2026 behandeln soll. Die drei Beamten lehnen auch jeden Plan ab, die Minderjährigen in andere Autonome Gemeinschaften zu verlegen.
Die Briefe beanstanden, dass die Einberufung des Ministeriums keinen Hinweis auf das enthält, was Vox als „äußerst schwerwiegende Ereignisse“ (gravísimos hechos) in Ceuta an diesen beiden Tagen bezeichnet, als der Massenzustrom von Migranten nach den Worten von Vox „unsere Grenze erzwang und die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung und die Integrität der Spanier ernsthaft gefährdete“ (forzaron nuestra frontera poniendo en serio riesgo la Seguridad Nacional, el Orden Público y la integridad de los españoles). Sie protestieren auch, dass die Einberufung weder die Verantwortung der Zentralregierung für die Grenzsicherung noch das angebliche formelle Angebot Marokkos, alle Minderjährigen zu übernehmen, thematisiert.
Forderungen und rechtliche Argumente
Laut La Vanguardia sind zum Stichtag 1.342 unbegleitete Minderjährige in Ceuta offiziell registriert. Die drei Vox-Vizepräsidenten fordern, dass kein Minderjähriger in eine andere Region verlegt wird, bis die individuellen rechtlichen Verfahren, die ihrer Ansicht nach gesetzlich vorgeschrieben sind, abgeschlossen sind. Sie bestehen darauf, die vollständige Akte und die Bescheinigung über die verwaltungsrechtliche Situation jedes Minderjährigen zu erhalten, dessen Verlegung vorgeschlagen wird. Die Briefe kündigen an, dass die drei von Vox geführten Regionalregierungen „jedes Verfahren gerichtlich anfechten werden, das nicht mit der Rückkehr nach Marokko endet“ (impugnarán judicialmente todo expediente que no finalice con el retorno a Marruecos).
Vox stützt seine Position auf die „strikte“ Einhaltung des nationalen und internationalen Rechts und des Grundsatzes des Kindeswohls, der seiner Ansicht nach die Familienzusammenführung und die Rückkehr in das Herkunftsland vorschreibt. Die Briefe berufen sich auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das nach Ansicht von Vox eine individuelle Bewertung erfordert und automatische oder kollektive Maßnahmen ausschließt. Sie argumentieren, dass die Verteilung der Minderjährigen auf ganz Spanien es den Eltern erschwert, sie zu finden, die Rückführungsverfahren verzögert und dem Kind schadet.
Position Kastilien und Leóns und der Tagesordnungspunkt über 25 Millionen Euro
Der Brief aus Kastilien und León, unterzeichnet von Carlos Pollán in seiner Eigenschaft als erster Vizepräsident und Minister für Deregulierung, Familie und Sozialhilfe, erklärt, dass die Entscheidung „nicht aus Gründen der politischen Opportunität erfolgt“ (no responde a razones de oportunidad política), sondern aus strikter rechtlicher Einhaltung. Pollán schreibt, dass die Zentralregierung ihre ausschließliche Zuständigkeit nicht korrekt ausgeübt habe, indem sie die individuellen Rückführungs- und Zusammenführungsverfahren nicht gelöst habe, und daher „fehlt die Grundlage, die Minderjährigen in eine andere Autonome Gemeinschaft zu verlegen, um die Konsequenzen einer noch nicht ausgeübten oder abgeschlossenen staatlichen Zuständigkeit zu tragen“ (carece de fundamento trasladar a los menores a otra comunidad autónoma).
- Massiver Zustrom von Migranten nach Ceuta über die Grenze zu Marokko
- Vox-Vizepräsidenten von Extremadura, Kastilien und León und Aragonien schicken Briefe an Ministerin Sira Rego, in denen sie den Boykott der Kommission vom 13. August ankündigen
- Sektorkommission für Kindheit und Jugend soll sich mit minderjährigen Migranten in Ceuta befassen und Finanzierungsvereinbarung über 25 Millionen Euro genehmigen
Das Treffen am 13. August sieht auch vor, den Tagesordnungspunkt zur Genehmigung einer territorialen Verteilungsvereinbarung mit der Autonomen Stadt Ceuta auf eine Sektorkonferenz zu heben, wobei 25 Millionen Euro an Finanzmitteln für 2026 für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Migranten und Jugendlicher bereitgestellt werden. Die Junta de Castilla y León hält daran fest, dass alle Minderjährigen, die nach Ceuta eingereist sind, dies illegal durch Überschreiten der Grenze zwischen Marokko und Spanien getan haben und ohne Ausnahme über Familienzusammenführung und Übergabe an die marokkanischen Vormundschaftsbehörden nach Marokko zurückgeführt werden sollten, nach den erforderlichen Verfahren. Die Briefe weisen darauf hin, dass Marokko vom Rat und vom Europäischen Parlament als sicheres Land eingestuft wurde und seine Regierung ihre Bereitschaft bekundet hat, ihre derzeit auf spanischem Boden befindlichen Staatsangehörigen zurückzunehmen.


