
Schweiz überweist den USA fast 500 Millionen Franken vorzeitig für F-35 – um Lieferverzug zu vermeiden
Die Schweizer Regierung hat sämtliche Zahlungen für das Jahr 2026 für ihre künftige F-35A-Flotte vorgezogen und fast eine halbe Milliarde Franken vorzeitig auf ein gemeinsames US-Rüstungskonto überwiesen.
Die vorzeitige Zahlung
In einem Interview mit der NZZ am Sonntag gab der Direktor von armasuisse, Urs Loher, bekannt, dass die Schweiz alle für 2026 geplanten Zahlungen für den Tarnkappenjäger F-35A vorgezogen hat. Die Summe, die er als „etwas weniger als 500 Millionen Franken“ bezeichnete, sei bereits in die Vereinigten Staaten überwiesen worden.
Das gemeinsame Finanzierungskonto
Schweizer Rüstungskäufe in den USA werden über ein einziges gemeinsames Konto abgewickelt. Es deckt die 30 F-35A, die 2022 bestellten Patriot-Luftabwehrsysteme sowie Ersatzteile für die bestehende F/A-18-Flotte ab. Loher warnte, dass ein zu geringer Kontostand einen Stopp der F/A-18-Ersatzteillieferungen oder eine Gefährdung des F-35-Programms hätte auslösen können. „Das Risiko war für uns zu groß“, sagte er.
Patriot-Verzögerungen und Neupriorisierung
Die Schweiz hat bereits fast 700 Millionen Franken für fünf Patriot-Batterien bezahlt. Deren Lieferung, die ursprünglich in diesem Jahr beginnen sollte, hat sich um mehrere Jahre verzögert. Loher wies darauf hin, dass der vertragliche Rahmen es den USA erlaube, in außergewöhnlichen Situationen die Prioritäten neu zu setzen, auch wenn Bern weiterhin erwarte, dass Washington den Staatsvertrag einhalte.
Wir haben Lieferfenster vereinbart, das stimmt. Aber wir haben auch vereinbart, dass die USA bei außergewöhnlichen Umständen eine neue Priorisierung vornehmen können.
Möglicher früher Gewinn für die Ausbildung
Loher merkte an, dass Patriot-Batterien, die die USA 2027 oder 2028 an Deutschland liefern wollen, ursprünglich für die Schweiz bestimmt waren, aber nicht der gewünschten Konfiguration der Bundeswehr entsprechen. Dies könnte einzelne Komponenten wie Starter, Radargeräte oder die Befehlsstelle früher als geplant für die Schweiz verfügbar machen. „Wir nehmen alles, was wir kriegen können“, fügte Loher hinzu.
Lieferzeitplan
Die Montage der ersten Schweizer F-35A begann im Mai 2026. Die Auslieferung der 30 Flugzeuge erstreckt sich über den Zeitraum 2027 bis 2030.
- Die Schweiz bestellt fünf Patriot-Luftabwehrbatterien aus den USA.
- Die Montage der ersten Schweizer F-35A beginnt.
- Alle F-35-Zahlungen für 2026 (knapp 500 Millionen Franken) werden vorzeitig auf das gemeinsame US-Finanzierungskonto überwiesen.
- Die Patriot-Lieferungen sollten beginnen, wurden jedoch um mehrere Jahre verzögert.
- Die 30 F-35A-Flugzeuge sollen ausgeliefert werden.
- Ursprünglich für die Schweiz bestimmte Patriot-Batterien könnten nach Deutschland geschickt werden; für die Schweiz konfigurierte Komponenten könnten für die Ausbildung freigegeben werden.

