Polnische Medien starten Kampagne für das Recht der Trainer, VAR-Überprüfungen bei Fußballspielen zu fordern
Das „Dziennik Bałtycki“ hat einen offenen Brief an den polnischen Fußballverband PZPN gerichtet, in dem gefordert wird, dass Trainer mindestens einmal pro Halbzeit eine VAR-Überprüfung anfordern dürfen – nach dem Vorbild von Challenge-Systemen in anderen Sportarten.
Die Kampagne
Das „Dziennik Bałtycki“ hat eine Initiative namens „VAR na żądanie — piłka po naszej stronie“ (VAR auf Abruf – der Ball liegt bei uns) gestartet. Sie fordert eine Regeländerung, die es Trainerstäben ermöglichen würde, eine Videoüberprüfung einzuleiten. Die Zeitung argumentiert, dass die Trainerbank – genau wie im Eishockey, Basketball oder Volleyball – das Recht haben sollte, den Schiedsrichter aufzufordern, eine umstrittene Szene zu überprüfen. Die Kampagne wird unter dem Hashtag #VARnażądanie beworben und von einem offenen Brief an den polnischen Fußballverband (PZPN) begleitet.
VAR-Protokoll und seine Grenzen
Video-Assistenten wurden erstmals bei einem großen Männerturnier während der Weltmeisterschaft 2018 in Russland eingesetzt. Das laufende Turnier 2026 ist die dritte Weltmeisterschaft mit dieser Technologie, die auf einem siebenköpfigen Schiedsrichterteam und 42 Kameras basiert. Bis vor Kurzem konnte nur der VAR-Offizielle in der Kabine eine Überprüfung einleiten. In diesem Jahr erhielten die Schiedsrichter auf dem Spielfeld eine begrenzte Befugnis, selbst eine Überprüfung anzufordern – etwa vor der Vergabe einer zweiten Gelben Karte –, doch Trainer haben weiterhin keine formale Rolle.
Jeder hat schon mehrere Spiele gesehen, die von Schiedsrichtern ruiniert wurden, weil sie die Technologie nicht nutzen konnten. Das Protokoll hat uns blockiert. Jemand im Fernsehen sah einen Fehler, und der Schiedsrichter konnte nicht zum Monitor gehen und die Entscheidung ändern.
Unterstützung durch Fußballgrößen
Michał Listkiewicz, ehemaliger Präsident des PZPN und Mitglied des FIFA-Schiedsrichterausschusses, unterstützt das Konzept eines vom Trainer initiierten VAR. Er schlägt vor, dass jedes Team zwei Challenges pro Halbzeit haben sollte, statt nur einer, da eine zu früh von einem nervösen Trainer verbraucht werden könnte. Er betont, dass die endgültige Entscheidung beim Schiedsrichter bleiben muss und dass öffentliche Erklärungen zum Ergebnis der Überprüfung helfen, die Emotionen zu beruhigen.
Die Idee ist gut, ich bin definitiv dafür, VAR auf Abruf für Trainer einzuführen, aber die Details, wie eine solche Lösung funktionieren würde, müssen noch ausgearbeitet werden.
Tomasz Kafarski, ein ehemaliger Trainer von Lechia Gdańsk, unterstützt den Vorschlag ebenfalls und sagt, er würde den Fußball fairer machen. Er glaubt, dass die Änderung nur für die höchsten Ligen und großen Turniere gelten sollte.
Offener Brief an den PZPN
Der Brief bittet den polnischen Fußballverband, die Idee auf internationaler Ebene zu unterstützen, mit dem Argument, dass Spieler und Trainer die wahren Interessengruppen seien, deren Interesse am Ergebnis das der Offiziellen überwiege. Er schlägt vor, das VAR-Protokoll so zu ändern, dass jede Bank mindestens eine Überprüfung pro Halbzeit anfordern kann. Das „Dziennik Bałtycki“ sammelt öffentliche Meinungen zu dem Vorschlag und ermutigt die Leser, sich unter dem Kampagnen-Hashtag an der Debatte zu beteiligen.


