
Vollering übernimmt Gelbes Trikot auf der 8. Etappe der Tour de France Femmes, führt acht Sekunden vor Niewiadoma
Demi Vollering gewann die 8. Etappe der Tour de France Femmes in Nizza und übernahm die Gesamtführung von Katarzyna Niewiadoma, womit sie ein Acht-Sekunden-Duell auf der abschließenden Runde um Nizza am Sonntag vorbereitet.
8. Etappe: Vollering schlägt am Ziel in Nizza zu
Demi Vollering (FDJ United-Suez) gewann die 171,9 Kilometer lange achte Etappe von Sisteron nach Nizza, indem sie etwa sechs Kilometer vor dem Ziel am letzten Anstieg angriff. Die Niederländerin überquerte die Ziellinie 17 Sekunden vor Elisa Longo Borghini (Italien, UAE Team L'IMAD) und Katarzyna Niewiadoma (Polen, Canyon/SRAM), die beide mit +0:17 ins Ziel kamen. Es war Vollerings zweiter Etappensieg bei dieser Tour. Antonia Niedermaier, die 23-Jährige aus Bruckmühl bei Rosenheim, wurde 11. mit 38 Sekunden Rückstand. Die Schweizerin Marlen Reusser wurde 12., ebenfalls mit 38 Sekunden Rückstand, und verlor weiter an Zeit, nachdem sie am Freitag auf der Mont-Ventoux-Etappe das Gelbe Trikot abgeben musste.
Eine frühe Ausreißergruppe bildete sich nach 30 Kilometern, als die Französin Maeva Squiban (UAE Team L'IMAD) und die Niederländerin Loes Adegeest (Lidl-Trek) sich absetzten und einen maximalen Vorsprung von sechs Minuten herausfuhren. Nach dem vorletzten Anstieg der 4. Kategorie hatte das Peloton den Rückstand auf etwa 60 Sekunden verkürzt. Squiban stürzte in der Abfahrt, sodass Adegeest neun Kilometer vor dem Ziel allein an der Spitze lag, bevor das Feld sie wieder einholte.
- Niewiadoma gewinnt die Mont-Ventoux-Etappe und übernimmt das Gelbe Trikot
- Ferrand-Prévot zieht sich vor der 8. Etappe wegen Unwohlseins zurück
- Vollering gewinnt in Nizza und übernimmt das Gelbe Trikot, 8 Sekunden vor Niewiadoma
- Schlussetappe: 99,2 km Rundkurs in Nizza mit vier Auffahrten zum Col d'Èze
Gelbes Trikot wechselt erneut den Besitzer
Vollerings Etappensieg brachte sie in die Gesamtführung, acht Sekunden vor Niewiadoma. Die Polin hatte das Gelbe Trikot erst am Vortag durch ihren Sieg auf der Bergankunft am Mont Ventoux übernommen. Niewiadoma liegt nun 72 Sekunden vor der drittplatzierten Reusser, die ihrerseits 1:53 Minuten vor Longo Borghini auf Platz vier liegt. Niedermaier ist Fünfte der Gesamtwertung.
Für Reusser hat sich die Situation an zwei aufeinanderfolgenden Etappen verschlechtert. Nachdem sie am Freitag auf der Mont-Ventoux-Etappe das Gelbe Trikot verloren hatte, verlor die Bernerin auf der 8. Etappe weitere Zeit und liegt nun 72 Sekunden hinter Niewiadoma – sie braucht, wie die Blick schreibt, ein kleines Wunder, um ihre Gesamtambitionen zu retten.
Das Szenario erinnert an die Ausgabe 2024, als Niewiadoma Vollering am Ziel in Alpe d'Huez um vier Sekunden schlug. Vollering, die Gesamtsiegerin von 2023, warnte, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei.
Irgendwie haben wir es geschafft. Am letzten Tag kann immer noch alles passieren. Wir werden alles versuchen, um das Gelbe Trikot zu behalten.
- Vollering
- 0 Sek.
- Longo Borghini
- 17 Sek.
- Niewiadoma
- 17 Sek.
- Niedermaier
- 38 Sek.
- Reusser
- 38 Sek.
Ferrand-Prévot steigt aus
Die Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot (Visma-Lease a Bike) zog sich vor dem Start der 8. Etappe zurück. Die Französin, die mit fast 15 Minuten Rückstand auf Platz 14 der Gesamtwertung lag, fühlte sich am Morgen der Etappe unwohl. Ihr Team erklärte, die Entscheidung sei in Absprache mit dem medizinischen Personal getroffen worden. Die Olympiasiegerin im Mountainbike von Paris 2024 hatte angesichts des großen Rückstands keine realistischen Chancen auf eine Titelverteidigung.
Weißes Trikot und letzte Etappe
Niedermaier verteidigte das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin und liegt vor der Schlussetappe auf dem fünften Gesamtrang. Das Finale am Sonntag umfasst 99,2 Kilometer auf einem Rundkurs, der in Nizza startet und endet, mit vier Auffahrten zum Col d'Èze. Bei einem Rückstand von acht Sekunden zwischen Vollering und Niewiadoma wird der Gesamtsieg am letzten Tag entschieden. Die Männer-Tour hingegen hat Tadej Pogacar in den letzten drei Ausgaben mit komfortablen Vorsprüngen gewinnen sehen – eine Spannung, die das Frauenrennen nun in zwei aufeinanderfolgenden Jahren geliefert hat.


