
DNA nimmt zwei Universitätsmitarbeiter und zwei Studenten wegen Bestechung bei Medizinexamen in Constanța fest
Die Nationale Antikorruptionsbehörde (DNA) nahm am 5. September 2026 zwei Universitätsassistenten und zwei Studenten fest, die angeblich über 37.100 Euro gesammelt haben, um Studenten bei Anatomie-Wiederholungsprüfungen bestehen zu lassen.
Antikorruptionsfestnahmen an der Ovidius-Universität
Rumänische Antikorruptionsstaatsanwälte ordneten am 5. September 2026 die 24-stündige Festnahme von zwei Universitätsdozenten und zwei Studenten der Medizinischen Fakultät der Ovidius-Universität in Constanța an. Der Gebietsdienst Constanța der Nationalen Antikorruptionsbehörde leitete ein förmliches Strafverfahren gegen die Universitätsassistentin Raluca Talpeș wegen Bestechung in fortgesetzter Form über 15 Einzelakte ein. Der Universitätsassistent Batuhan Omeroglu und zwei Medizinstudentinnen, die in Gerichtsakten mit den Initialen I.A. und Z.I.D. bezeichnet werden, wurden wegen Beihilfe zur Bestechung über dieselben 15 Einzelakte festgenommen. Die Staatsanwaltschaft reichte beim Tribunal von Constanța einen förmlichen Antrag auf 30-tägige Untersuchungshaft für alle vier Verdächtigen ein.
- Erste Anatomie-Wiederholungsprüfungssitzung beginnt an der Ovidius-Universität
- Zweite Anatomie-Wiederholungsprüfungssitzung beginnt
- Justizbeamte führen Durchsuchungen an 26 Orten in Constanța durch
- DNA nimmt vier Verdächtige fest und reicht 30-tägigen Haftantrag beim Gericht ein
Betrug und Tarifsystem bei Anatomieprüfungen
Gerichtsakten zufolge lief das Korruptionssystem zwischen Mai und September 2026 und richtete sich während des Studienjahres 2026 gegen die Anatomieabteilung. Raluca Talpeș hatte offizielle Aufgaben bei der Bewertung und Benotung von Studenten in Anatomie und saß direkt in der Prüfungskommission der Abteilung. Die Staatsanwaltschaft behauptete, dass Batuhan Omeroglu, I.A. und Z.I.D. als Mittelsmänner fungierten, indem sie mindestens 15 Studenten identifizierten, die für Wiederholungsprüfungen angemeldet waren und sich bereit erklärten, Bargeld im Austausch für garantierte Bestehensnoten zu zahlen. Die Transaktionen bezogen sich insbesondere auf zwei Wiederholungsprüfungen, die vom 6. bis 12. Juli 2026 und vom 1. bis 6. September 2026 stattfanden.
Die von der Gruppe festgelegte Preisskala sah Festpreise von 600 Euro für das Bestehen eines Kolloquiums und bis zu 2.500 Euro für das Bestehen einer vollständigen Anatomieprüfung pro Student vor. Die drei Mittelsmänner kassierten das Bargeld direkt von den eingeschriebenen Kandidaten, behielten individuelle Provisionen für die Koordination der Transaktionen ein und leiteten den Rest an die benotende Assistentin weiter. Insgesamt berechneten die Antikorruptionsermittler, dass die durch die Operation erzielten unrechtmäßigen finanziellen Vorteile 37.100 Euro überstiegen.
- Kolloquiumsgebühr
- 600 EUR
- Prüfungsgebühr (Maximum)
- 2500 EUR
Beweissicherungen und Ausweitung der Verfahren
Einen Tag vor den Festnahmen vollstreckten Justizbeamte am 4. September 2026 Durchsuchungsbefehle an 26 verschiedenen Orten in der Stadt und im Kreis Constanța. Strafverfolgungsbeamte durchsuchten Privatwohnungen, Privatarztpraxen, Universitätseinrichtungen der Ovidius-Universität und eine örtliche medizinische Einrichtung. Bei den Durchsuchungen entdeckten und beschlagnahmten Ermittler verschiedene Bargeldbeträge, die die Verdächtigen nicht rechtmäßig nachweisen konnten. Vertreter der Ovidius-Universität bestätigten, dass die Einrichtung während der laufenden gerichtlichen Untersuchung mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet.
Die Antikorruptionsbehörde legte den vier Festgenommenen vor ihrer geplanten Anhörung vor dem Tribunal von Constanța die Anklageeinzelheiten förmlich vor.
Die Angeklagten wurden gemäß Artikel 309 der Strafprozessordnung über ihren Verfahrensstatus und die strafrechtlichen Vorwürfe informiert. In diesem Fall werden auch gegen andere Personen Strafverfolgungsmaßnahmen durchgeführt.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Verfahrenshandlungen fortgesetzt werden, um festzustellen, ob weitere Dozenten, Mittelsmänner oder Studenten an dem Bestechungsring beteiligt waren.


