
Victor Willis, Frontmann der Village People und Stimme von ‚YMCA‘, stirbt mit 74
Der Gründer und Leadsänger der Disco-Ikonen, bekannt für ‚YMCA‘ und eine komplexe Beziehung zu Donald Trump, starb einen Tag vor seinem 75. Geburtstag.
Eine Disco-Legende geht
Victor Willis, Gründer und Leadsänger der Village People, starb am Dienstag, dem 30. Juni 2026, im Alter von 74 Jahren. Der Tod, den seine Frau Karen Huff Willis als „kurze, aber aggressive Krankheit“ beschrieb, ereignete sich nur einen Tag vor seinem 75. Geburtstag. Die Band bestätigte die Nachricht in den sozialen Medien und bat um Privatsphäre. Willis hatte die letzten Jahre seines Lebens nach einer Wiedervereinigung 2017 wieder mit der Gruppe verbracht, international aufgetreten und an hochkarätigen politischen Veranstaltungen teilgenommen.
Trumps Würdigung und ein kompliziertes Verhältnis
Die Nachricht löste sofortige Reaktionen von US-Präsident Donald Trump aus, der auf Truth Social postete, Willis sei „ein fantastischer und fröhlicher Mann“ gewesen, der „sehr geschätzt habe, dass ich den Song seiner Gruppe, YMCA, bei meinen Kundgebungen verwendet habe“. Trump merkte an, dass der Track von 1978 Jahrzehnte später wieder ein „monströser Hit“ geworden sei. Die Beziehung war nicht immer so herzlich gewesen: Willis versuchte zunächst, Trump die Nutzung des Songs zu untersagen, aber die Band trat später bei Trumps Kundgebung vor der Amtseinführung im Januar 2025 auf. Willis erklärte in einem Social-Media-Beitrag, dass er dies nicht aus politischer Übereinstimmung getan habe, sondern weil Musik über das gesamte politische Spektrum hinweg geteilt werden sollte. Im Mai 2026 sangen Willis und die Village People „Happy Birthday“ und „YMCA“ für Außenminister Marco Rubio bei einer Veranstaltung in Indien.
Victor war ein fantastischer und fröhlicher Mann, der sehr geschätzt hat, dass ich den Song seiner Gruppe, YMCA, bei meinen Kundgebungen verwendet habe.
Vom Kirchenchor zu den Village People
Geboren in Dallas, Texas, am 1. Juli 1951, wuchs Willis mit Gospelgesang in der Kirche seines baptistischen Predigervaters auf. Er zog nach San Francisco, dann nach New York, wo er bis 1976 in Broadway-Produktionen wie „The Wiz“ auftrat. 1977 entdeckten ihn die französischen Produzenten Jacques Morali und Henri Belolo und brachten ihn in eine neue Konzeptgruppe. Die Village People debütierten in diesem Jahr mit einem campigen, kostümgetriebenen Auftritt, der hypermaskuline Archetypen verkörperte – Polizist, Bauarbeiter, Indianer, Biker, Soldat, Cowboy. Willis übernahm die Rollen des Polizisten und Marineoffiziers. Die Mischung aus Disco-Beats und Theatralik machte die Gruppe zu globalen Stars.
- Geboren in Dallas, Texas, als Sohn eines Baptistenpredigers.
- Village People gegründet; Willis wird Leadsänger und Co-Autor.
- YMCA veröffentlicht, katapultiert die Gruppe zu Weltruhm.
- Willis verlässt die Village People; spätere Rechtsstreitigkeiten um Urheberrechte beginnen.
- Begibt sich wegen Drogenmissbrauchs in eine Entzugsklinik und erreicht schließlich Nüchternheit.
- Vereinigt sich wieder mit den Village People und nimmt internationale Tourneen wieder auf.
- Tritt mit YMCA bei Trumps Kundgebung vor der Amtseinführung auf.
- Singt ‚Happy Birthday‘ und YMCA für Außenminister Marco Rubio in Indien.
- Stirbt nach kurzer Krankheit, einen Tag vor seinem 75. Geburtstag.
Hits und Härten
Willis schrieb die größten Hits der Band mit, darunter „Macho Man“, „YMCA“, „In the Navy“ und „Go West“. Insbesondere „YMCA“ wurde zu einem kulturellen Phänomen und wurde schließlich in das National Recording Registry der US-Bibliothek des Kongresses (2020) und die Grammy Hall of Fame (2021) aufgenommen. Er verließ die Village People 1980 und verbrachte Jahre in Rechtsstreitigkeiten um Song-Urheberrechte. Die folgenden Jahrzehnte waren von Drogenmissbrauch und persönlichen Turbulenzen geprägt; er begab sich erst 2007 in eine Entzugsklinik und erlangte seine Nüchternheit zurück. Ein Comeback erfolgte ein ganzes Jahrzehnt später, als Willis 2017 wieder zur Gruppe stieß und die Tourneen wieder aufnahm.
Das Vermächtnis von „YMCA“ und eine Debatte über die Bedeutung
Das schrille Image der Band und Texte wie „hang out with all the boys“ machten die Village People zu Ikonen der LGBTQ+-Kultur, doch Willis wehrte sich gegen dieses Etikett. In einem Interview mit Rolling Stone im Jahr 2024 drohte er mit rechtlichen Schritten gegen Medien, die „YMCA“ als Hymne der Schwulen bezeichneten, und bestand darauf, dass die Gruppe eine „maskuline Show“ biete und keine Schwulenband sei. Seine Haltung stieß auf Kritik, spiegelte aber auch seine allgemeinere Ansicht wider, dass die Musik der Gruppe allen gehöre – eine Überzeugung, die er unter Beweis stellte, als er neben Trump-Anhängern stand und „YMCA“ bei einer politischen Kundgebung sang.


