Regierung · Warschau

Polnischer Sejm verfehlt Überstimmung des Präsidentenvetos zu Lebenspartnerschaften um 27 Stimmen

Der polnische Sejm stimmte am Donnerstag mit 232 zu 199 für die Überstimmung des Vetos von Präsident Karol Nawrocki gegen das Gesetz zum Status der nächsten Angehörigen in einer Partnerschaft und verfehlte damit die erforderliche Dreifünftelmehrheit um 27 Stimmen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von www.portalsamorzadowy.pl, oko.press, wpolityce.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 29.05.Parlament verabschiedet das Gesetz über den Status der nächsten Angehörigen in einer Beziehung
  2. 17.07.Präsident Karol Nawrocki legt sein Veto gegen das Gesetz ein
  3. 17.09.Sejm stimmt mit 232 zu 199 Stimmen, verfehlt die 259 erforderlichen Stimmen zur Überstimmung des Vetos um 27 Stimmen

Abstimmung und erforderliche Mehrheit

Der polnische Sejm scheiterte am Donnerstag, dem 17. September 2026, an der Überstimmung des Präsidentenvetos gegen das Gesetz über den Status der nächsten Angehörigen in einer Beziehung und gemeinsame Lebenspartnerschaftsvereinbarungen. Für die Überstimmung eines Präsidentenvetos in Polen ist eine Dreifünftelmehrheit bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte der gesetzlichen 460 Abgeordneten erforderlich. Bei 431 abstimmenden Abgeordneten und 28 nicht teilnehmenden lag die erforderliche Schwelle bei 259 Stimmen. Der Antrag auf Überstimmung erhielt 232 Ja-Stimmen und 199 Nein-Stimmen bei null Enthaltungen, sodass den Befürwortern 27 Stimmen zur Verabschiedung des Gesetzes fehlten. Bei vollständiger Anwesenheit von 460 Abgeordneten wären für die Überstimmung 276 Stimmen erforderlich gewesen.

Gesetzgebungsverlauf und Präsidentenveto

Das Gesetz samt Durchführungsbestimmungen hatte beide Parlamentskammern nach seiner ursprünglichen Verabschiedung am 29. Mai 2026 passiert. Der Gesetzentwurf stellte den ersten legislativen Rahmen in Polen dar, der eine rechtliche Formalisierung von Lebenspartnerschaften, einschließlich gleichgeschlechtlicher Paare, ermöglichte. Präsident Karol Nawrocki legte am 17. Juli 2026 sein Veto gegen das Gesetz ein und argumentierte, er könne keine Lösungen akzeptieren, die den besonderen Status der Ehe gemäß Artikel 18 der Verfassung als Verbindung von Mann und Frau beeinträchtigen. Der Chef des Präsidialkabinetts, Paweł Szefernaker, verteidigte das Präsidentenveto vor der Abstimmung vom Sejm-Podium aus.

„Der Präsident ist bereit, Lösungen zu unterstützen, die praktikabel, transparent und verfassungskonform sind.“

Paweł Szefernaker, Chef des Präsidialkabinetts Polens
Stimmen für die Überstimmung des Präsidentenvetos nach FraktionenStimmen
Bürgerkoalition
152 Stimmen
PSL-Dritter Weg
23 Stimmen
Lewica
20 Stimmen
Centrum
14 Stimmen
Polska 2050
14 Stimmen
Unabhängige
5 Stimmen
Razem
4 Stimmen

Daten aus dem Artikeltext

Parteien und Abstimmungsverhalten

Die Abstimmung zur Aufhebung des Vetos erhielt 232 unterstützende Stimmen aus den Regierungsreihen, bestehend aus 152 Abgeordneten der Bürgerkoalition, 23 der PSL-Dritter Weg, 20 der Lewica, 14 der Centrum, 14 der Polska 2050, 4 der Razem und 5 unabhängigen Abgeordneten. Die Gegner versammelten 199 Stimmen, bestehend aus 140 Abgeordneten von Recht und Gerechtigkeit, 35 von Mateusz Morawieckis Rozwój Plus, 12 von der Konfederacja, 5 der PSL-Dritter Weg, 3 der Konföderation der Polnischen Krone, 2 der Demokracja und 2 Unabhängigen. Die geschlossene Opposition der Rozwój Plus verhinderte, dass die Regierungskoalition die erforderliche Dreifünftel-Supermehrheit erreichte.

Stimmen gegen die Überstimmung des Präsidentenvetos nach FraktionenStimmen
PiS
140 Stimmen
Rozwój Plus
35 Stimmen
Konfederacja
12 Stimmen
PSL-Dritter Weg
5 Stimmen
Konfederacja KP
3 Stimmen
Demokracja
2 Stimmen
Unabhängige
2 Stimmen

Daten aus dem Artikeltext

Bestimmungen und politische Reaktionen

Das vorgeschlagene Gesetz hätte es zwei Erwachsenen erlaubt, vor einem Notar eine Vereinbarung zu schließen, die beim Standesamt registriert wird. Der Vertrag sollte den gesetzlichen Güterstand, gegenseitige Unterhaltspflichten, Wohnrechte, Krankenhauszugang zu medizinischen Informationen und Bestattungsregelungen regeln, mit der Möglichkeit, gegenseitige Testamente zu hinterlegen und Steuer- und Erbschaftsangelegenheiten zu klären. Die Regierungsbeauftragte für Gleichstellung, Katarzyna Kotula, kritisierte konservative Abgeordnete dafür, rechtliche Hürden für nichteheliche Lebensgemeinschaften aufrechtzuerhalten.

„Man kann nicht eine Bestimmung der Verfassung auswählen und sie als Werkzeug nutzen, um andere Bürger vom rechtlichen Schutz auszuschließen.“

Katarzyna Kotula, Regierungsbeauftragte für Gleichstellung

Die Abgeordnete der Bürgerkoalition, Małgorzata Tracz, betonte, dass etwa neun Prozent der Familien in Polen in informellen Partnerschaften leben, und erklärte, der Vorschlag biete grundlegende rechtliche Sicherheit und keine institutionelle Veränderung. Der Abgeordnete der Neuen Linken, Tomasz Trela, kritisierte rechte Fraktionen in den sozialen Medien, während Präsidentenbeamte einschließlich Szefernaker und der Abgeordnete von Recht und Gerechtigkeit, Zbigniew Bogucki, Erklärungen veröffentlichten, die bestätigten, dass das Veto erfolgreich aufrechterhalten wurde.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

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