
Deutsches Gericht verurteilt 81-Jährigen zu lebenslanger Haft für Mord an US-Touristin Amy Lopez 1994
Das Landgericht Koblenz hat einen 81-jährigen Mann wegen Vergewaltigung und Mordes an der 24-jährigen US-Studentin Amy Lopez im Jahr 1994 zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt.
Lebenslange Haft nach 32-jährigem Cold Case
Am 28. August 2026 verurteilte die 14. Große Strafkammer des Landgerichts Koblenz den 81-jährigen Hans S. wegen Vergewaltigung und Mordes an der 24-jährigen US-Touristin Amy Lopez zu lebenslanger Haft. Der vorsitzende Richter Rupert Stehlin verkündete das Urteil, das die besondere Schwere der Schuld für die Tat von 1994 feststellte. Diese Feststellung schließt eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung nach der gesetzlichen Mindestverbüßungsdauer von 15 Jahren im deutschen Recht weitgehend aus. Die Strafkammer, bestehend aus drei Berufsrichtern und zwei Schöffen, folgte damit dem übereinstimmenden Antrag von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und der als Nebenkläger beteiligten Familie des Opfers. Stehlin bezeichnete das Verfahren als außergewöhnliche Aufklärung eines Cold Case, die durch langjährige beharrliche Ermittlungsarbeit ermöglicht wurde.
Der Mord von 1994 an der Festung Ehrenbreitstein
Das Urteil klärt die Tat auf, die sich am Morgen des 26. September 1994 im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz ereignete. Amy Lopez, eine Studentin aus Houston, Texas, reiste durch Deutschland und machte sich auf den Weg zu einer Jugendherberge auf dem Gelände der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Hans S. lockte die 24-Jährige in ein verlassenes, verfallenes Gebäude, fesselte sie, vergewaltigte sie und tötete sie mit neun Messerstichen. Spielende Kinder entdeckten ihre Leiche etwa zwei Stunden nach Beginn ihres Fußwegs in den Ruinen. Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte gezielt nach einem weiblichen Opfer gesucht und Lopez willkürlich ausgewählt hatte. Gerichtssprecherin Eva Maria Kahn charakterisierte die Begegnung in den Urteilsfeststellungen.
Amy Lopez war zur falschen Zeit am falschen Ort.
DNA-Durchbruch und Geständnis
Die Ermittlungen stockten über drei Jahrzehnte, bis Forensiker konservierte Spuren vom Tatort mit verbesserten DNA-Analysemethoden erneut untersuchten. Die Polizei verhaftete Hans S. Ende Februar 2026 in einem Altenheim im Koblenzer Stadtteil, woraufhin er eine DNA-Probe abgab und ein Geständnis ablegte. Die Verteidigung merkte an, dass der Beschuldigte kooperierte, weil die ungeklärte Tat auf ihm lastete und er Klarheit suchte. Vor Gericht vorgelegte Unterlagen zeigten, dass Hans S. seit den 1970er Jahren mehrfach wegen Sexualstraftaten verurteilt worden war und mehrere Haftstrafen verbüßt hatte, deren letzte im Jahr 2005 endete. Ein psychiatrischer Gutachter bestätigte, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat 1994 voll schuldfähig war, sodass keine verminderte Schuldfähigkeit vorlag.
- Amy Lopez wird an der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz ermordet
- Hans S. wird nach einer früheren Haftstrafe aus der Haft entlassen
- Hans S. wird in einem Pflegeheim verhaftet, nachdem DNA-Spuren übereinstimmen
- Der Mordprozess beginnt vor dem Landgericht Koblenz
- Hans S. wird zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt
Abschluss für die Familie und viertägiger Prozess
Der Prozess begann am 18. August 2026 und endete nach vier Verhandlungstagen, verkürzt durch das Geständnis des Angeklagten und das übereinstimmende DNA-Profil. Schaulustige standen vor dem Gerichtsgebäude Schlange, und alle Plätze im Saal waren während des gesamten Verfahrens besetzt. Der Vater des Opfers, Robert Rimbau, und ihr Bruder reisten aus den Vereinigten Staaten an, um an den Verhandlungen teilzunehmen, und saßen während der letzten Sitzung etwa eine Stunde lang direkt gegenüber dem Angeklagten. Rechtsanwältin Kathrin Kienle, die die Familie als Nebenkläger vertrat, äußerte sich zu der lange verzögerten juristischen Aufarbeitung.
Das Urteil kann die Tat natürlich nicht ungeschehen machen, noch kann es Amy zurückbringen. Aber Amys Vater und Bruder haben mir gesagt, dass sie nie wirklich inneren Frieden finden konnten, solange der Täter nicht gefasst war.


