
Italien schlägt verpflichtenden Italienischunterricht für Eltern leistungsschwacher ausländischer Schüler vor
Bildungsminister Giuseppe Valditara kündigte einen Plan an, der Eltern ausländischer Schüler mit schulischen Schwierigkeiten zum Italienischlernen verpflichten soll. Er verwies dabei auf eine Abbruchquote von 26 % unter ausländischen Schülern.
Vorschlag zu Sprachauflagen
Der italienische Minister für Bildung und Verdienst, Giuseppe Valditara, schlug verpflichtenden Italienischunterricht für Eltern ausländischer Schüler vor, die schulische Schwierigkeiten haben oder innerhalb der Schulgemeinschaft auf Probleme stoßen. Bei der Konferenz mit dem Titel „Il coraggio di educare. Ricostruire l'alleanza tra scuola e famiglia“ während des Rimini-Treffens am 25. August 2026 erklärte Valditara, dass die im Klassenzimmer erzielten Bildungserfolge häufig verloren gingen, wenn zu Hause kein Italienisch gesprochen werde. Er argumentierte, dass ausländische Eltern oft nicht an Elternabenden teilnähmen oder mit Lehrkräften kommunizierten, was die schulische Entwicklung ihrer Kinder beeinträchtige. Der Minister erklärte, bloße Inklusion reiche nicht aus, und forderte einen Integrationsrahmen, der sich auf grundlegende gesellschaftliche Werte konzentriere. Zur Unterstützung neu zugewanderter Schüler plante das Bildungsministerium die Einstellung von 1.000 spezialisierten Lehrkräften und stellte 13 Millionen Euro für die Finanzierung von Programmen zur Stärkung der italienischen Sprache bereit.
Ich werde vorschlagen, das Italienischlernen für Eltern, deren Kinder in der Schule nicht gut abschneiden, verpflichtend zu machen: Man darf zu Hause nicht verlieren, was man in der Schule lernt; die Tatsache, dass ein Elternteil unsere Sprache beherrscht, mit Lehrern interagiert, ist grundlegend; es gibt zu viele Eltern ausländischer Kinder, die nicht in der Schule erscheinen, obwohl dies auch wichtig ist.
Abbruchquoten und Verteilung in den Klassenräumen
Valditara wies auf große Unterschiede im Bildungserfolg zwischen italienischen Staatsbürgern und im Ausland geborenen Schülern hin. Die Schulabbruchquote liegt bei ausländischen Schülern bei 26 %, verglichen mit 6 % bei italienischen Schülern – eine Kluft, die der Minister als dringendes strukturelles Problem identifizierte. Er verwies auf Klassenzimmer, in denen sich die Schüler um ganze Jahre an vorheriger Schulbildung unterschieden, was die in nationalen Invalsi-Tests gemessenen Lernrückstände verschärfe. Valditara warnte davor, dass übermäßige Konzentrationen von Migrantenkindern in bestimmten Schulen eine faktische Segregation schüfen, und verglich das Phänomen mit historischen Rassentrennungen in den Vereinigten Staaten. Um dem entgegenzuwirken, setzte das Ministerium eine Obergrenze von 30 % ausländischen Schülern pro Klasse durch und aktivierte damit eine Direktive von 2010, die zuvor weitgehend nicht durchgesetzt worden war.
- Italienische Schüler
- 6 %
- Ausländische Schüler
- 26 %
Kritik der Gewerkschaften und politische Reaktion
Der Vorschlag stieß sofort auf Widerstand von Bildungsgewerkschaften. Die Gewerkschaft Flc Cgil lehnte die Initiative als eine strafende Maßnahme ab, die den Integrationsprozess verzerre. Gewerkschaftsvertreter erklärten, dass die Verhängung von Sprachauflagen per Dekret notleidende Familien eher wie Täter denn wie Partner behandle und das Risiko einer weiteren Entfremdung berge. Die Ankündigung fiel mit breiteren Debatten über Einwanderung innerhalb der Lega-Partei zusammen, wo der Wahlkampfdruck von Roberto Vannacci zu einer Verschärfung der Position zur schulischen Integration geführt habe. Valditara bekräftigte, dass konkrete zahlenmäßige Regeln und verpflichtender Spracherwerb notwendig seien, um die Bildung isolierter Schülergruppen zu verhindern und langfristigen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gewährleisten.
Das Italienischlernen für Eltern ausländischer Schüler, die in der Schule nicht gut abschneiden, verpflichtend zu machen, ist keine Integration: Es ist eine per Dekret verhängte Sanktion mit einem Mechanismus, der riskiert, genau das Gegenteil des erklärten Ziels zu bewirken.
Lehrplanrichtlinien und informierte Einwilligung
In seinen Ausführungen zu breiteren Bildungspolitiken auf der Konferenz und in Kommentaren gegenüber Il Sussidiario verteidigte Valditara neue Regeln zur informierten Einwilligung der Eltern. Der Minister lehnte die Einführung von Geschlechtsidentitätskonzepten in Kindergärten und Grundschulen ab und bezeichnete sie als ideologische Zumutungen und nicht als normale Bildung. Er betonte, dass der biologische Sexualkundeunterricht im Rahmen der naturwissenschaftlichen Lehrpläne von der Grundschule bis zur Sekundarstufe fortgesetzt werde, wo Umfragen zufolge zwischen 80 % und 90 % der Eltern den Unterricht über körperliche Entwicklung befürworteten. Valditara berief sich auf Artikel 30 der italienischen Verfassung zur Unterstützung des elterlichen Rechts auf Erziehung. Er stellte außerdem klar, dass die Vermittlung von Respekt, Empathie und die Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt weiterhin fächerübergreifend und im Rahmen der 33 jährlichen Pflichtstunden staatsbürgerlicher Bildung verpflichtend bleibe.


