
Italienischer Verdächtiger stellt sich nach tödlicher Schießerei in Tor Sapienza im Gefängnis Velletri
Ein 40-jähriger Italiener hat sich im Gefängnis Velletri gestellt, nachdem er den 24-jährigen Raymond Asosa Agheyisi auf dem Viale Giorgio Morandi in Rom tödlich erschossen hatte.
Tödliche Schießerei in Tor Sapienza
Am Montagnachmittag, dem 17. August 2026, wurde der 24-jährige Raymond Asosa Agheyisi am helllichten Tag auf dem Viale Giorgio Morandi im Stadtteil Tor Sapienza am südöstlichen Stadtrand von Rom tödlich erschossen. Der Schütze feuerte einen einzelnen Schuss aus einer 7,65-mm-Pistole in Agheyisis Bauch unter den Arkaden eines Wohnkomplexes. Nach dem Treffer schleppte sich das verletzte Opfer mehrere Meter über den Gehweg, bevor es zusammenbrach. Ein Passant entdeckte den regungslos am Boden liegenden jungen Mann und alarmierte die Rettungskräfte des Notrufs 118. Sanitäter brachten Agheyisi in kritischem Zustand ins Policlinico Casilino. Trotz medizinischer Notfallmaßnahmen erlitt Agheyisi drei aufeinanderfolgende Herzstillstände und starb kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus.
Abhörmaßnahme führt zur Identifizierung des Verdächtigen
Ermittler der römischen Polizei Squadra Mobile identifizierten den Schützen innerhalb weniger Stunden nach dem Vorfall. Der Verdächtige, ein 40-jähriger italienischer Staatsbürger, der wenige Meter vom Tatort entfernt wohnte, verriet sich praktisch selbst während eines Telefonats. Er sprach mit einem Bekannten, dessen Telefon im Rahmen einer bereits genehmigten Abhörmaßnahme für ein anderes Strafverfahren überwacht wurde. Die zur Wohnung des Verdächtigen entsandten Detektive fanden dort nur seine Lebensgefährtin und seinen Bruder vor. Der Mann war unmittelbar nach der Tat geflohen und hatte die 7,65-mm-Pistole mitgenommen. Kriminaltechniker führten unter den Arkaden forensische Untersuchungen durch, um den physischen Ablauf der Auseinandersetzung zu rekonstruieren.
- Raymond Asosa Agheyisi wird auf dem Viale Giorgio Morandi in Tor Sapienza tödlich erschossen
- Die römische Polizei identifiziert den Verdächtigen durch ein abgehörtes Telefonat und durchsucht seine Wohnung
- Der 40-jährige Verdächtige stellt sich den Behörden im Gefängnis Velletri
Übergabe im Gefängnis Velletri
Nachdem der 40-jährige Verdächtige mehrere Tage auf der Flucht war, um einer Festnahme zu entgehen, erkannte er, dass die Strafverfolgungsbehörden seinen Aufenthaltsort immer weiter eingrenzten. Am Freitagmorgen stellte er sich allein am Eingang des Gefängnisses Velletri südlich von Rom. Die Beamten vollstreckten einen förmlichen Haftbefehl (fermo di indiziato di delitto), der von der Staatsanwaltschaft Rom wegen des Verdachts des Totschlags ausgestellt worden war. Nach seiner Übergabe machte der Verdächtige keine Aussagen gegenüber den Ermittlern und blieb in Haft, bis die richterliche Bestätigung der Festnahme erfolgte. Die bei der Tat verwendete Schusswaffe wurde von den Behörden noch nicht sichergestellt. Der Verdächtige hatte bereits Vorstrafen wegen Drogendelikten und stand zum Zeitpunkt der Schießerei unter Bewährung.
Hintergrund des Opfers und Motivermittlungen
Raymond Asosa Agheyisi hatte kein polizeiliches Führungszeugnis und wohnte im römischen Stadtteil Torre Angela, unterhielt jedoch zahlreiche soziale Kontakte in Tor Sapienza. In Italien als Sohn nordafrikanischer Eltern geboren, war Agheyisi ein Hobbysportler, der zuvor in der Fußballliga Lega Calcio a 8 gespielt hatte. Seine Tötung erregte Aufmerksamkeit in den lokalen Jugendszenen des Stadtteils, in dem sich die Tat ereignete. Die Staatsanwaltschaft untersucht weiterhin die zugrundeliegenden Motive der tödlichen Begegnung. Die Ermittler haben nicht festgestellt, ob die beiden Männer vor der Schießerei ein Treffen vereinbart hatten. Die polizeilichen Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf mögliche Hypothesen, die von drogenbedingten Abrechnungen bis zu persönlichen Streitigkeiten reichen.


