
Interpol gibt Rote Notiz für als Mann verkleidete Frau bei Monaco-Attentat auf sanktionierten ukrainischen Geschäftsmann heraus
Eine 39-jährige Ukrainerin ist die Hauptverdächtige des Bombenanschlags am 29. Juni in Monaco, bei dem der sanktionierte Geschäftsmann Vadym Yermolayev und seine Familie verletzt wurden, teilten die Behörden am 3. Juli mit.
Der Anschlag
Am Abend des 29. Juni detonierte eine Bombe vor einem Wohngebäude in einem vornehmen Viertel von Monaco. Der Sprengsatz war in einem Rucksack deponiert und wurde per Fernzündung ausgelöst, als sich das beabsichtigte Ziel näherte. Drei Personen wurden verletzt: der in der Ukraine geborene Geschäftsmann Vadym Yermolayev, seine Partnerin Anna Nasobina und ihr 13-jähriger Sohn David. Nasobina verlor beide Beine bei der Explosion; Yermolayev schwebt weiterhin in Lebensgefahr.
Verdächtige identifiziert
Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass der Angreifer ein Mann sei, basierend auf Überwachungsaufnahmen, die eine Person mit dunklem Hut und bedeckender Kleidung zeigten. Weitere Analysen der Aufnahmen ergaben, dass die Täterin tatsächlich eine Frau war, die sich als Mann ausgegeben hatte. Der stellvertretende Staatsanwalt von Monaco, Morgan Raymond, erklärte, die Bombe sei als Paket hinterlassen und per Fernbedienung gezündet worden.
Die Täterin hinterließ ein Paket vor einem Gebäude in Monaco und zündete die Bombe per Fernbedienung, als die drei Opfer eintrafen.
Am 3. Juli veröffentlichte Interpol eine Rote Notiz für Anastasija Berezowska, eine 39-jährige ukrainische Staatsangehörige, geboren am 26. Juni 1987. Sie wird wegen versuchten Mordes, Anbringung eines Sprengsatzes an einem öffentlichen Ort und Beteiligung an einer organisierten kriminellen Gruppe gesucht. Raymond wies darauf hin, dass die Komplexität des Sprengsatzes darauf hindeute, dass sie nicht allein gehandelt habe.
Aufgrund der Komplexität des Sprengsatzes ermittelt die Polizei, um mögliche Komplizen und diejenigen zu identifizieren, die diesen Anschlag in Auftrag gegeben haben könnten.
Flucht durch Europa
Nach der Explosion floh Berezowska zu Fuß ins benachbarte Frankreich, wo sie einen Mietwagen mit deutschen Kennzeichen abholte. Anschließend fuhr sie durch mehrere europäische Länder, darunter Italien, bevor sie Deutschland erreichte. Die Ermittler sagen, sie sei später im Raum Frankfurt gesehen worden. Die deutsche Kriminalpolizei durchsuchte eine nahe Frankfurt gemietete Wohnung und ein von der Verdächtigen genutztes Fahrzeug und leitete sichergestellte Beweise an die Behörden Monacos weiter. Zwei Männer, die am 2. und 3. Juli in Monaco festgenommen wurden, wurden mangels Beweisen freigelassen.
Das Opfer
Yermolayev, ein Entwickler ursprünglich aus Dnipro, ist einer der größten Immobilienmagnaten der Ukraine und besitzt Beteiligungen in der Agrarwirtschaft. Er stand früher auf der Forbes-Liste der 100 reichsten Ukrainer, bevor er seine ukrainische Staatsbürgerschaft aufgab und die zypriotische annahm. Im Dezember 2023 wurde er mit ukrainischen Sanktionen belegt, weil er seine Geschäftstätigkeiten auf der russisch besetzten Krim fortsetzte. Seit mindestens 2021 lebt er in Monaco. Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault erklärte, dass gegen ihn im Fürstentum keine Ermittlungen laufen und er von ausländischen Behörden nicht gesucht werde.
Ermittlungen laufen weiter
Der Regierungschef Monacos, Christophe Mirmand, bezeichnete das Ereignis als wahrscheinlich terroristischen Akt und fügte hinzu, es sei der erste derartige Vorfall in der Geschichte des Fürstentums. Eine Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse zeigt, wie die Fahndung verlief.
- Eine Bombe explodiert vor einem Gebäude in Monaco und verletzt Yermolayev, seine Partnerin und seinen Sohn.
- Die Verdächtige flieht zu Fuß nach Frankreich, holt dann einen Mietwagen ab und fährt in Richtung Italien.
- Staatsanwalt gibt Identifizierung einer weiblichen Verdächtigen bekannt; zuvor für einen Mann gehalten.
- Interpol veröffentlicht Rote Notiz für Anastasija Berezowska.
- Deutsche Polizei durchsucht eine Wohnung und ein Fahrzeug nahe Frankfurt; Verdächtige bleibt flüchtig.
Nach meinem Wissen ist dies das erste Mal in der Geschichte, dass ein solcher Akt im Fürstentum stattgefunden hat.
Die Behörden mehrerer europäischer Länder arbeiten zusammen, und die Verdächtige bleibt weiterhin flüchtig.


