
Mitte-rechts-Kandidat Venturini gewinnt Bürgermeisterwahl in Venedig im ersten Wahlgang und versetzt der Linken einen Schlag
Simone Venturini, der Kandidat der Mitte-rechts, gewann die Bürgermeisterwahl in Venedig mit 53 % der Stimmen und vermied damit eine Stichwahl. Damit wird die elfjährige Herrschaft der Rechten fortgesetzt. Sein Sieg veranlasste Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu einem spöttischen Tweet an Oppositionsführerin Elly Schlein.
Wahlausgang
Simone Venturini, der Kandidat des Mitte-rechts-Bündnisses, gewann am 25. Mai 2026 die Bürgermeisterwahl in Venedig mit 53 % der Stimmen und entging so einer Stichwahl. Sein Hauptgegner, Andrea Martella, Senator der Demokratischen Partei (PD), kam auf 37 %. Mit diesem Ergebnis behält das Mitte-rechts-Lager die Kontrolle über die historische Lagunenstadt und führt das Erbe des scheidenden Bürgermeisters Luigi Brugnaro fort.
- Simone Venturini (Mitte-rechts)
- 53 %
- Andrea Martella (Mitte-links)
- 37 %
Venturinis persönliche Liste – die in Anlehnung an Brugnaros fuchsiafarbene Bürgerliste als "gelbe Liste" bezeichnet wird – wurde zur stärksten politischen Kraft der Stadt und erhielt über 30 % der Stimmen. Der Sieg im ersten Wahlgang widersprach sowohl Umfragen als auch der weit verbreiteten Erwartung eines knappen Rennens, zumal die Medienberichterstattung Venturini als Außenseiter dargestellt hatte.
Politische Reaktionen
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni rief Venturini persönlich an, um ihm zu gratulieren. Sie sagte: "Warte auf mich, ich komme dich besuchen. Ich bin wirklich glücklich." Später postete sie auf X eine Antwort auf einen Artikel von La Repubblica vom 22. Mai, in dem Oppositionsführerin Elly Schlein zum Abschluss von Martellas Wahlkampf zitiert worden war: "Von hier aus schicken wir Meloni nach Hause." Melonis knappe Antwort: "Gut."
Und auch heute verschieben wir den viel angekündigten Kollaps der Mitte-rechts auf morgen.
Venturini zeigte sich gegenüber Reportern erfreut über die Unterstützung der Ministerpräsidentin: "Ich sagte ihr, dass ich sie sehr bald in Venedig erwarte. Sie gratulierte mir und lud mich zum Feiern ein – ich sagte, ich müsse doppelt feiern, denn heute ist auch mein Hochzeitstag."
Kandidaten und Wahlkampf
Der 38-jährige frühere Pfadfinder und Jurist Venturini hatte über ein Jahrzehnt als Beigeordneter unter Brugnaro gedient. Er trat mit einem Programm pragmatischer Regierungsführung an, das auf ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Wohnen, die Aufwertung des Festlandbezirks Mestre und die Stärkung des Hafens abzielte. "Ich möchte der Bürgermeister aller sein, ein pragmatischer Bürgermeister, kein ideologischer", erklärte er.
Ich zielte auf den Sieg im ersten Wahlgang mit meiner Liste bei 30 Prozent, und es übertraf alle Erwartungen.
Martella räumte seine Niederlage ein und bedauerte, dass die Botschaft seiner Koalition – mit den Schwerpunkten Wohnen, Sicherheit, lokale Dienstleistungen und Schutz der Lagune – nicht genügend Wähler erreichte. Der frühere Bürgermeister Massimo Cacciari kritisierte die Strategie des Mitte-links-Lagers: "Es war schwer, sich ein solch schweres Debakel vorzustellen. Die Enthaltung scheint besonders die Jugend getroffen zu haben, die sich in Martellas Kandidatur nicht wiedererkannte."
Nationale Bedeutung
Das Ergebnis wurde weithin als Rückenwind für die nationale Mitte-rechts-Koalition vor den künftigen Parlamentswahlen interpretiert. Venturini betonte die Bedeutung enger Beziehungen zu Rom und zur Region Venetien, wo Gouverneur Alberto Stefani ebenfalls an seiner Siegesfeier teilnahm. Kommentatoren merkten an, dass die starke Betonung der Linken auf die Umwerbung der bengalischen Gemeinschaft in einer Stadt mit einem ausgeprägten lokalen Identitätsgefühl nach hinten losgegangen sein könnte.
Venturini, der als jüngster Bürgermeister Venedigs in jüngster Erinnerung vereidigt wurde, versprach, jeden Tag daran zu arbeiten, die komplexen Herausforderungen der Stadt anzugehen, von der Abwanderung bis zum Übertourismus.


