Kurz gefasst
Der Stadtrat wird von Tagesgästen 2027 an 72 Tagen eine Gebühr verlangen, nach 60 Tagen im Jahr 2026, und zwar vom Karfreitag, dem 26. März 2027, bis Mitte August.
Tagesgäste zahlen bis zu 10 Euro, während Vorausbucher 2026 5 Euro zahlten. Frühere Überlegungen zu einer Gebühr von 30 Euro führten nicht zu einer Erhöhung.
Mehr als 650.000 Besucher entrichteten 2026 die Eintrittsgebühr und brachten der Stadt mehr als 5 Millionen Euro ein, obwohl viele noch immer Wege um das System finden.
- 16.10.Stadtrat legt 72 zahlpflichtige Tage für 2027 fest
- 26.03.System startet am Karfreitag
- 15.08.System endet Mitte August
Der Kalender für 2027
Der Stadtrat von Venedig hat entschieden, dass Tagesgäste 2027 an 72 Tagen die Eintrittsgebühr zahlen, nach 60 Tagen im Jahr 2026. Die Gebühr gilt vom Karfreitag, dem 26. März 2027, bis Mitte August. Der Tagespreis kann bis zu 10 Euro erreichen, obwohl frühere Überlegungen zu 30 Euro oder mehr vorerst nicht zu einer starken Erhöhung geführt haben. Jede Erhöhung müsste zudem von der Regierung in Rom genehmigt werden. Die Entscheidung wurde am 16. Oktober bekannt gegeben.
Wie das System gewachsen ist
Venedig war die erste Stadt der Welt, die von Tagesgästen Eintritt verlangte. Den Anfang machte 2024 ein Pilotprojekt an 29 Tagen der Hochsaison mit 5 Euro pro Tag. 2026 galt die Gebühr an 60 Tagen, und mehr als 650.000 Besucher zahlten, was der Stadt mehr als 5 Millionen Euro einbrachte. Wer mindestens drei Tage im Voraus buchte, zahlte 2026 5 Euro, wer später buchte, 10 Euro. Viele Besucher finden noch immer Wege, die Zahlung zu umgehen, und die Besucherzahlen sind seit der Einführung der Gebühr nicht gesunken.
- 2024
- 29 Tage
- 2026
- 60 Tage
- 2027
- 72 Tage
Daten aus dem Artikeltext
Wie es für Besucher funktioniert
Tagesgäste reservieren ihren Besuch auf einer eigenen Plattform und erhalten einen QR-Code, der an sieben Zugangspunkten in der Stadt kontrolliert wird, darunter der Hauptbahnhof. Hotelgäste geben ihre Buchungsdaten ein und erhalten ebenfalls einen Code, den sie an den Kontrollpunkten vorzeigen, zahlen aber nicht die Tagesgebühr, da ihre Hotelrechnung bereits die venezianische Aufenthaltssteuer enthält. Übernachtungsgäste sind von der Eintrittsgebühr befreit, müssen aber die Kurtaxe zahlen. Laut rmf24 wird die Gebühr künftig von 8:30 bis 16:30 Uhr erhoben statt bis 16:00 Uhr und gilt an ausgewählten Feiertagen und Wochenenden bis zum 15. August. In den Intensivphasen vom 23. April bis 2. Mai und vom 28. Mai bis 6. Juni gilt die Gebühr jeden Tag, auch an Feiertagen wie dem Tag der Befreiung, dem Tag der Arbeit und dem Tag der Republik.
Druck auf die Stadt und die Begründung des Stadtrats
Venedig hat mehr Hotelbetten als Einwohner, und im historischen Zentrum leben weniger als 50.000 Menschen, während jährlich schätzungsweise mehr als 25 Millionen Touristen ankommen. Stadtvertreter betonen, es gehe darum, die Besucherströme zu lenken, nicht um Einnahmen, weshalb ein deutlich höherer Eintrittspreis diskutiert worden war. Michele Zuin, der für den Stadthaushalt zuständige Beamte, sagte, die Gebühr sei nur ein Teil einer breiteren Strategie zur Steuerung des Touristenverkehrs und zur Sensibilisierung der Besucher. Simone Venturini, von rmf24 als neuer Bürgermeister der Stadt bezeichnet, hatte für eine Gebühr von 30 bis 50 Euro plädiert, ein Niveau, das nicht übernommen wurde. Zum Vergleich: Ein einzelnes Vaporetto-Ticket kostet 9,50 Euro, und eine halbstündige Gondelfahrt beginnt bei 90 Euro.
Ausblick
Der 72-Tage-Kalender wird vom Stadtrat festgelegt, doch jede Erhöhung über die derzeitige Obergrenze von 10 Euro hinaus würde weiterhin die Genehmigung der italienischen Regierung erfordern. Die Stadt präsentiert die Gebühr als weiteren Schritt in einem Experiment, das seit 2024 läuft. Die Berichte besagen, dass die Besucherzahlen bislang nicht wegen der Gebühr gesunken sind.