Wirtschaft · Venedig
Venedigs Bürgermeister will Eintrittsgebühr für Tagestouristen auf 50 Euro erhöhen, um Übertourismus einzudämmen
Der neu gewählte Bürgermeister Simone Venturini hat vorgeschlagen, die Eintrittsgebühr für Kurzzeitbesucher Venedigs an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro zu erhöhen, mit der Begründung, dass die derzeitige Gebühr von 5 bis 10 Euro den Massentourismus kaum eindämme.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von newsORF.at, Deutsche Welle, wnp.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Bürgermeister Venturini möchte die Eintrittsgebühr für Tagestouristen an ausgewählten Tagen von derzeit 5–10 Euro auf 30–50 Euro erhöhen.
Im Jahr 2026 gilt die Gebühr an 60 Tagen zwischen dem 3. April und 26. Juli, kostet 10 Euro oder 5 Euro bei Vorausbuchung; sie gilt für Besucher, die zwischen 8:30 und 16:00 Uhr ankommen und nicht übernachten.
An 42 Gebührentagen in diesem Jahr wurden 268.000 Vollpreistickets gegen 245.000 ermäßigte verkauft, was zeigt, dass der niedrige Preis die Besucherzahlen kaum reduziert.
Die Gebührenobergrenze wird durch nationales Recht festgelegt, daher muss Venturini mit Rom verhandeln; ein Verfassungsexperte warnte, dass eine 50-Euro-Gebühr mit der Freizügigkeit kollidieren könnte.
- 3.04.Saison 2026 beginnt: 60 Gebührentage, 5 Euro bei Vorausbuchung oder 10 Euro bei kurzfristiger Buchung
- 17.06.Bürgermeister Venturini bespricht Vorschlag, die Gebühr auf 30–50 Euro zu erhöhen, mit Präsident Mattarella
- 19.06.Vorschlag öffentlich gemacht; Venturini sagt, er werde staatliche Genehmigung für höheren Tarif einholen
Der Vorschlag
Venturini, der am 16. Juni sein Amt antrat, nachdem er die Kommunalwahl am 25. Mai gewonnen hatte, brachte die Idee laut lokalen Medien während eines Gesprächs mit Präsident Mattarella am 17. Juni ins Spiel. Er sagte Reportern, sein Programm sei klar: das Gebührensystem zu reformieren und weiterzuentwickeln. Der Bürgermeister erklärte, er beabsichtige, ein Treffen mit der Regierung in Rom zu beantragen, da die Obergrenze der Gebühr durch nationale Gesetzgebung festgelegt sei.
„Wenn es derzeit zwischen fünf und zehn Euro liegt, ist mein Vorschlag, es an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro zu erhöhen.“
Die aktuelle Eintrittsgebühr
Venedig führte 2024 erstmals eine Zugangsgebühr für Tagestouristen ein, die zunächst an 29 stark frequentierten Tagen galt. Das System wurde schrittweise ausgeweitet: 54 Tage im Jahr 2025 und nun 60 Tage vom 3. April bis 26. Juli 2026, einschließlich der meisten Wochenenden und einiger Wochentage. Besucher, die mindestens drei Tage im Voraus buchen, zahlen 5 Euro, während Last-Minute-Ankömmlinge 10 Euro zahlen. Die Gebühr gilt zwischen 8:30 und 16:00 Uhr für Nichtansässige über 14 Jahren, die nicht übernachten; Hotelgäste zahlen bereits eine separate Touristensteuer von einigen Euro pro Nacht. Wer nicht zahlt, riskiert Geldstrafen von 50 bis 300 Euro.
Wirksamkeit und Kritik
Erste Daten deuten darauf hin, dass der niedrigere Satz Touristen nicht abschreckt. Die Stadtverwaltung berichtet, dass in diesem Jahr an 42 Gebührentagen 268.000 Tickets zum vollen Preis von 10 Euro verkauft wurden, verglichen mit 245.000 zum ermäßigten Satz von 5 Euro, was darauf hindeutet, dass viele Besucher den höheren Preis akzeptieren. Der Tourismusstadtrat Michele Zuin räumte ein, dass die geringe Spanne wenig Auswirkungen habe.
„Zwischen fünf und zehn Euro gibt es keinen großen Unterschied. Wenn der Unterschied größer wäre, wäre die Wirkung eine andere.“
Die Einnahmen sind dennoch gestiegen: Die Gemeinde nahm im ersten Jahr 2,4 Millionen Euro und im Jahr 2025 5,4 Millionen Euro ein, bei Verwaltungs- und Personalkosten von knapp unter 3 Millionen Euro in diesem Jahr. Kritiker argumentieren jedoch, dass die Gebühr die Überfüllung nicht verringere, und fordern stattdessen eine umfassende Tourismuspolitik. Einige Vertreter der Hotellerie, darunter der Chef von Confcommercio, Roberto Panciera, drängen auf eine ganzjährige Eintrittskarte, um die Instandhaltungskosten der UNESCO-geschützten Stadt zu decken.
- 2024
- 2.4 Mio. EUR
- 2025
- 5.4 Mio. EUR
Daten aus dem Artikeltext
Rechtliche und politische Hürden
Da die Eintrittsgebühr im Rahmen einer Gemeindeverordnung eingeführt wurde, die eine durch ein nationales Gesetz festgelegte Obergrenze respektieren musste, bedarf jede Erhöhung der Zustimmung der Regierung in Rom. Der Verfassungsrechtler Ludovico Mazzarolli warnte in der Corriere della Sera, dass eine 50-Euro-Gebühr als Einschränkung der Freizügigkeit interpretiert werden könnte. Venturini hatte bereits während seines Wahlkampfs signalisiert, dass er sich für einen höheren, stärker differenzierten Tarif einsetzen werde, um Kurzbesuche zu unterbinden, die ohne Übernachtungseinnahmen zu Gedränge führen.
Globaler Kontext
Venedig ist nicht allein mit dem Experimentieren von Eintrittsgebühren für Touristen. Das Schweizer Dorf Iseltwald verlangt 5 CHF für den Zugang zu einem Seeufersteg, der nach seinem Auftritt in einer koreanischen Netflix-Serie zu einem Selfie-Hotspot wurde, und die toskanische Insel Giglio führte im Frühjahr 2023 eine tägliche Besuchergebühr von 3 Euro ein. Die Debatte in Venedig entfaltet sich, während die italienische Sommersaison intensiver wird und andere Reiseziele die Ergebnisse des Experiments der Stadt beobachten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- newsORF.atVerfünffachung: Vorstoß für 50 Euro Eintritt in Venedig
- Deutsche WellePrefeito de Veneza quer aumentar taxa de entrada para 50 €
- wnp.plWłochy: Nowy burmistrz Wenecji proponuje podnieść opłatę za wstęp do miasta do 30-50 euro
- ABC TU DIARIO EN ESPAÑOLEl nuevo alcalde de Venecia quiere subir el precio de entrada a la ciudad a 50 euros
- Simone Venturini
- Bürgermeister von Venedig, gewählt im Mai 2026, ehemaliger Tourismusstadtrat
- Luigi Brugnaro
- Ehemaliger Bürgermeister von Venedig für über zehn Jahre, Venturinis Vorgänger
- Michele Zuin
- Tourismusstadtrat von Venedig
- Sergio Mattarella
- Präsident von Italien
- Ludovico Mazzarolli
- Verfassungsrechtler, der vor rechtlichen Problemen einer 50-Euro-Gebühr warnte
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