KI-generiert·Mehr erfahren
© ANSA.it
Wahlen·vor 3 Std.

Futuro Nazionale zieht mit der Lega bei 5,3 % gleich: Vannacci verändert die italienische Rechte

Die Partei Futuro Nazionale von Roberto Vannacci hat laut einer SWG-Umfrage für La7 mit 5,3 % zu Matteo Salvinis Lega aufgeschlossen. Dies markiert einen weiteren Rückgang für die etablierten rechten Parteien und einen steilen Aufstieg der neuen Bewegung des ehemaligen Generals.

Die Zahlen, die die Rechte erschütterten

Futuro Nazionale, die von dem ehemaligen General Roberto Vannacci gegründete Partei, legte in der wöchentlichen SWG-Umfrage (Erhebungszeitraum 10.–15. Juni) um einen halben Prozentpunkt auf 5,3 % zu – exakt der Wert, der auch für Matteo Salvinis Lega gemessen wurde, die 0,3 Punkte verlor. Das Unentschieden krönt einen rasanten Aufstieg: Vannaccis Bewegung war vor wenigen Monaten kaum wahrnehmbar und droht nun, eine der drei Säulen der Mitte-Rechts-Koalition zu überholen.

Giorgia Melonis Fratelli d'Italia bleibt die stärkste Partei des Landes, rutschte jedoch um 0,4 Punkte auf 27,9 % ab – der niedrigste SWG-Wert seit etwa einem Jahr. Seit einer Umfrage im Januar 2026 hat die FdI 3,2 Prozentpunkte verloren; ein Rückgang, der absolut gesehen sogar den Erosionsprozess der Lega übersteigt (die im gleichen Zeitraum von 8 % auf 5,3 % fiel).

Was Vannaccis Sprung antrieb

Mehrere Medien verweisen auf zwei Ereignisse, die in den Erhebungszeitraum fielen: ein hochkarätiges Fernsehduell mit der Journalistin Lilli Gruber in der Talkshow Otto e mezzo sowie eine konstituierende Versammlung am vorangegangenen Wochenende in Rom. Beide Ereignisse sorgten für ein breites Medienecho und scheinen einen Teil der rechten Wählerschaft mobilisiert zu haben, der mit der Regierungskoalition unzufrieden ist.

Italienische Wahlabsichten (SWG, 15. Juni 2026) · %
Fratelli d'Italia
27.9 %
Partito Democratico
22.1 %
Movimento 5 Stelle
13.3 %
Forza Italia
7.2 %
Alleanza Verdi e Sinistra
6.5 %
Lega
5.3 %
Futuro Nazionale
5.3 %
Azione
3.5 %
Italia Viva
2.4 %
+Europa
1.6 %
Noi Moderati
1.1 %
Ora!
1 %
Andere
2.8 %

Das restliche Feld

Der Partito Democratico von Elly Schlein legte um 0,1 auf 22,1 % zu, während die Movimento 5 Stelle von Giuseppe Conte um 0,2 auf 13,3 % stieg. Forza Italia unter der Führung von Antonio Tajani gewann 0,2 Punkte auf 7,2 %. Die Alleanza Verdi e Sinistra blieb stabil bei 6,5 %. Azione (Carlo Calenda) verlor 0,1 auf 3,5 %, Italia Viva (Matteo Renzi) verharrte bei 2,4 % und +Europa legte um 0,1 auf 1,6 % zu. Noi Moderati fiel auf 1,1 % und Ora! hielt sich bei 1 %.

Eine konkurrierende Umfrage zeichnet ein anderes Bild

Die Agi/Youtrend-Supermedia, die Umfragen zwischen dem 28. Mai und dem 10. Juni aggregiert, zeichnet ein ähnliches Bild, jedoch mit anderen Größenordnungen. Sie sieht Fratelli d'Italia bei 28,3 % (minus 0,1), den PD bei 21,4 % (minus 0,8, das schlechteste Ergebnis der Partei seit den Europawahlen vor zwei Jahren), M5S mit einem Plus von 0,6 auf 12,9 %, Forza Italia bei 8 % (minus 0,2) und die Lega bei 6,7 % (minus 0,3). Futuro Nazionale liegt in dieser Aggregation mit 4,4 % (plus 0,4) niedriger, was einen Abstand von 2,3 Punkten zur Lega lässt, statt des von SWG gemessenen Gleichstands.

Koalitionsarithmetik

Laut der Supermedia hält das Mitte-links-Bündnis campo largo einen knappen Vorsprung von 44,7 % gegenüber der kombinierten Mitte-rechts-Koalition, die nur 0,5 Punkte dahinter liegt. Fratelli d'Italia ist weiterhin die dominierende Kraft, doch die sich verschiebenden Strömungen innerhalb der Rechten – insbesondere die Kannibalisierung der Lega-Stimmen durch Futuro Nazionale – schmälern den Vorsprung der Regierung. Beide Umfragen deuten darauf hin, dass die Rechte schneller an Stimmen verliert, als die Linke hinzugewinnt, wobei die unentschlossenen Wähler ein großer Block bleiben (27 % in der SWG-Umfrage, 1 Punkt weniger als in der Vorwoche).

Rom

4 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft