
Staatsanwalt legt abschließende Empfehlung im Mordprozess gegen Sifis Valyrakis vor
Ein griechischer Staatsanwalt legt am 8. September 2026 den offiziellen Vorschlag im Prozess gegen zwei Fischer vor, die beschuldigt werden, den ehemaligen Minister Sifis Valyrakis 2021 vor Eretria ermordet zu haben.
Staatsanwaltschaftlicher Antrag am gemischten Schwurgericht
Der Staatsanwalt des gemischten Schwurgerichts in Griechenland legt am 8. September 2026 die formelle Empfehlung zu den gegen zwei lokale Fischer erhobenen Mordanklagen im Zusammenhang mit dem Tod des ehemaligen Regierungsministers Sifis Valyrakis vor. Dieser Verfahrensschritt markiert eine Schlüsselphase des Prozesses, fast ein Jahr nach Beginn der Gerichtsverhandlungen. Valyrakis, ein Gründungsmitglied der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK), der während seiner politischen Karriere mehrere Ministerposten innehatte, starb am 24. Januar 2021 in den Gewässern vor Eretria. Der Staatsanwalt muss die Beweislage und Zeugenaussagen bewerten, um zu entscheiden, ob die Anklage wegen vorsätzlichen gemeinschaftlichen Totschlags in einem Zustand der Gemütsruhe aufrechterhalten wird.
- Der ehemalige Minister Sifis Valyrakis stirbt bei einem Speerfisch-Ausflug vor Eretria
- Das gemischte Schwurgericht beginnt die Verhandlungen wegen vorsätzlichen Totschlags gegen zwei Fischer
- Der Staatsanwalt legt den formellen Antrag zur Verurteilung der beiden Angeklagten vor
Anklagedetails und maritime Auseinandersetzung
Die formelle Anklage rekonstruiert die Ereignisse vom Sonntag, dem 24. Januar 2021, als Valyrakis mit seinem Schlauchboot für einen Speerfisch-Ausflug in den Golf von Euböa segelte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entwickelte sich eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen Minister und zwei Brüdern, die in der Gegend ihr kommerzielles Fischereifahrzeug betrieben. Die Fischer sollen aggressive Manöver um das Schlauchboot herum durchgeführt haben, um dessen Navigation zu behindern, bevor sie den Streit zu körperlicher Gewalt eskalieren ließen.
Indem Sie mit Ihrem Fischerboot gefährliche Manöver um sein Schlauchboot herum ausführten, gerieten Sie in eine Auseinandersetzung mit ihm und schlugen ihn dann mit einem Holzstab mindestens zwei- bis dreimal auf den Oberkörper, sodass er gegen seinen Willen ins Meer fiel.
Die Anklage stellt weiter fest, dass die beiden Angeklagten, nachdem Valyrakis ins Wasser gefallen war und Verletzungen durch sich drehende Propeller erlitten hatte, flohen. Die Ermittler stellten fest, dass die Fischer abreisten, ohne Hilfe zu leisten oder die Küstenwache zu alarmieren, obwohl sie wussten, dass Such- und Rettungsaktionen im Gange waren.
Verteidigung behauptet völlige Unschuld
Während der gesamten Anhörungen haben die beiden Brüder alle Vorwürfe des vorsätzlichen Totschlags zurückgewiesen und jede Beteiligung an Valyrakis' Ertrinken bestritten. In ihren formellen Aussagen vor Gericht behaupteten beide Angeklagten, am Tag des Vorfalls nicht auf See gewesen zu sein. Die Verteidigung argumentierte, dass die von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Zeitleiste auf fehlerhaften Annahmen beruhe und dass keine physischen oder Zeugenbeweise die Brüder am genauen Ort der Auseinandersetzung platzieren. Die Verfahren im vergangenen Jahr waren von intensiven Wortwechseln zwischen dem Verteidigungsteam und den Anwälten der Zivilpartei geprägt, die die Familie Valyrakis vertreten, die maritime Aufzeichnungen und Zeugenaussagen vorlegten.
Politische Unterstützung und Familienkampagne
Die Familie von Sifis Valyrakis hat stets betont, dass der ehemalige Minister Opfer einer vorsätzlichen Straftat und nicht eines Bootsunfalls war. Während des langwierigen Prozesses haben zahlreiche ehemalige Kabinettsminister und prominente PASOK-Parteifunktionäre die Gerichtssitzungen besucht, um ihre Solidarität mit seinen Angehörigen zu zeigen. Auch der ehemalige griechische Ministerpräsident Antonis Samaras und seine Frau haben die Familie unterstützt; Samaras' Frau war regelmäßig im Gerichtssaal anwesend, zusammen mit der Witwe des Opfers, Mina Papatheodorou-Valyraki. Der Abschluss der Ausführungen des Staatsanwalts wird den Weg für die Plädoyers der Verteidigung und die anschließende Urteilsverkündung durch Richter und Geschworene ebnen.

