Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security) hat die zivilen Bundesbehörden angewiesen, DeepSeek-Produkte aus ihren IT-Systemen zu entfernen und keine neuen mehr zu beschaffen. Der Hinweis wurde am Montag, 19. Oktober, im Federal Register veröffentlicht, die Anordnung selbst ist jedoch auf den 24. Juli datiert und wurde von Heimatschutzminister Markwayne Mullin unterzeichnet. Die Beschränkung trat Ende Juli in Kraft, sodass die Behörden bereits vor der öffentlichen Bekanntmachung daran gebunden waren. Die Anordnung erfasst auch Werkzeuge anderer Unternehmen, die auf DeepSeeks KI-Modellen aufbauen, und schließt das chinesische Unternehmen von öffentlichen Aufträgen aus. Sie stützt sich auf ein Gesetz zur Sicherheit der Lieferkette aus dem Jahr 2018, das der Regierung erlaubt, riskante Anbieter aus der Beschaffung auszuschließen.
Die Anordnung gilt für zivile Behörden und erfasst damit weder das Militär noch die Nachrichtendienste; das Verteidigungsministerium ist ausgenommen. Zivile Stellen wie die Umweltbehörde EPA und die Federal Communications Commission müssten DeepSeek-Produkte abstoßen und bereits vorhandene entfernen. Das Ministerium beschrieb das Risiko als mögliche Weitergabe sensibler Daten von US-Regierungsbediensteten und Auftragnehmern an die chinesische Regierung. Es erklärte zudem, das Unternehmen sammle große Mengen an Nutzerdaten, die nach chinesischen Sicherheitsgesetzen an Peking weitergegeben werden könnten, und die Modelle brächten mehrere Bedrohungsvektoren mit sich und könnten Schadsoftware oder Sicherheitslücken verbergen. Die Bekanntmachung selbst nennt die genauen Sicherheitsbedenken nicht, sodass die meisten der angeführten Begründungen allgemein bleiben.
Mehrere Regierungsstellen hatten DeepSeek bereits vor dieser Anordnung eingeschränkt. Eine IT-Agentur des Pentagon sperrte den Chatbot im Januar 2025, und die Marine untersagte im selben Monat die interne Nutzung. Marine und Handelsministerium haben die Werkzeuge zudem auf Dienstgeräten verboten, und New York, Tennessee und Virginia haben ähnliche Schritte unternommen. Die tschechische Regierung verbot 2025 auf Anraten des Nationalen Amts für Cybersicherheit und Informationssicherheit (NÚKIB) die Nutzung sämtlicher DeepSeek-Produkte in der Staatsverwaltung.
Im Juni verzichtete das Weiße Haus darauf, DeepSeek und mehr als 100 weitere chinesische Firmen auf eine US-Handelssperrliste zu setzen, obwohl ein Gremium von Beamten sie für die Listung freigegeben hatte.
Die Rivalität hinter der Anordnung wird von Vorwürfen des Kopierens geprägt. Im Februar teilte OpenAI den US-Abgeordneten mit, DeepSeek habe mit Distillation – einer Methode, bei der ein kleineres Modell von einem größeren lernt – seinen Chatbot R1 aufgebaut. Anthropic und OpenAI, die beide in den kommenden Monaten an die Börse gehen sollen, haben zudem erklärt, einige chinesische KI-Firmen, darunter DeepSeek, hätten ihre Modelle im Kern kopiert. Der Technologiebeauftragte des Weißen Hauses, Michael Kratsios, schrieb Anfang des Jahres in einem internen Memo, amerikanische KI-Firmen würden böswillig ausgebeutet, vor allem von Konkurrenten in China. Peking hat die Vorwürfe zurückgewiesen, und die chinesische Botschaft in Washington reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Präsident Donald Trump sagte am Montag, die USA seien China bei dem, was er Superintelligenz nennt, weit voraus, und er lehne staatliche Regulierung der KI ab, weil sie diesen Vorsprung schützen würde.
DeepSeek ist seit der ersten öffentlichen Veröffentlichung im Jahr 2025 schnell gewachsen, und die kostenlose Chatbot-App zählt zu den meistgeladenen Apps im App Store von Apple. US-Unternehmen wie Snowflake, Vercel und OpenRouter bauen DeepSeek-Modelle in ihre Angebote für Kunden ein. Das neueste Modell, V4.1-Flash-1017, erschien wenige Tage vor der Anordnung, und das Unternehmen bezeichnet es als intelligenter, schneller und effizienter. Start-ups greifen zu offenen Modellen, weil die Nutzung von DeepSeek nur einen Bruchteil dessen kostet, was geschlossene Modelle von Google, Anthropic und OpenAI verlangen. DeepSeek äußerte sich nicht zu der Anordnung, und die chinesische Botschaft hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht geantwortet.
Dieser Artikel gehört zu einem Strang
Was sich seit diesem Eintrag geändert hat:
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützenDiplomatie · Washington
Das Heimatschutzministerium hat die zivilen Bundesbehörden angewiesen, DeepSeek-Produkte aus ihren Systemen zu entfernen und keine neuen mehr zu beschaffen. Die Anordnung wurde am Montag, 19. Oktober, veröffentlicht. Die Beschränkungen erfassen auch Werkzeuge anderer Unternehmen, die auf DeepSeeks Modellen aufbauen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Aktuálně.cz, BBC, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht .