
USA und Frankreich erreichen Finale der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen mit Halbfinalsiegen in Berlin
Die Vereinigten Staaten besiegten Spanien mit 76:66 und Frankreich bezwang Deutschland mit 86:64 in Berlin und ermöglichen damit ein erneutes Duell um die Goldmedaille der Olympischen Spiele 2024.
USA müht sich an Spanien vorbei ins Finale
Die US-amerikanische Basketballnationalmannschaft der Frauen sicherte sich am Samstag mit einem 76:66-Sieg gegen Spanien in der Uber Arena in Berlin den Einzug ins WM-Endspiel. Spanien kontrollierte das Tempo im ersten Viertel und profitierte von der schwachen Distanzwurfausbeute der Amerikanerinnen. Die USA eroberten die Führung bis zum Ende des ersten Viertels zurück und wehrten wiederholte spanische Vorstöße ab, obwohl der Spielstand mit 58:58 ins Schlussviertel ging. Einzelaktionen in den letzten Minuten ermöglichten es den Amerikanerinnen, ihre Führung zu behaupten und ihre Turniersiegesserie auf 34 Spiele auszubauen – die letzte Niederlage datiert aus dem Halbfinale 2006 gegen Russland.
Breanna Stewart führte die USA mit 16 Punkten und sechs Rebounds an, Kahleah Copper erzielte 13 Punkte und Jackie Young steuerte 12 bei. Für Spanien war Iyana Martín, an siebter Stelle im WNBA-Draft 2026 von den Portland Fire ausgewählt, mit 17 Punkten die beste Werferin, gemeinsam mit Maria Conde von den Toronto Tempo, die ebenfalls 17 Punkte erzielte. Der Endstand von zehn Punkten Differenz markierte den knappsten WM-Halbfinalsieg der USA seit 2010 (damals 12 Punkte gegen Australien) und war das engste Spiel gegen Spanien seit 1998.
- Gabby Williams (FRA)
- 22 Punkte
- Iyana Martín (ESP)
- 17 Punkte
- María Conde (ESP)
- 17 Punkte
- Breanna Stewart (USA)
- 16 Punkte
- Kahleah Copper (USA)
- 13 Punkte
- Jackie Young (USA)
- 12 Punkte
Frankreich setzt sich gegen Gastgeber Deutschland durch
Frankreich erreichte am Samstag erstmals in seiner Verbandsgeschichte das WM-Finale und besiegte Gastgeber Deutschland mit 86:64. Vor 12.650 Zuschauern in Berlin blieb die Begegnung bis zur Halbzeit eng, Deutschland lag nach dem ersten Viertel nur mit zwei Punkten zurück. Frankreich startete mit neun Punkten in Folge in die zweite Hälfte, baute den Vorsprung auf 16 Punkte aus und nutzte dabei eine Rotation mehrerer WNBA-Spielerinnen, um das Spielgeschehen zu kontrollieren.
Deutschland startete im Schlussviertel eine Aufholjagd: Alexis Peterson und Emily Bessoir trafen Dreipunktwürfe und verkürzten den Rückstand auf acht Punkte. Frankreich antwortete in den Schlussminuten mit einem 12:0-Lauf, angeführt von Gabby Williams, Marine Johannes und Janelle Salaun, und sicherte sich den Sieg. Williams war mit 22 Punkten, fünf Rebounds, fünf Assists und vier Steals die beste Spielerin der Partie und hält Frankreich im Turnier weiter ungeschlagen.
- Frankreich
- 86 Punkte
- Deutschland
- 64 Punkte
- Vereinigte Staaten
- 76 Punkte
- Spanien
- 66 Punkte
Rückkampf um Gold in Berlin
Die Halbfinalergebnisse vom Samstag bescheren am Sonntag ein Wiedersehen zwischen den USA und Frankreich im WM-Endspiel in Berlin. Das Aufeinandertreffen folgt auf ihr Goldmedaillenduell bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, das die USA mit 67:66 für sich entschieden. Die USA gehen als Titelverteidiger in das Endspiel und wollen eine Serie von vier WM-Titeln in Folge sowie acht olympischen Goldmedaillen in Folge verteidigen – in beiden Wettbewerben haben sie seit 20 Jahren kein Spiel mehr verloren.
Für Frankreich bedeutet der Finaleinzug mindestens die Silbermedaille und damit die beste Platzierung der Verbandsgeschichte bei einer WM – zuvor war der dritte Platz beim ersten Turnier 1953 in Chile der größte Erfolg. Deutschland und Spanien spielen am Sonntag um Bronze. Deutschland stand erstmals als wiedervereinigtes Land im Halbfinale, nachdem im Viertelfinale Europameister Belgien ausgeschaltet wurde. Spanien strebt seine vierte WM-Medaille an (Silber 2014, Bronze 2010 und 2018).

