
USA feuern Hellfire-Raketen auf Frachtschiff ab, das Iran-Blockade durchbricht
Ein Hubschrauber der US-Marine feuerte am Dienstag zwei Hellfire-Raketen auf das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff Vela Nova im Golf von Oman ab und deaktivierte dessen Steuerung, nachdem die Besatzung Warnungen ignoriert hatte. Alle 17 Besatzungsmitglieder sind in Sicherheit.
Angriff auf die Vela Nova
Ein Hubschrauber der US-Marine feuerte am Dienstag zwei Hellfire-Raketen auf das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff Vela Nova im Golf von Oman ab, nachdem das Schiff versucht hatte, in Richtung eines iranischen Hafens zu fahren und damit die amerikanische Seeblockade zu durchbrechen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, der Angriff habe den Maschinenraum des Schiffes getroffen und dessen Steuerung deaktiviert, und behauptete, die Besatzung habe „wiederholte Warnungen der amerikanischen Streitkräfte ignoriert“. Die österreichische Quelle identifizierte den Hubschrauber als MH-60. Der Vorfall ereignete sich vor Tagesanbruch, etwa 71 Seemeilen (ca. 130 km) vor der Küste Pakistans, als das Schiff westwärts durch den Golf von Oman fuhr.
Das maritime Sicherheitsunternehmen Vanguard gab eine erste Einschätzung des Angriffs.
Die Rakete hat das Schiff getroffen und einen Brand verursacht, der anschließend gelöscht wurde
Alle 17 Besatzungsmitglieder seien wohlauf und in Sicherheit, so Vanguard. Es wurden keine Opfer gemeldet, obwohl das Schiff offenbar versuchte, seine Besatzung nach dem Angriff auf ein anderes ziviles Schiff zu verlegen, so ein US-Beamter, der vom Wall Street Journal zitiert wurde. Die britische Seeverkehrsbehörde (UKMTO) hatte zuvor einen Vorfall im Golf von Oman gemeldet, bei dem ein Containerschiff und Streitkräfte beteiligt waren, ohne ein Land zu nennen.
Bilanz der Blockadedurchsetzung
CENTCOM erklärte, dass die US-Streitkräfte im Rahmen ihrer Blockade iranischer Häfen 55 Handelsschiffe außer Gefecht gesetzt, drei „nicht kooperative Schiffe“ außer Gefecht gesetzt und zwei geentert haben. Die USA verhängten Mitte Juli erneut ihre Seeblockade iranischer Häfen, nachdem ein Waffenstillstand im Zusammenhang mit einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) zwischen den USA und Iran vom Juni gescheitert war. Die Blockade soll Teheran Einnahmen aus Ölexporten entziehen; Schiffe dürfen sich iranischen Häfen nicht nähern oder diese verlassen. Das MoU sollte erneute Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden, die Zukunft der Sanktionen gegen Iran und dessen Atomprogramm einleiten und enthielt einen vorläufigen Plan für einen Fonds in Höhe von 300 Mrd. USD. Sowohl die Blockade als auch Irans Kontrolle über die Straße von Hormus waren im Rahmen des Juni-Abkommens aufgehoben worden.
- USA und Israel beginnen Krieg gegen Iran
- US-Iran-MoU unterzeichnet, einschließlich 300-Mrd.-USD-Fonds; drei indische Seeleute bei Blockadedurchsetzung getötet
- USA verhängen erneut Seeblockade iranischer Häfen; 13-tägige Eskalation folgt
- Trump fordert Reparationen von Iran für 50 Jahre Schaden
- US-Hubschrauber feuert Hellfire-Raketen auf Vela Nova im Golf von Oman
Diplomatische Sackgasse
Bemühungen, zu einer Einigung zurückzukehren, haben kaum Fortschritte gebracht. Am Montag forderte Trump von Iran Reparationen für „50 Jahre“ Schaden. Teheran hatte zuvor gefordert, dass Wiederaufbaumittel Teil eines jeden Abkommens sein sollten. Iran konzentriert seine diplomatischen Bemühungen auf direkte Gespräche mit Oman, um neue Schifffahrtswege in der Straße von Hormus festzulegen, durch die vor dem am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg 20 Prozent des weltweiten maritimen Handels mit fossilen Brennstoffen abgewickelt wurden. Der Konflikt wird durch Angriffe der im Jemen ansässigen Huthi auf Schiffe in der Bab al-Mandab-Straße, einer weiteren wichtigen Handelsroute in der Region, weiter erschwert.
- Außer Gefecht gesetzte Handelsschiffe
- 55 Schiffe
- Außer Gefecht gesetzte nicht kooperative Schiffe
- 3 Schiffe
- Geenterte Schiffe
- 2 Schiffe
Bisherige Opfer und Eskalationsmuster
Im Juni wurden drei indische Seeleute bei einer US-Operation zur Durchsetzung der Blockade getötet, so ein indischer Beamter. Dies waren die ersten gemeldeten Todesfälle bei den amerikanischen Bemühungen, Iran Einnahmen aus Ölexporten zu entziehen und Teheran zu einem Abkommen zu drängen. Die Kampagne zur Durchsetzung der Blockade hat zu wiederholten Vorfällen geführt, bei denen Schiffe beschossen oder zum Kurswechsel gezwungen wurden. Der jüngste Angriff auf die Vela Nova folgt auf eine 13-tägige Eskalation im Juli, wobei die Angriffe seitdem weitgehend pausiert haben.


