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Diplomatie·vor 3 Std.

Hegseth ordnet Überprüfung der US-Truppen in Europa an, bezeichnet NATO als „Papiertiger“ – sofortige Kürzungen treten in Kraft

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte eine sechsmonatige Überprüfung der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa an und forderte ein „NATO 3.0“-Bündnis, während sofortige Pentagon-Kürzungen für die europäische Verteidigung in Kraft traten, wie NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte.

Bei einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel am Donnerstag eröffnete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth eine neue Breitseite gegen die europäischen Verbündeten und beschuldigte sie, auf amerikanischer Militärmacht zu schmarotzen. Er kündigte eine sechsmonatige Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa an und sagte, das Bündnis müsse sich in ein „NATO 3.0“ verwandeln, das Europa die Verantwortung für seine eigene konventionelle Verteidigung übertrage.

Sofortige Kürzungen treten in Kraft

NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte, dass die Kürzungen der US-Fähigkeiten, die den NATO-Planungsinstrumenten zugeordnet sind, nun in Kraft sind. Die den Verbündeten am 22. Mai mitgeteilten und Anfang Juni detaillierten Kürzungen betreffen eine Trägerkampfgruppe, Tankflugzeuge und Dutzende von Kampfjets, die Washington nicht länger in Bereitschaft für die europäische Verteidigung halten wird. Rutte betonte, dass im Falle eines tatsächlichen Krieges alle Verbündeten, einschließlich der Vereinigten Staaten, dennoch „alles geben“ würden.

Wenn es einen Krieg gäbe, würden wir alle alles geben, um sicherzustellen, dass wir Krieg führen können.

Hegseths „Papiertiger“-Angriff und der Vorstoß für NATO 3.0

Hegseth nahm kein Blatt vor den Mund.

Zu lange war die NATO ein Papiertiger und eine Einbahnstraße.

Er sagte, die USA würden nicht länger mehr für die Bündnisverteidigung zahlen als die Verbündeten selbst, und die amerikanischen Beiträge würden davon abhängig gemacht, dass andere ihre Ausgabenzielvorgaben erfüllen. Seine Vision von „NATO 3.0“ sei ein klassisches Abschreckungsbündnis, in dem Europa die Führung auf seinem Kontinent übernehme, während sich die USA auf den Indopazifik ausrichteten. Er wies darauf hin, dass die USA planen, im Jahr 2027 rund 1,5 Billionen US-Dollar in ihr eigenes Militär zu investieren, und nannte dies ein „Arsenal der Freiheit“, das zuerst Amerika schütze, aber auch die Verbündeten stärke.

Europäische Verbündete bitten um Zeit

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius rief zu einem geordneten Übergang auf, räumte die Lücken ein, warnte aber davor, dass ein zu schneller Rückzug gefährlich sein könnte.

Insgesamt werden wir viel kompensieren können, aber wir brauchen mehr Zeit.

EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius forderte mehr Klarheit aus Washington über Umfang und Tempo der Ressourcenverlagerung. Die Verbündeten sollen ihre Wiederaufrüstungsbemühungen vor einem NATO-Gipfel in der Türkei in etwa drei Wochen diskutieren.

Der Iran-Test und die Indopazifik-Wende

Hegseth führte die Zurückhaltung vieler europäischer Hauptstädte, die USA bei den jüngsten Angriffen auf den Iran zu unterstützen, als Beweis dafür an, dass die Verbündeten einen entscheidenden Test nicht bestanden hätten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Operation öffentlich in Frage gestellt und vor der Schwierigkeit gewarnt, sich aus solchen Konflikten zu befreien. Als Reaktion darauf sagte Hegseth, die USA könnten nicht länger garantieren, dass Stützpunkte und Überflugrechte vorhersehbar verfügbar seien. Das Pentagon besteht darauf, dass es Mittel für einen möglichen Konflikt mit China freisetzen müsse, den die Trump-Administration als die größere langfristige Herausforderung betrachtet.

Brüssel

8 Quellen

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