US-Kerninflation kühlt auf 3,0 % ab – Märkte nehmen Wetten auf Fed-Zinserhöhung im Oktober zurück
Der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben stieg im August um 3,0 % im Jahresvergleich. Daraufhin senkten Händler ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober, während Risiken bei der Dieselversorgung bestehen bleiben.
Handelsministerium meldet Kerninflation von 3,0 % beim PCE-Index
Das US-Handelsministerium meldete am Mittwoch, dass der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben im Jahresvergleich um 3,0 % gestiegen ist. Der Inflationswert fiel niedriger aus als erwartet und bestätigte, dass sich der Preisauftrieb im August landesweit abgeschwächt hat. Die Verlangsamung des PCE-Maßes ging mit Hinweisen auf eine solide wachsende Wirtschaft im gesamten zweiten Quartal einher. Dieses Quartalswachstum wurde vor allem von robusten Konsumausgaben der privaten Haushalte und umfangreichen Unternehmensinvestitionen in den Aufbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz getragen. Selbst mit der im August beobachteten Mäßigung warnen Ökonomen, dass der Preisdruck anhalten und nicht weiter nachlassen könnte. Dan Burns, US-Chefvolkswirt von Reuters, erklärte, dass kurzfristige Verbesserungen der Inflationsentwicklung zweifelhaft blieben.
es wird kurzfristig wohl nicht besser werden
Händler reduzieren Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im Oktober
Nach der Veröffentlichung des Handelsministeriums schraubten die Finanzmarktteilnehmer ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve bei ihrer kommenden Sitzung im Oktober rasch zurück. Der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben gilt als das bevorzugte Inflationsmaß der Notenbank, und seine geringer als erwartete Beschleunigung veränderte die geldpolitischen Prognosen. Die Anleger passten ihre Basiserwartung an und rechneten nun mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 50 % für eine Zinserhöhung durch die Währungshüter im Oktober. Aus Zinsswaps abgeleitete Kurse zeigten, dass Händler am Mittwoch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 36 % für eine Zinserhöhung errechneten. Breitere Marktmaße preisten eine Wahrscheinlichkeit von 43 % für eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt ein – ein deutlicher Rückgang gegenüber Wahrscheinlichkeiten von über 70 %, die zu Wochenbeginn verzeichnet worden waren. Die Neubewertung durch den Markt gewann nach Äußerungen von John Williams, Präsident der Fed von New York, zum weiteren Zinspfad an Dynamik.
- Zinsswaps (Bloomberg)
- 36 %
- Bepreisung einer Erhöhung um einen Viertelpunkt (WSJ)
- 43 %
Renditen von Staatsanleihen schwanken, kurzfristige Zinsen geben nach
Die unerwartet niedrige Inflationszahl stützte US-Staatsanleihen im Handel am Mittwoch spürbar. Die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen gaben nach, da die Anleger ihre Erwartungen an kurzfristige Zinserhöhungen der Notenbank zurücknahmen. Im Gegensatz dazu blieben die Renditen langfristiger Treasurys im Handelsverlauf weitgehend stabil, was das stetige Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal und anhaltende Unternehmensausgaben widerspiegelte. Die Divergenz zwischen kurzen Laufzeiten und langfristigen Schuldtiteln führte an den Handelstischen für festverzinsliche Wertpapiere zu schwankenden Renditebewegungen. Die Marktteilnehmer wogen die Erleichterung über die nachlassende Kerninflation im August gegen die anhaltende wirtschaftliche Dynamik ab, die von robustem Konsum und Investitionen in KI-Infrastruktur ausgeht.
Engpässe am Dieselmarkt gefährden den Inflationsausblick
Trotz der Abschwächung der Inflation im August drohen Entwicklungen am globalen Energiemarkt die jüngsten Fortschritte zunichtezumachen, wobei Dieselkraftstoff das Hauptrisiko darstellt. Hohe Dieselpreise belasten weiterhin die globalen Lieferketten und haben Bedenken über ein mögliches US-Dieselausfuhrverbot geweckt. Die Raffinerienetze weisen starke geografische Unterschiede bei der Auslastung auf. US-Ölraffinerien laufen mit 97 % ihrer Höchstleistung und verfügen damit über kaum überschüssige Kapazitäten, um die heimische Kraftstoffversorgung zu erhöhen. Chinesische Raffinerien hingegen arbeiten nur mit 75 % ihrer Höchstkapazität und halten damit erhebliche Reservekapazitäten vor, nachdem China zu Beginn dieses Jahres mit Kürzungen seiner Rohölimporte dazu beigetragen hatte, die Rohölpreise niedrig zu halten. Theoretisch hat China die Kapazität, erhebliche Dieselmengen auf den internationalen Markt zu bringen und die hohen Preise zu dämpfen. In der Praxis bleibt Pekings Fähigkeit, den globalen Dieselpreisdruck zu mildern, jedoch begrenzt.
- Vereinigte Staaten
- 97 %
- China
- 75 %
