
US-Dieselpreise erreichen Rekord von 5,85 $ pro Gallone aufgrund von Störungen im Nahen Osten und in Russland
Der Dieselkraftstoff im Einzelhandel in den Vereinigten Staaten erreichte einen Rekord von 5,85 $ pro Gallone, da der Krieg mit dem Iran und Raffineriestreiks in Russland die globalen Kraftstoffvorräte vor den Zwischenwahlen im November verknappten.
Rekord-Kraftstoffpreise an der Zapfsäule
Die durchschnittlichen Dieselpreise im Einzelhandel in den Vereinigten Staaten erreichten Anfang September 2026 einen neuen Rekord und übertrafen die bisherigen Höchststände aus der internationalen Energiekrise von 2022. Überwachungsdaten des Kraftstoffverfolgungsdienstes GasBuddy zeigten, dass der nationale Durchschnittspreis für Diesel am Nachmittag des Donnerstags, 3. September 2026, bei 5,820 $ pro Gallone lag. Dieser Wert übertraf den bisherigen Rekord von 5,819 $ pro Gallone vom 17. Juni 2022 unter dem ehemaligen Präsidenten Joe Biden, der während der wirtschaftlichen Erholung nach der Covid-Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine aufgetreten war. Parallel dazu erhobene Daten des American Automobile Association zeigten einen noch steileren Anstieg und verzeichneten einen landesweiten Zapfsäulenpreis von 5,850 $ pro Gallone (entspricht etwa fünf Euro für eine 3,8-Liter-Gallone) am 3. und 4. September 2026. Der Rohstoff dient als Hauptkraftstoff für den Schwertransport, gewerbliche Lkw-Flotten und landwirtschaftliche Traktoren in den gesamten Vereinigten Staaten.
- 17. Juni 2022
- 5.819 $/gal
- 3. September 2026 (GasBuddy)
- 5.82 $/gal
- 4. September 2026 (AAA)
- 5.85 $/gal
Eskalierender Konflikt und internationale Angebotsengpässe
Der Preisanstieg spiegelt eine sich verschärfende globale Angebotsverknappung wider, die durch gleichzeitige militärische Konflikte und Störungen in der Rohölverarbeitung verursacht wird. Ein zentraler Treiber der Marktverknappung ist der anhaltende Krieg und die erneuten Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die den maritimen Erdöltransport aus dem Nahen Osten gestört und die Transitinstabilität in der gesamten Straße von Hormus verlängert haben. In Osteuropa haben ukrainische Militärschläge auf russische Raffinerien wiederholt Schäden an der Kraftstoffverarbeitungsinfrastruktur verursacht, wodurch die russische Dieselproduktion und die Exportmengen auf den Weltmärkten reduziert wurden. Verstärkt durch inländische Raffinerie-Engpässe und steigende Rohölbeschaffungskosten haben diese internationalen Angebotsstörungen die US-Einzelhandelsdieselpreise in den letzten 12 Monaten um fast 60 Prozent in die Höhe getrieben.
Wirtschaftliche Übertragung und breiter Inflationsdruck
Da Diesel als grundlegender Kraftstoff für den Industrietransport, schwere Maschinen und landwirtschaftliche Lieferketten dient, führen höhere Zapfsäulenpreise schnell zu erhöhten gewerblichen Betriebskosten. Gewerbliche Frachtbetreiber und landwirtschaftliche Erzeuger stehen vor steigenden Kraftstoffausgaben, die direkt über die Vertriebsnetze in die Groß- und Einzelhandelspreise einfließen. Erhöhte Dieselkosten drohen, die energiegetriebene Inflation in weiten Teilen der US-Wirtschaft zu beschleunigen, zu einer Zeit erhöhter Verbrauchersensibilität gegenüber Rohstoffpreisen. Die daraus resultierenden Vertriebsengpässe und Frachtzuschläge erzeugen breite betriebliche Gegenwinde für inländische Lieferketten, Frachtführer und Industriehersteller.
Politische Konsequenzen für die Zwischenwahlen im November
Der neue Kraftstoffpreisrekord hat direkte Auswirkungen auf die Innenpolitik der Vereinigten Staaten vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November 2026. Die steigenden Kosten für gewerbliche und private Kraftstoffe erzeugen politischen Druck auf die Regierung von Präsident Donald Trump, die ihre Energiepolitik konsequent als Kernsäule ihrer wirtschaftspolitischen Plattform präsentiert hat. Anhaltende Energieinflation hat historisch gesehen die Wählerstimmung bei nationalen Wahlkämpfen beeinflusst und die öffentliche Bewertung der wirtschaftlichen Führung der Regierung geprägt. Da die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses bei den bevorstehenden Novemberwahlen umkämpft ist, stellen steigende Kraftstoffkosten im Einzelhandel eine erhebliche Herausforderung für republikanische Kandidaten dar, die versuchen, ihre gesetzgeberischen Mehrheiten zu verteidigen und zu bewahren.


