
Neue Details zu Tscheche in Haft in China während Okamura-Besuch in Peking; paralleler Spionagefall in Prag stockt
Außenminister Petr Macinka bestätigte, dass während des Treffens von Parlamentspräsident Tomio Okamura in Peking neue Informationen über einen in China festgehaltenen tschechischen Staatsbürger aufgetaucht sind, während ein paralleler Spionagefall gegen einen chinesischen Staatsangehörigen in Prag ungelöst bleibt.
Neue Informationen während Peking-Besuch
Während eines Treffens einer tschechischen Parlamentsdelegation unter Leitung von Parlamentspräsident Tomio Okamura in Peking sind neue Details über einen in China festgehaltenen tschechischen Staatsbürger aufgetaucht. Außenminister Petr Macinka bestätigte die Entwicklung am Freitag gegenüber Journalisten bei seiner Abreise von einem Kroatien-Besuch. Vizeaußenminister Jiří Brodský, der das Ministerium bei den Gesprächen in China vertritt, informierte Macinka über die Lage. Der Fall werde nun gemeinsam vom tschechischen Außen- und Justizministerium bearbeitet, so Macinka, der hinzufügte, dass er nach seiner Rückkehr weitere Einzelheiten mit Diplomaten besprechen werde. Die Informationen kamen während Okamuras Treffen mit Zhao Leji, dem Vorsitzenden des chinesischen Parlaments, am Donnerstag zutage.
Der tschechische Häftling in China
Der tschechische Staatsbürger wurde Ende Juni während einer privaten Reise nach China festgenommen, so Macinka. Peking ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Gefährdung der Staatssicherheit. Die Tschechische Republik steht seit seiner Festnahme in konsularischem Kontakt mit dem Mann. Tschechische Sicherheitskräfte schließen laut Deník N nicht aus, dass China versuchen könnte, ihn gegen einen chinesischen Staatsangehörigen auszutauschen, der derzeit in Tschechien wegen Spionagevorwürfen inhaftiert ist. Die Inhaftierung verschärfte die Spannungen kurz vor Okamuras Reise, die darauf abzielte, die Beziehungen zu verbessern, nachdem die neue tschechische Regierung im Dezember ihr Amt angetreten und einen pragmatischeren Kurs gegenüber Peking verkündet hatte.
Der parallele Spionagefall in Prag
Der chinesische Staatsangehörige, ein ehemaliger Prag-Korrespondent einer Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas, wurde zu Beginn des Jahres festgenommen und wegen unerlaubter Tätigkeit für eine fremde Macht angeklagt. Er ist die erste Person, die in Tschechien nach diesem Paragraphen verfolgt wird. Laut Seznam Zprávy lebte er seit Jahren im Land, und die tschechische Regierung hatte ihm wiederholt seine Presseakkreditierung verlängert. Sicherheitsbehörden werfen ihm vor, versucht zu haben, durch Interviews Informationen von tschechischen und slowakischen Politikern zu sammeln.
Im Juni ordnete das Prager Stadtgericht seine Freilassung an und gab den Fall zur weiteren Ermittlung an die Polizei zurück. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Beschwerde gegen die Entscheidung ein, sodass der Mann in Haft bleibt. Das Prager Obergericht hat drei Monate Zeit, über die Beschwerde zu entscheiden, mit einer Frist etwa Mitte September. Ermittler befürchten, dass der Verdächtige bei einer Freilassung nach China fliehen würde und der Fall damit faktisch beendet wäre, berichtete Deník N.
Diplomatischer Hintergrund und nächste Schritte
Okamuras Treffen mit Zhao Leji war Teil eines breiteren Versuchs, die tschechisch-chinesischen Beziehungen neu auszurichten. Laut der Nachrichtenagentur Xinhua lobte Zhao die 'positive und pragmatische' Politik der neuen tschechischen Regierung gegenüber China und äußerte die Zuversicht, dass die derzeit günstige Entwicklung der bilateralen Beziehungen anhalten werde. Okamura sagte Journalisten, dass er Zhao offiziell zu einem Besuch in Tschechien eingeladen habe. Die gleichzeitigen Inhaftierungsfälle bilden nun einen sensiblen Hintergrund für die diplomatischen Bemühungen. Macinka erklärte, er werde nach seiner Rückkehr von seinen Reisen die Einzelheiten der neuen Informationen mit Diplomaten besprechen, während die Entscheidung des Prager Obergerichts über die Haft des chinesischen Verdächtigen für Mitte September erwartet wird.
- Chinesischer Staatsangehöriger in Tschechien wegen Spionagevorwürfen festgenommen
- Prager Stadtgericht ordnet Freilassung an, gibt Fall an Polizei zurück
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- Frist für Prager Obergericht zur Entscheidung über Beschwerde der Staatsanwaltschaft


