Regierung · Budapest
Ungarns Tisza-Partei nominiert Orban-Kritiker András Baka für das Präsidentenamt
Ungarns regierende Tisza-Partei nominierte am Samstag András Baka, einen ehemaligen Obersten Gerichtshof-Präsidenten, der 2011 von Viktor Orbans Regierung abgesetzt wurde, für das Präsidentenamt. Das Parlament soll ihn am Dienstag wählen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Al Jazeera Online, tagesschau.de, NOS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Baka wird voraussichtlich am Dienstag vom Parlament gewählt, wo die Tisza eine Zweidrittelmehrheit hat; die erste Runde erfordert eine Zweidrittelmehrheit, eine zweite Runde 50 Prozent.
Baka wurde 2011 als Präsident des Obersten Gerichtshofs abgesetzt, nachdem er Orbans Justizreformen kritisiert hatte; der EGMR entschied 2016, dass seine Entlassung seine Rechte verletzte.
Die Nominierung folgt auf Tiszas ersten Versuch, das Präsidentenamt zu besetzen, bei dem Schachgroßmeisterin Judit Polgar nominiert wurde, die jedoch ablehnte.
Orbans Fidesz-Partei erklärte, sie werde die Abstimmung boykottieren und keinen Kandidaten aufstellen, und beschuldigte Tisza autoritärer Taktiken.
- 20.07.Parlament verabschiedet Verfassungsänderung zur Absetzung von Präsident Sulyok
- 8.08.Tisza nominiert Baka als Präsidenten
- 11.08.Parlament soll über Bakas Präsidentschaft abstimmen
Nominierung
Ungarns regierende Tisza-Partei nominierte am Samstag András Baka, einen ehemaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, als ihren Kandidaten für das Präsidentenamt des Landes. Die Nominierung, die von Ministerpräsident Péter Magyar auf Facebook bekannt gegeben wurde, erfolgte nach einer geheimen Abstimmung innerhalb der Fraktion der Partei nach Gesprächen mit zehn Kandidaten. Baka, von der Tisza als unabhängige Autorität beschrieben, deren Karriere sein Bekenntnis zur demokratischen Rechtsstaatlichkeit bewiesen habe, soll am Dienstag vom Parlament gewählt werden, wo die Tisza eine verfassungsmäßige Zweidrittelmehrheit besitzt. Die erste Runde der Abstimmung erfordert eine Zweidrittelmehrheit, während eine zweite Runde 50 Prozent der Stimmen benötigt. Die Nominierungsfrist endet am Montag um 10:00 Uhr.
Ein von Orban abgesetzter Richter
Baka wurde 2009 zum Präsidenten des Obersten Gerichtshofs gewählt und 2011, drei Jahre vor Ende seiner Amtszeit, abgesetzt, nachdem er Orbans Justizreformen öffentlich als Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit kritisiert hatte. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied 2016, dass seine Entlassung seine Rechte auf ein faires Verfahren und Meinungsfreiheit verletzte, ein Urteil, das Ungarn nach Angaben des Europarats nicht vollständig umgesetzt habe. Von 1991 bis 2008 war Baka zwei Amtszeiten als Richter am EGMR in Straßburg tätig. Er war 1990 und 1991 auch unabhängiger Abgeordneter im Parlament als Teil der MDF-Fraktion.
Tiszas institutionelle Überholung
Die Nominierung ist der jüngste Schritt in Magyars Bemühungen, Orbans Einfluss auf staatliche Institutionen abzubauen, seit Tiszas Wahlsieg im April Orbans 16-jährige Herrschaft beendete. Am 20. Juli nutzte das Parlament eine Verfassungsänderung, um den Orban-Ära-Präsidenten Tamás Sulyok abzusetzen, den Magyar eine "Marionette" Orbans nannte. Sulyok unterzeichnete die Änderung, die seine eigene Präsidentschaft beendete. Magyar hatte die Öffentlichkeit um Vorschläge gebeten und in einer Videobotschaft gesagt: "Lassen Sie uns die Entscheidung gemeinsam treffen." Das Präsidentenamt ist weitgehend zeremoniell, mit begrenzten Befugnissen, Gesetze zu vetoieren, Gesetze zur Überprüfung zu verweisen und Begnadigungen zu gewähren.
Zweiter Versuch
Die Nominierung ist Magyars zweiter Versuch, das Präsidentenamt zu besetzen. Sein erster Versuch, die Schachgroßmeisterin Judit Polgár zu nominieren, scheiterte, als Polgár ablehnte und sagte, sie fühle sich nicht berufen oder in der Lage, das höchste Staatsamt zu bekleiden. Die Tisza-Partei erklärte, es sei das erste Mal seit dem Systemwechsel, dass ein Kandidat "unabhängig von parteipolitischen Präferenzen" ausgewählt wurde.
Reaktion der Opposition
Fidesz, Orbans nun in der Opposition befindliche Partei, erklärte, sie werde die Abstimmung am Dienstag boykottieren und keinen Kandidaten aufstellen, und beschuldigte Tisza autoritärer Taktiken. Tisza weist die Vorwürfe zurück. Die Oppositionspartei Mi Hazank hat einen Kandidaten, den Anwalt Máté Tóth, aber es fehlen die 40 Abgeordneten, die für eine formelle Nominierung erforderlich sind. Der neu gewählte Staatschef tritt sein Amt am achten Tag nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses an.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Al Jazeera OnlineHungary nominates former Supreme Court chief Andras Baka for presidency
- tagesschau.deOrban-Kritiker Baka soll Ungarns neuer Präsident werden
- NOSRechter die door Orbán werd ontslagen nu voorgedragen als presidentskandidaat Hongarije
- newsORF.atUngarn: Orban-Kritiker soll Präsident werden
- András Baka
- Ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs von Ungarn, 2011 von Orbans Regierung abgesetzt, jetzt Kandidat der Tisza für das Präsidentenamt.
- Peter Magyar
- Ungarischer Ministerpräsident, dessen Tisza-Partei Baka für das Präsidentenamt nominierte.
- Viktor Orban
- Ehemaliger ungarischer Ministerpräsident, dessen 16-jährige Herrschaft nach Tiszas Wahlsieg im April endete.
- Tamas Sulyok
- Ehemaliger ungarischer Präsident und Orban-Verbündeter, der im Juli per Verfassungsänderung aus dem Amt entfernt wurde.
- Judit Polgar
- Ungarische Schachgroßmeisterin, die Tiszas erste Nominierung für das Präsidentenamt ablehnte.
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