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Diplomatie·vor 2 Std.

UN-Sicherheitsrat verlängert Afghanistan-Mission um ein Jahr und ordnet strategische Überprüfung an

Der Sicherheitsrat hat einstimmig für die Verlängerung der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) bis zum 17. Juni 2027 gestimmt und angesichts der Spannungen über die Taliban-Beschränkungen für Frauen und den Zugang für Hilfskräfte eine strategische Überprüfung angeordnet.

Das 15-köpfige Gremium verabschiedete am Montag die von China eingebrachte Resolution und verlängerte damit eine Mission, die seit 2002 besteht und humanitäre Hilfe, politischen Dialog sowie die Überwachung der Menschenrechte koordiniert.

Humanitäre Krise und Beschränkungen

Afghanistan steht vor einer der schwersten humanitären Notlagen weltweit. Seit der Machtübernahme in Kabul im Jahr 2021 haben die Taliban weitreichende Einschränkungen für Frauen und Mädchen verhängt, darunter Verbote in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Sport, was international auf breite Verurteilung stieß. Die Behörden haben zudem afghanischen Mitarbeiterinnen den Zutritt zu UN-Einrichtungen untersagt – eine Maßnahme, die mehrere Mitglieder des Sicherheitsrats die Taliban aufzuheben aufforderten.

Die Resolution zeigt die feste Unterstützung für die Arbeit der UNAMA.

Wir hoffen, dass die afghanische Regierung proaktivere Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte ergreifen wird, insbesondere der Rechte von Frauen, und ein Bild der Offenheit, Inklusivität und Verantwortung vermittelt.

Die Abstimmung und ihre Anforderungen

Die Resolution verlängert das Mandat der UNAMA bis zum 17. Juni 2027. Sie weist den UN-Generalsekretär zudem an, eine strategische Überprüfung der Mission durchzuführen und bis Ende März nächsten Jahres einen Bericht vorzulegen. Die Überprüfung war eine zentrale Forderung der Vereinigten Staaten, die zuvor auf eine kürzere, technische Verlängerung gedrängt hatten, um eine umfassendere Neubewertung der Prioritäten der Mission zu ermöglichen.

Zeitplan des UNAMA-Mandats
  1. Sicherheitsrat verlängert UNAMA-Mandat um drei Monate nach Forderung der USA nach einer Überprüfung
  2. Rat verlängert Mandat einstimmig bis zum 17. Juni 2027 und ordnet strategische Überprüfung an
  3. Frist für den Generalsekretär zur Vorlage des Berichts zur strategischen Überprüfung
  4. Auslaufen des UNAMA-Mandats

Frühere kurzfristige Verlängerung

Im März 2026 hatte der Rat nur eine dreimonatige Verlängerung gewährt, nachdem Washington argumentiert hatte, das Mandat bedürfe einer grundlegenden Neubewertung. Die US-Vertreterin Jennifer Locetta nannte die Obstruktion durch die Taliban, deren Anwendung von sogenannter „Geisel-Diplomatie“ durch die Inhaftierung unschuldiger Amerikaner sowie die Einschränkungen der Frauenrechte durch das Regime als Gründe für eine gründliche Überarbeitung.

Diplomatische Positionen

Chinas Botschafter begrüßte die einstimmige Abstimmung und forderte die Taliban auf, Rechte zu schützen und Offenheit zu zeigen. Die russische Vertreterin Anna Evstigneeva erklärte, Moskau habe die Idee einer strategischen Überprüfung akzeptiert, betonte jedoch, dass diese mit den afghanischen Behörden koordiniert werden müsse und sich auf humanitäre und entwicklungspolitische Bedürfnisse konzentrieren solle, nicht auf eine Aufsicht im Interesse westlicher Staaten.

Die US-Delegierte Locetta begrüßte den Plan zur Überprüfung und bestand darauf, dass die Taliban ihre Verpflichtungen zur Terrorismusbekämpfung erfüllen, die Menschenrechte achten und die Geisel-Diplomatie beenden müssten. Alle drei Diplomaten sprachen während der Sitzung des Sicherheitsrats.

Kabul · New York

4 Quellen

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