
Sprengsätze zielen auf Umspannwerk bei Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg
Polizei und Sprengstoffexperten wurden nach Turnow-Preilack in Brandenburg entsandt, nachdem Sprengsätze Freileitungen beschädigt hatten, die Strom aus dem Kohlekraftwerk Jänschwalde einspeisen.
Entdeckung und Polizeieinsatz
Die Brandenburger Polizei erhielt am 1. September 2026 kurz vor 08:00 Uhr einen Notruf, nachdem Mitarbeiter Schäden an Freileitungen eines Umspannwerks in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße festgestellt hatten. Einsatzkräfte erreichten die Anlage rund 40 Minuten später und bestätigten physische Schäden an der Ausrüstung. Die Beamten entdeckten mehrere improvisierte Spreng- und Brandsätze am Ort, was sofortige Alarmierung von Sprengstoffexperten zur Folge hatte. Die Landespolizei bestätigte, dass mindestens ein Sprengsatz detonierte, während mehrere andere nicht zündeten. Die Behörden erklärten, dass von dem Vorfall keine unmittelbare Gefahr für die Allgemeinheit ausging, und das Landeskriminalamt Brandenburg übernahm die Ermittlungen. Während frühe regionale Berichte auf den Einsatz von pyrotechnischen Raketen hindeuteten, erklärten Polizeisprecher, dass es sich bei den Gegenständen um nicht explodierte improvisierte Sprengsätze und nicht um kommerzielles Feuerwerk handelte.
Schäden am Umspannwerk und Netzstabilität
Die Anlage in Turnow-Preilack dient als zentrale Schaltstelle, die Strom aus dem benachbarten Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in das Hochspannungsübertragungsnetz einspeist. Jänschwalde ist das größte Kraftwerk in Brandenburg und verfügt über eine installierte Leistung von 1.500 Megawatt; es wurde zwischen 1976 und 1989 errichtet. Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz erklärte, dass unbekannte Täter in den Morgenstunden mehrere Freileitungen beschädigten. Der Schaden verursachte eine kurzzeitige Übertragungsunterbrechung, aber die Techniker stellten alle betroffenen Stromkreise wieder her, ohne dass es zu einem großflächigen Stromausfall kam. Der Kraftwerksbetreiber Leag gab an, dass Block B in Jänschwalde etwa zur gleichen Zeit eine technische Störung erlitt, weshalb Techniker prüften, ob die Detonation am Umspannwerk die Betriebsstörung verursacht hatte.
- Mitarbeiter entdecken Schäden an Freileitungen und alarmieren die Brandenburger Polizei.
- Einsatzkräfte treffen am Umspannwerk ein und entdecken improvisierte Sprengsätze.
- Netzbetreiber 50Hertz bestätigt, dass die beschädigten Leitungen ohne größeren Ausfall repariert sind.
Politische Reaktionen in Brandenburg
Regionale Spitzenpolitiker verurteilten das Ereignis als gezielten Angriff auf essentielle Energienetze. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte am Dienstag, die Landesregierung werde sich kriminellem Druck widersetzen.
Wer versucht, unsere kritische Infrastruktur zu sabotieren und das gesellschaftliche Leben lahmzulegen, greift uns alle an.
Dietmar Woidke bekräftigte, dass sich die Behörden durch illegale Aktionen gegen Versorgungsnetze nicht einschüchtern ließen. Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach äußerte ähnliche Besorgnis über die Bedrohung der regionalen Versorgungssicherheit.
Wer kritische Infrastruktur beschädigt, gefährdet Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit, Vertrauen und letztlich die Gesundheit und das Leben von Menschen.
Regionaler Sicherheitskontext
Die Polizei bestätigte, dass bei der Detonation und den anschließenden Einsatzmaßnahmen keine Verletzten zu beklagen waren. Der Vorfall folgt auf frühere Störungen der elektrischen Infrastruktur im Raum Berlin und Brandenburg. Im Januar 2026 unterbrach ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal die Stromversorgung von 45.000 Haushalten und 2.200 Unternehmen für mehrere Tage; zu dem Anschlag bekannte sich die linksextreme Gruppe Vulkangruppen. Im März 2024 legte eine vorsätzliche Brandstiftung an einem Strommast die Produktion in der Tesla Gigafactory in Grünheide lahm. Die Behörden haben noch keine Tatverdächtigen identifiziert oder Motive für die Detonation in Turnow-Preilack ermittelt; die forensischen Untersuchungen dauern an.


