
Ukraine warnt Fluggesellschaften vor Gefahr im russischen Luftraum, während Putin Gespräche ablehnt
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj riet Fluggesellschaften und Versicherungen, dass der russische Luftraum aufgrund von Drohnenoperationen unsicher sei, was Wladimir Putin dazu veranlasste, die Warnung als Staatsterrorismus zu bezeichnen.
Warnungen an Fluggesellschaften und Versicherer
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Dienstag eine Warnung an zivile Luftfahrtbetreiber, Versicherer und Bodenabfertigungsdienste heraus, die wichtige russische Flughäfen bedienen, und erklärte, dass der russische Luftraum unsicher geworden sei. In seiner täglichen Ansprache und in auf X veröffentlichten Stellungnahmen erklärte Selenskyj, dass ukrainische Drohnen so lange im russischen Luftraum operieren würden, wie der Krieg andauere. Er stellte fest, dass zwar keine direkten Angriffe auf Verkehrsflugzeuge erfolgten, die zivile Luftfahrt jedoch keinen Platz in einem Luftraum habe, der mit unbemannten Luftfahrzeugen gefüllt sei. Die Warnung richtete sich ausdrücklich an Fluggesellschaften, die nach Moskau, Sankt Petersburg und andere wichtige russische Transitknotenpunkte fliegen, wo Drohnenangriffe bereits zu wiederholten Flugausfällen und Umleitungen geführt haben. Selenskyj bezeichnete die Drohnenoperationen als gerechtfertigte Reaktion auf die anhaltenden russischen Angriffe und den zivilen Terror.
Die Ukraine will nicht, dass unschuldige Leben verloren gehen. Deshalb warnen wir unsere Partner: Die sicheren Tage im russischen Himmel sind vorbei.
Diplomatische Ausnahmen und internationale Kontaktaufnahme
Die ukrainische Regierung erklärte, dass ihr Außenministerium und die zuständigen Institutionen internationalen Luftfahrtorganisationen detaillierte Informationen über die operativen Gefahren im russischen Luftraum zur Verfügung stellen werden. Selenskyj forderte außerdem die in Kiew und Moskau akkreditierten ausländischen Botschafter auf, diese Sicherheitsrisiken direkt an ihre jeweiligen Regierungen weiterzuleiten, und erklärte, dass die Diplomaten die Kriegslast der Ukraine verstehen. Trotz der weitreichenden Warnung an die kommerziellen Fluggesellschaften skizzierte Kiew eine Ausnahme für diplomatische Aktivitäten. Selenskyj erklärte, dass die Ukraine formelle Anfragen von Partnerregierungen berücksichtigen werde, den Luftraum während bestimmter Zeiträume und auf bestimmten Routen nicht zu stören, um diplomatische Gespräche zu ermöglichen.
- Russische Raketenangriffe töten mindestens 12 Menschen in Kiew und der umliegenden Region.
- Wolodymyr Selenskyj warnt Fluggesellschaften und Versicherer, dass der russische Luftraum unsicher ist.
- Wladimir Putin bezeichnet die Warnung während einer Pressekonferenz in Kirgisistan als Staatsterrorismus.
Moskau bezeichnet Warnung als Staatsterrorismus
Der russische Präsident Wladimir Putin wies die Aussagen während einer Pressekonferenz in Kirgisistan nach einem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit zurück. Putin bezeichnete die ukrainischen Warnungen als eine Erklärung des Staatsterrorismus und erklärte, dass Russland unter solchen Drohungen keinen Dialog führen werde. Er räumte ein, dass jüngste ukrainische Drohnenangriffe Schäden an russischen Ölraffinerien und der Infrastruktur verursacht hatten, und führte diese Treffer auf einen Mangel an bestehenden Verteidigungsanlagen um die Einrichtungen zurück. Putin kündigte an, dass Russland neue Maßnahmen zur Verstärkung des Schutzes kritischer Infrastruktur vorbereite, und fügte hinzu, dass Moskau wisse, wie es auf etwaige Luftfahrtvorfälle reagieren werde.
Sie bitten uns, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, sie bitten um persönliche Treffen, aber mit Terroristen verhandelt man nicht.
Hintergrund der sich verschärfenden Angriffe
Der Schlagabtausch folgte auf russische Raketenangriffe auf Kiew und die umliegende Region in der Nacht von Montag auf Dienstag, bei denen mindestens 12 Menschen getötet wurden, darunter sieben Eisenbahnangestellte. Mehr als viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Invasion haben beide Militärs ihre Angriffe mit großer Reichweite gegen rückwärtige Ziele ausgeweitet. Russische Streitkräfte haben die ukrainische Infrastruktur mit ballistischen Raketen angegriffen, die die ukrainischen Luftverteidigungseinheiten aufgrund von Munitionsknappheit nur schwer abfangen können. Gleichzeitig haben ukrainische Streitkräfte Drohnenangriffe auf russische Logistikknotenpunkte, Treibstofflager und Raffinerien auf russischem Territorium verstärkt.

