Ukrainische Marine: Neptune-Raketen treffen sechs Su-34M auf russischem Luftwaffenstützpunkt
Die ukrainische Marine erklärt, in der Nacht den Militärflugplatz Borisoglebsk in der russischen Oblast Woronesch angegriffen zu haben; es werde eine Sekundärdetonation und ein Feuer auf dem Gelände gemeldet. Russland hat sich zu dem Angriff bislang nicht geäußert, die Angaben konnten noch nicht unabhängig bestätigt werden.
Der Angriff
Die ukrainische Marine erklärte, in der Nacht den Militärflugplatz Borisoglebsk in der Oblast Woronesch mit Neptune-Raketen angegriffen zu haben. Laut newsORF liegt der Flugplatz mehr als 340 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt. Die Marine teilte mit, der Angriff habe sechs Mehrzweck-Jagdbomber vom Typ Su-34M sowie technisches Gerät zur Unterstützung des Flugbetriebs getroffen. Zudem wurden wiederholte Detonationen und ein Feuer auf dem Flugplatzgelände gemeldet. Die Erklärung wurde am Morgen des Donnerstag, 15. Oktober, in den sozialen Medien veröffentlicht.
Die Berichte über das Ergebnis gehen auseinander. Einige sprechen von sechs zerstörten Flugzeugen, andere verwenden die Formulierung getroffen oder beschädigt.
- Ukrainische Marine erklärt, Neptune-Raketen hätten den Flugplatz Borisoglebsk getroffen
- Marine meldet sechs getroffene Su-34M; Gouverneur meldet 33 abgeschossene Drohnen
Unbestätigte Belege und russische Reaktion
In der Nacht kursierten unbestätigte Fotos von Bränden in den sozialen Medien. Russische Militärblogger bestätigten das Feuer und die Schäden, berichtet newsORF. Die Monitoring-Kanäle Exilenova+ und Supernova+ hatten bereits vor der Erklärung der Marine von einem Angriff auf den Flugplatz berichtet. Der Gouverneur von Woronesch, Oleksandr Gussew, erklärte am Morgen, 33 Drohnen und "mehrere fliegende Ziele vom Typ Jagdflugzeug" seien abgeschossen worden, erwähnte jedoch keinen Raketenangriff auf den Flugplatz. Russland hatte sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht zu dem Angriff oder seinen Folgen geäußert.
Die Marine bezeichnete den Angriff als Schlag gegen die russische taktische Luftfahrt:
Die Treffer auf die Su-34M-Flugzeuge des Feindes schwächen das Luftfahrtpotenzial des Feindes erheblich und verringern die Intensität des Einsatzes taktischer Luftfahrt in den betreffenden Frontabschnitten.
Die Su-34M und ihre Rolle
Laut Marine kann die Su-34M mehrere gelenkte und ungelenkte Bomben sowie Raketen gleichzeitig tragen. Sie bezeichnete das Flugzeug als eines der wichtigsten Mittel Russlands für Angriffe mit gelenkten Bomben auf ukrainische Stellungen und Siedlungen an der Front. newsORF berichtet, dass Su-34-Jagdbomber Gleitbomben aus großer Höhe abwerfen, dutzende Kilometer von der feindlichen Luftabwehr entfernt. Von newsORF zitierte ukrainische Angaben beziffern den Einsatz russischer Gleitbomben auf durchschnittlich 200 pro Tag. HotNews.ro weist darauf hin, dass die Su-34M eine zweisitzige Variante ist, deren Auslieferung 2022 begann, und dass sie zur 4+-Generation und nicht zur fünften gehört.
Hintergrund zur Neptune-Rakete
Die Neptune-Rakete wurde vom Kiewer Konstruktionsbüro Luch entwickelt und war in erster Linie gegen Überwasserschiffe gerichtet. Sie wird von einem Turbojet-Triebwerk angetrieben und fliegt tief über dem Wasser, wobei ein Lenksystem für präzise Angriffe auf maritime Ziele zum Einsatz kommt. Im April 2022 trafen zwei Neptune-Raketen den russischen Raketenkreuzer Moskwa, das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte. Das beschädigte Schiff sank im Schlepp. Die Ukraine entwickelt zudem eine Version für Bodenziele, die die Reichweite der Rakete tiefer in russisches Territorium hinein vergrößern würde.