
Macron sammelt 37-Nationen-Ukraine-Koalition in Paris: 16 Rafale-Jets zugesagt, Großbritannien beteiligt sich an EU-Darlehen
Im Invalidendom in Paris empfing Präsident Macron Führungspersönlichkeiten aus der ‚Koalition der Freiwilligen‘ und kündigte die Lieferung von 16 Rafale-Kampfflugzeugen an die Ukraine an, während London zustimmte, sich einem 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU anzuschließen.
Das Pariser Gipfeltreffen
Am Montag empfing der französische Präsident Emmanuel Macron im historischen Invalidendom in Paris eine hochrangige Versammlung der ‚Koalition der Freiwilligen‘, eines diplomatisch-militärischen Bündnisses, das 2024 von Paris und London gegründet wurde. Die Koalition, die ursprünglich dazu gedacht war, der Ukraine im Falle eines Waffenstillstands mit Russland Sicherheitsgarantien zu bieten, umfasst heute 37 Länder, fast alle europäischen Staaten, ob EU-Mitglieder oder nicht. Macron begrüßte persönlich jedes eintreffende Staats- und Regierungschefs und stellte das Ereignis als eindrucksvolle Demonstration der Einheit dar. Das Treffen fand vor dem Hintergrund verstärkter russischer Bombardierungen in der gesamten Ukraine statt und diente dazu, die Botschaft zu verstärken, dass Europa bereit ist, mehr Verantwortung für die Verteidigung Kyjiws zu übernehmen.
Militärische Zusagen
Während des Gipfels kündigte Macron an, dass Frankreich 16 Rafale-Kampfflugzeuge sowie zusätzliche Luftabwehrsysteme an die Ukraine liefern werde. Die Koalition betonte die dringende Notwendigkeit, ukrainische Städte und kritische Infrastruktur vor der anhaltenden Welle russischer Raketen- und Drohnenangriffe zu schützen. Konkrete Zeitpläne für die Übergabe der Ausrüstung wurden nicht genannt, aber Verteidigungsbeamte deuteten an, dass die Lieferungen beschleunigt würden. Macron verwies auf das ‚strategische Erwachen‘ Europas als treibende Kraft hinter der erweiterten Militärhilfe, ein Ausdruck, der zum zentralen Narrativ der Koalition geworden ist.
Finanzielle Unterstützung
Parallel dazu einigten sich London und Brüssel am Montag darauf, das Vereinigte Königreich in das 90-Milliarden-Euro-Darlehen der Europäischen Union für die Ukraine einzubeziehen. Der Deal, der außerhalb des Gipfels, aber eng mit dessen Agenda verbunden, ausgehandelt wurde, wird es der britischen Rüstungsindustrie ermöglichen, mehr Waffen nach Kyjiw zu liefern. Diese Vereinbarung erweitert die Finanzierungsbasis über die EU-Mitgliedstaaten hinaus und vertieft das Engagement des Vereinigten Königreichs für die Ukraine, auch nach dem Brexit. Das Darlehen ist sowohl für die Beschaffung von Waffen als auch für direkte finanzielle Unterstützung des ukrainischen Staates vorgesehen, um dessen Funktionsfähigkeit unter dem Druck des Krieges zu gewährleisten.
Russlands diplomatische Gegenbewegung
Moskau reagierte schnell und verärgert auf den Pariser Gipfel. Das russische Außenministerium bestellte am Montag den deutschen Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ein, um gegen die deutsche Militärhilfe für die Ukraine zu protestieren, die Russland beschuldigte, eine Zunahme ukrainischer Angriffe zu ermöglichen. Die Vorladung erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Deutschland den russischen Vertreter in Berlin einbestellt hatte, was zu einem diplomatischen Schlagabtausch führte. Russland verurteilte die 37-Nationen-Koalition als ‚Kriegskoalition‘, ein Begriff, der seine tiefe Missbilligung der wachsenden internationalen Unterstützung für Kyjiw widerspiegelt.
Eine Koalition auf dem Vormarsch
Was im Sommer 2024 als kleine französisch-britische Initiative begann, ist zu einem breiten Bündnis angewachsen, das fast den gesamten europäischen Kontinent umfasst, einschließlich EU- und Nicht-EU-Staaten. Der Pariser Gipfel, der nur wenige Tage nach einer Reihe russischer Raketenangriffe auf ukrainische Kraftwerke stattfand, zielte darauf ab, Widerstandsfähigkeit und langfristige Entschlossenheit zu demonstrieren. Die Teilnehmer verpflichteten sich, den Fluss von militärischem Gerät, insbesondere Luftabwehrsystemen und Langstreckenartillerie, fortzusetzen. Die Veranstaltung diente auch als vorbereitende Plattform für eventuelle Waffenstillstandsverhandlungen, wobei Europa entschlossen ist, eine Schlüsselrolle in zukünftigen Sicherheitsarrangements für die Ukraine zu spielen.

