Ukraine greift Wildberries-Lagerhaus in Pensa an, 11. Logistikzentrum in zwei Wochen getroffen
Ukrainische Drohnen haben in der Nacht ein Wildberries-Lagerhaus in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, das 11. Logistikzentrum, das in einer zweiwöchigen Kampagne angegriffen wurde, die über eine Million Quadratmeter Lagerfläche verbrannt und Schäden in Milliardenhöhe verursacht hat.
Neuester Angriff in Pensa
In der Nacht zum 30. Juli trafen ukrainische Drohnen ein großes Wildberries-Lagerhaus in der russischen Region Pensa und setzten es in Brand. Der Gouverneur von Pensa, Oleg Melnitschenko, zitiert von der staatlichen Agentur Tass, sagte, mindestens eine Person sei verletzt und rund 200 Mitarbeiter evakuiert worden. Videos auf Telegram zeigten Flammen und dicken schwarzen Rauch, der von dem Gelände aufstieg. Eine Frau, die für Wildberries arbeitet, beklagte sich in ihrem Blog, dass das Unternehmen von ihr verlangte, ihre Waren trotz des Feuers auszuladen, und fragte: „Wo soll ich sie ausladen – direkt ins Feuer?“ Der Angriff ist der 11. auf ein Wildberries-Logistikzentrum in weniger als zwei Wochen, wie Medienberichte melden.
Angriff auf Rjasan und Raffinerie getroffen
In der vorherigen Nacht zielte ein massiver Drohnenangriff auf die Stadt Rjasan, traf ein Wildberries-Logistikzentrum und eine der größten Ölraffinerien Russlands. Gouverneur Pawel Malkow bestätigte, dass herabfallende Trümmer Brände an Industrieanlagen verursachten und sechs Menschen verletzt wurden. Er sagte, 45 feindliche Drohnen seien über der Region Rjasan abgewehrt worden. Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass in dieser Nacht 295 ukrainische Kampfdrohnen landesweit abgeschossen wurden. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe 80 Drohnen gestartet, von denen 65 abgefangen wurden, mit Einschlägen an zehn Orten.
Ausmaß der Kampagne
Seit Anfang Juli greift die Ukraine systematisch Wildberries an, Russlands größten Online-Händler, der oft mit Amazon verglichen wird. Die Angriffe haben mehr als eine Million Quadratmeter Lagerfläche verbrannt, etwa 20 Prozent der gesamten Lagerfläche des Unternehmens. Vor dem Angriff auf Rjasan schätzte das unabhängige Wirtschaftsmedium The Bell den Wert der zerstörten Lagerhallen auf 400 Millionen Euro, mit eingelagerten Waren im Wert von fast 1,7 Milliarden Euro. Mindestens acht der angegriffenen Zentren sind teilweise oder vollständig ausgebrannt. Wildberries hatte sich aggressiv mit Krediten expandiert, Lagerhäuser gebaut, eine Online-Bank und ein Reisebüro gegründet; die Kampagne stellt nun eine existenzielle Bedrohung für dieses Wachstum dar.
- Ukraine beginnt mit Angriffen auf Wildberries-Logistikzentren
- Drohnenangriff trifft Wildberries-Lagerhaus und Raffinerie in Rjasan, 6 Verletzte
- Lagerhaus in Pensa in Brand gesetzt, 1 Verletzter, 200 evakuiert
Rechtfertigung der Ukraine und Skepsis
Das Militär in Kiew sagt, Wildberries sei ein legitimes Ziel, weil die Plattform militärische Ausrüstung verkauft, darunter FPV-Drohnen, Glasfaserkabel, Panzerplatten und Schutzwesten. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Unternehmen vorgeworfen, mit Materialien zu handeln, die für den von Russland 2022 begonnenen Krieg verwendet werden. Der Kreml weist die Anschuldigung kategorisch zurück. Allerdings haben selbst Beobachter, die der Ukraine wohlgesonnen sind, die Begründung in Frage gestellt. Der Journalist Wladislaw Gorin argumentierte im Podcast des exilierten russischen Senders Meduza, dass Wildberries kein militärisches Ziel sei, und verglich die Logik mit Moskaus Bombardierung ukrainischer Kraftwerke im Winter mit der Begründung, dass diese auch Wärme und Strom lieferten.
Strategische Ziele
Über die genannte militärische Begründung hinaus sehen Analysten ein breiteres Ziel: die Kriegsstörung in die urbane Mittelschicht Russlands zu tragen, die stark auf Online-Shopping angewiesen ist. Die weithin sichtbaren Brände in riesigen Logistikzentren haben Verbraucher verunsichert und Lieferketten gestört. Die parallele Kampagne gegen russische Raffinerien, die seit Monaten läuft, zielt darauf ab, die Treibstoffversorgung zu drosseln und die Ölexporteinnahmen zu kürzen, die den Krieg finanzieren. Die Raffinerie in Rjasan, eine der größten des Landes, wurde mehrfach getroffen. Der Krieg, der nun fast viereinhalb Jahre alt ist, hat dazu geführt, dass die Ukraine zunehmend Langstreckendrohnen einsetzt, um tief in russisches Territorium vorzudringen.
- Lagerhallen
- 400 Mio. €
- Eingelagerte Waren
- 1700 Mio. €


