
Litauen schließt Flughafen Vilnius und NATO alarmiert Kampfjets wegen mutmaßlichem Drohneneinbruch
Die litauischen Behörden haben den Flugbetrieb am Flughafen Vilnius vorübergehend eingestellt, und die NATO alarmierte italienische Kampfjets aus Šiauliai, nachdem ein unbekanntes unbemanntes Fluggerät den südlichen Luftraum in Richtung Kaliningrad durchquert hatte.
Luftraumdetektion und frühmorgendliche Flugbahn
Die Radareinheiten der litauischen Luftwaffe identifizierten am Sonntag um 04:05 Uhr Ortszeit in der Nähe der südlichen Stadt Varėna ein unbekanntes Luftziel. Militärische Aufklärung ergab, dass das Fluggerät aus belarussischem Luftraum in litauisches Hoheitsgebiet eingedrungen war, bevor es direkt in Richtung der russischen Exklave Kaliningrad flog. Das Objekt durchquerte den litauischen Luftraum etwa 20 Minuten lang und legte dabei einen Korridor von 60 bis 70 Kilometern zurück. Anwohner entlang des südlichen Flugkorridors berichteten, das Gerät über ihnen gehört zu haben, bevor es den litauischen Luftraum verließ und um 04:25 Uhr die Grenze zu Kaliningrad überquerte. Litauische Verteidigungsbeamte werteten die Radardaten in Echtzeit aus und stellten fest, dass die verfügbaren Parameter keine unmittelbare Bedrohung für litauische Bodeneinrichtungen oder die Zivilbevölkerung darstellten.
Alarmauslösung und NATO-Jagdeinsatz
Später am Tag, gegen 13:00 Uhr Ortszeit, gaben die litauischen Behörden nach weiteren Meldungen über mögliche Drohnenaktivitäten eine gelbe Luftwarnung heraus. Die Warnung umfasste Vilnius und dessen unmittelbare Umgebung sowie die benachbarten Bezirke Trakai und Elektrėnai. Die Luftfahrtbehörden stellten den gesamten Flugbetrieb am internationalen Flughafen Vilnius ein und stoppten Starts und Landungen. Als Reaktion auf die Warnung alarmierte die NATO Kampfflugzeuge, die am Luftwaffenstützpunkt Šiauliai im Norden Litauens stationiert sind. Die alarmierten Flugzeuge gehörten der italienischen Luftwaffe, die derzeit im Rahmen der Baltic Air Policing-Mission der Allianz von Šiauliai aus operiert. Die Schließung des internationalen Flughafens der Hauptstadt dauerte weniger als eine Stunde, während die Verteidigungskräfte den Luftraum überprüften.
- Radar bei Varėna entdeckt ein unbekanntes Objekt, das aus belarussischem Luftraum in den litauischen Luftraum eindringt.
- Das Objekt verlässt den litauischen Luftraum und dringt in die Region Kaliningrad ein.
- Litauen gibt eine gelbe Luftwarnung aus, stoppt Flüge am Flughafen Vilnius und die NATO alarmiert Jets.
- Die Behörden stufen die Warnung auf Code White herab und nehmen den Flugbetrieb nach weniger als einer Stunde wieder auf.
Offizielle Stellungnahmen und Aufhebung des Alarms
Vilmantas Vitkauskas, Leiter des Nationalen Krisenmanagementzentrums (NKVC), bestätigte, dass die Behörden eine offizielle Untersuchung des Luftraumverstoßes eingeleitet haben. Während der aktiven Phase des Vorfalls empfahlen die Behörden den Bewohnern, nahegelegene Schutzräume zu identifizieren, während die Luftabwehrkräfte daran arbeiteten, etwaige Gefahren aus der Luft zu neutralisieren.
Die Untersuchung läuft noch. Ohne das Objekt in den Händen zu haben, ist es sehr schwierig, Schlussfolgerungen zu ziehen, aber basierend auf den aufgezeichneten Parametern handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein unbemanntes Luftfahrzeug.
Die litauischen Streitkräfte gaben eine Notfallmeldung heraus, die die Luftwarnung unter dem Code White offiziell beendete, nachdem die Überwachung bestätigt hatte, dass sich kein aktives Fluggerät mehr im Luftraum befand. Vitkauskas äußerte sich direkt im nationalen Rundfunk zu der Situation.
Es besteht keine Gefahr, die Menschen können sich beruhigen.
Weiterreichende regionale Luftraumverletzungen
Der Luftraumverstoß vom Sonntag reiht sich in eine Serie von Luftraumverletzungen entlang der NATO-Ostflanke seit der russischen Vollinvasion der Ukraine im Jahr 2022 ein. Mehrere ukrainische unbemannte Luftfahrzeuge, die strategische Einrichtungen in der russischen Region Leningrad angreifen sollten, sind in den letzten Jahren in den litauischen Luftraum eingedrungen. Im März 2026 ereignete sich eine Drohnenexplosion nahe der litauischen Grenze zu Belarus. Vitkauskas bemerkte, dass die 20 Minuten, die das Objekt im litauischen Hoheitsgebiet verbrachte, ausgereicht hätten, um Schaden anzurichten, wenn es ein Ziel getroffen hätte, was die Notwendigkeit einer schnellen Radarbewertung und Luftpolizeibereitschaft im gesamten Baltikum unterstreicht.


