
Ukraine macht russische Störsender für Drohnenexplosion im rumänischen Hafen Constanța verantwortlich
Kiew erklärt, es habe am 4. Juni nach russischer elektronischer Kriegsführung die Kontrolle über vier Seedrohnen nahe Sewastopol verloren, was am nächsten Tag zu einer Explosion im rumänischen Hafen führte.
Erklärung der Ukraine
Am 3. Juli 2026 gab das rumänische Verteidigungsministerium (MApN) bekannt, es habe die offizielle Antwort der Ukraine auf 14 Fragen erhalten, die Verteidigungsminister Radu Miruță im Zusammenhang mit der Drohnenexplosion am 5. Juni im Hafen von Constanța gestellt hatte. Die Ukraine bestätigte, dass ihre Streitkräfte am Nachmittag des 4. Juni die Kommunikation mit vier unbemannten Wasserfahrzeugen (USVs) vom Typ Sargan-3000 nahe Sewastopol verloren hatten, etwa 250 km von der rumänischen Küste entfernt. Die Drohnen befanden sich auf dem Weg ins östliche Schwarze Meer. Von diesem Zeitpunkt an hatte die ukrainische Seite keine Kontrolle mehr über ihre Flugbahnen und konnte die Verbindung nicht wiederherstellen.
Am folgenden Morgen um 09:54 Uhr am 5. Juni informierte die ukrainische Marine die rumänische Marine über die Gefahr der Selbstzerstörungssequenzen der Drohnen und übermittelte das programmierte Detonationsintervall. Da die Kommunikation abgebrochen war, war es unmöglich, den Selbstzerstörungsbefehl zu annullieren.
Dieser Vorfall ist ein Einzelfall, der höchstwahrscheinlich durch Maßnahmen der elektronischen Kriegsführung der Russischen Föderation verursacht wurde.
Zeitlicher Ablauf des Hafen-Vorfalls
Die rumänischen Behörden entdeckten ein schwimmendes Objekt in der Nähe von Dana 78 im Hafen von Constanța erstmals um 06:20 Uhr am 5. Juni, als das Maritime Koordinationszentrum das Marinekommando alarmierte. Die Küstenwache, der Rumänische Geheimdienst (SRI) und Kampfmittelbeseitigungsteams (EOD) wurden mobilisiert. Nach der Warnung der Ukraine um 09:54 Uhr wurde das Gebiet evakuiert. Um 10:27 Uhr explodierte eine Drohne innerhalb des Hafens. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Drei weitere Explosionen ereigneten sich später auf See, außerhalb des Hafens. Bis 14:35 Uhr bestätigten rumänische Kräfte die Zerstörung aller vier Drohnen und beendeten den Einsatz.
- Ukraine verliert Kommunikation mit vier Seedrohnen vom Typ Sargan-3000 nahe Sewastopol, 250 km vor der rumänischen Küste.
- Rumänisches Maritimes Koordinationszentrum meldet schwimmendes Objekt nahe Dana 78 im Hafen von Constanța.
- Ukrainische Marine informiert rumänische Marine über Selbstzerstörungsrisiko; Evakuierung beginnt.
- Eine Drohne explodiert im Hafen von Constanța; keine Verletzten.
- Rumänische Behörden beenden Einsatz nach Bestätigung der Zerstörung aller vier Drohnen.
Rumäniens Reaktion und Forderungen
Nach dem Vorfall forderte das MApN die Einrichtung eines ständigen technischen Kommunikationskanals zwischen der rumänischen und der ukrainischen Marine sowie operative Verfahren für eine rechtzeitige gegenseitige Benachrichtigung über Risiken im Schwarzen Meer. Verteidigungsminister Miruță forderte die Ukraine offiziell auf, alle im Schwarzen Meer eingesetzten Seedrohnen so zu programmieren, dass sie sich bei Kontrollverlust aus welchem Grund auch immer in sicheren Zonen außerhalb rumänischer Interessensgebiete selbst zerstören. Rumänien dankte der Ukraine für die übermittelten Informationen, forderte zusätzliche Klarstellungen und bekräftigte seine Bereitschaft zu einer engeren Zusammenarbeit.

