
FIFA-Plan zum Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der WM an private Investoren löst UEFA-Boykottdrohung aus
Der Vorschlag der FIFA, eine neue kommerzielle Einheit zu gründen und eine Minderheitsbeteiligung an Investoren, darunter Joshua Kushner, zu verkaufen, hat eine wütende Reaktion der UEFA ausgelöst, die zu einer Notfallsitzung zusammenkommt, um über einen möglichen Boykott künftiger Weltmeisterschaften zu diskutieren.
Der Plan wird enthüllt
Am 28. Juli 2026 berichteten The Times und die Financial Times, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino einen Plan vorantreibt, eine neue kommerzielle Einheit, die FIFA Forward Enterprise (FFE), zu gründen. Das Unternehmen würde die Verwaltung aller kommerziellen Rechte für die wichtigsten FIFA-Turniere übernehmen: die Männer-Weltmeisterschaft, die Frauen-Weltmeisterschaft und die Klub-Weltmeisterschaft. Die FIFA würde die Mehrheitskontrolle behalten, aber eine Minderheitsbeteiligung von 20 bis 30 Prozent an private Investoren verkaufen, mit dem Ziel, rund 4,2 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Die Gesamtbewertung des neuen Unternehmens wird auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der Plan war zuvor nicht mit den Mitgliedsverbänden besprochen worden; viele erfuhren durch die Presse davon. Er fehlte auch bei den jüngsten Treffen in New York vor dem Finale der Klub-Weltmeisterschaft.
Finanzielle Struktur und Schlüsselinvestoren
Im Rahmen des Vorschlags würde jeder der 211 FIFA-Mitgliedsverbände eine kleine Kapitalbeteiligung im Wert von rund 20 Millionen US-Dollar erhalten, mit der Option, diese zu halten oder zu verkaufen. Die FIFA verspricht außerdem erhöhte jährliche Zuschüsse und zusätzliche 10 Milliarden US-Dollar an Entwicklungsgeldern im Laufe der Zeit. Als Hauptinvestor wird Joshua Kushner erwartet, Bruder von Jared Kushner und Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, über seinen Fonds Thrive Eternal. Auch die Investmentbank JPMorgan Chase ist beteiligt. Infantino selbst würde nach dem Ende seiner FIFA-Präsidentschaft im Jahr 2031 CEO des neuen Unternehmens werden, mit einer Vergütung, die sich dem Jahresgehalt von 64 Millionen US-Dollar des NFL-Commissioners annähern könnte, etwa dem Zehnfachen seines derzeitigen Gehalts.
- Unternehmensbewertung
- 20 Mrd. $
- Angestrebte Mittelaufnahme
- 4.2 Mrd. $
- Beteiligung pro Verband
- 0.02 Mrd. $
- Zusätzlich zugesagte Mittel
- 10 Mrd. $
- FIFA-Einnahmen (4 Jahre)
- 15 Mrd. $
UEFA's wütende Reaktion
Die UEFA gab innerhalb weniger Stunden nach den Enthüllungen eine scharfe Erklärung ab und erklärte, die Vorschläge hätten eine rote Linie überschritten. Der europäische Dachverband betonte, dass keine einzelne Organisation dem Fußball gehöre, und rief Verbände, Ligen, Klubs, Spieler, Fans und Regierungen auf, sich gegen diesen Schritt zu stellen, insbesondere angesichts der mangelnden Transparenz darüber, wer finanziell davon profitiere. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin hatte das Finale der Klub-Weltmeisterschaft bereits aus Protest gegen eine Reihe von Governance-Streitigkeiten mit der FIFA ausgelassen, darunter die Behandlung des Falls Folarin Balogun. Die Tatsache, dass der Plan den UEFA-Mitgliedern vorenthalten wurde, bis er in den Medien erschien, vertiefte die Wut.
Die Vorschläge haben eine rote Linie überschritten.
Keine Organisation besitzt den Fußball.
Boykottdrohung und nächste Schritte
Laut Sky Sports News und anderen Quellen sind mehrere europäische Verbände bereit, die Androhung eines WM-Boykotts als Druckmittel einzusetzen. Eine Notfall-Telefonkonferenz der UEFA-Mitgliedsverbände wird innerhalb weniger Tage erwartet, um eine gemeinsame Antwort zu koordinieren. Das erste Turnier, das betroffen sein könnte, ist eine zukünftige Weltmeisterschaft, wobei keine bestimmte Ausgabe genannt wurde. Die Boykottoption wird als extreme Maßnahme beschrieben, spiegelt jedoch die Tiefe des Zerwürfnisses wider. UEFA-Vertreter argumentieren, dass die Zulassung von privatem Kapital in die Eigentümerstruktur des Flaggschiff-Ereignisses des Sports dessen Charakter und Governance grundlegend verändern würde.
- The Times und Financial Times enthüllen den FIFA-Plan für eine neue kommerzielle Einheit.
- Die FIFA bestätigt den Plan; Infantino verteidigt ihn als Demokratisierung des Fußballs.
- Die UEFA gibt eine Erklärung ab, in der sie die Vorschläge als rote Linie bezeichnet.
- Berichte über einen möglichen WM-Boykott durch europäische Verbände tauchen auf.
- Notfall-Telefonkonferenz der UEFA zur Diskussion einer gemeinsamen Haltung erwartet.
Infantinos Verteidigung
Gianni Infantino hat die Initiative öffentlich verteidigt und sie als Demokratisierung des Weltfußballs beschrieben, die einen größeren kommerziellen Wert erschließen und mehr Ressourcen an die Mitgliedsverbände leiten würde. Er besteht darauf, dass die FIFA die volle Kontrolle behalten wird und dass Investoren nicht-kontrollierende Minderheitsbeteiligungen ohne Dividenden aus Turniererlösen halten würden, die nur durch einen späteren Verkauf ihrer Anteile profitieren. Der Plan bedarf der Zustimmung einer Mehrheit der 211 Mitgliedsverbände, und die FIFA zählt auf die versprochenen finanziellen Anreize, um die notwendigen Stimmen zu sichern. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Boykottdrohung der UEFA ein Projekt zum Scheitern bringen kann, das Infantino in den Mittelpunkt seines Vermächtnisses gestellt hat.

