- 20. Oktober, 08:30RTM meldet schrittweise Wiederaufnahme des Straßenbahnverkehrs in Marseille
- 20. Oktober, 10:00 bis 11:00189 Millimeter Regen in einer Stunde in Haute-Corse verzeichnet
- 20. Oktober, MitternachtRegenwarnungen laufen aus, nur Hochwasserwarnungen für Flüsse bleiben bestehen
Unwetter und Überschwemmungen, die am Montagabend, dem 19. Oktober, begannen, haben mehrere Départements im Südosten Frankreichs und die Insel Korsika getroffen. Am Dienstag, dem 20. Oktober, teilte die Präfektur Bouches-du-Rhône mit, ein 75-jähriger Mann sei in Saint-Mitre-les-Remparts von den Fluten mitgerissen und später tot im benachbarten Istres gefunden worden. Die Person, die bei ihm war, konnte gerettet werden. Separat wurde eine Person im Département Haute-Corse im Norden Korsikas als vermisst gemeldet, wo die höchste Wetterwarnstufe gilt.
Rote Warnstufe im Norden Korsikas
Haute-Corse stand am Dienstagmorgen unter roter Vigilance, der höchsten Wetterwarnstufe. 20 Minuten berichtete, dort seien am Dienstagmorgen innerhalb von sechs Minuten 25 Millimeter Regen gefallen. Das Observatorium Keraunos registrierte zwischen 06:00 und Mittag mehr als 11.000 Blitze, davon 3.400 Bodenblitze, und erklärte, allein in der Gemeinde Solaro seien mehr als 1.500 eingeschlagen. BFMTV berichtete von 416 Millimetern Regen innerhalb von 24 Stunden, davon 189 Millimeter am Dienstag zwischen 10:00 und 11:00 Uhr. Météo-France bestätigte stellenweise Regenraten von über 100 Millimetern pro Stunde. Im Süden des Départements könnten die Summen 500 Millimeter übersteigen, während für den übrigen Teil des Rotwarngebiets 200 bis 300 Millimeter erwartet wurden.
- Letzte 24 Stunden
- 416 mm
- 20. Oktober, 10:00 bis 11:00
- 189 mm
Daten aus dem Artikeltext
Überschwemmungen im gesamten Südosten
Météo-France hielt am Dienstag sieben Départements unter orangefarbener Warnung: Ardèche, Bouches-du-Rhône, Haute-Corse, Gard, Hérault, Var und Vaucluse. Die Lozère war nicht mehr gewarnt. Die Hochwasserwarnungen für die Flüsse Vistre und Vidourle im Gard blieben auf Orange, und der Rhôny trat im Gard über die Ufer und überflutete Straßen. Das jüngste Bulletin von Météo-France verzeichnete 60 bis 90 Millimeter in zwölf Stunden im Südosten der Lozère und 60 bis 80 Millimeter im Landesinneren des Hérault. Für Bouches-du-Rhône, Vaucluse und Var wurden 50 bis 80 Millimeter erwartet, örtlich bis zu 150 Millimeter innerhalb weniger Stunden. BFMTV berichtete, in Arles sei fast die Regenmenge von zweieinhalb Monaten gefallen, was den Oktoberrekord der Station übertreffe, und in Aigues-Mortes seien binnen weniger Stunden bis zu zweieinhalb Monatsmengen Regen gefallen.
Verkehr und Straßensperrungen
Die Autobahn A9 war laut BFMTV ab 04:30 Uhr am Dienstag zwischen Nîmes und Montpellier gesperrt. Ein Abschnitt der A55 wurde nach Angaben der Feuerwehr von Bouches-du-Rhône teilweise gesperrt, nachdem die Fahrbahn eingebrochen war. Die D568 und die D5 zwischen Saint-Mitre-les-Remparts und Istres wurden unterbrochen, und die Ausfahrt La Mède stand vollständig unter Wasser. In Marseille wurden die Straßenbahnen T1, T2 und T3 am frühen Dienstagmorgen eingestellt, und das RTM-Netz teilte um 08:30 Uhr mit, der Betrieb laufe schrittweise wieder an. Die TER-Züge zwischen Marseille und Miramas wurden in beide Richtungen unterbrochen, die SNCF warnte vor Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen. Die Feuerwehr meldete in der Nacht zum Dienstagmorgen mehr als 200 Einsätze im Département, nach rund hundert am frühen Morgen, und rief Autofahrer auf, die Straßen zu meiden.
Notfallmaßnahmen in den Gemeinden
Die Behörden aktivierten in mehreren Gemeinden Notfallpläne. Saint-Martin-de-Crau in den Bouches-du-Rhône sowie Le Grau-du-Roi und Saint-Laurent-d'Aigouze im Gard aktivierten lokale Krisenmaßnahmen. Die Krisenzelle war am Montag in den Präfekturen von Gard und Hérault aktiviert worden. Nîmes schloss Krippen und Freizeitzentren bis Dienstagmittag. Montpellier schloss öffentliche Einrichtungen ab 15:00 Uhr am Montag und öffnete zwei Turnhallen für die schutzbedürftigsten Einwohner. In Istres wurden laut Rathaus Hochwasseropfer in eine Turnhalle evakuiert. Feuerwehrleute im Hérault brachten 25 Menschen rund um Lunel in Sicherheit, darunter vier Fahrzeuge, die im Hochwasser festsaßen.
Wetterlage und Ausblick
Das Ereignis hängt laut 20 Minuten mit einem Kaltlufttropfen namens „Adam“ über Spanien zusammen, einem Land, das ebenfalls unter Starkregen und Überschwemmungen leidet. Die Unwetter zogen laut Telegraaf in Richtung Italien, wo Ligurien am Dienstag bereits von starkem Regen getroffen wurde. Auf Korsika sollte der Regen bis zum späten Nachmittag anhalten, wobei möglicherweise heftige Gewitter die Insel von West nach Ost überqueren. Ab Mitternacht am Dienstag sollten nur noch Hochwasserwarnungen für Flüsse in Kraft bleiben.