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Wirtschaft·vor 21 m

Ubisoft-Mitbegründer Claude Guillemot stirbt mit 69 Jahren bei Flugzeugabsturz beim Anflug auf den Flughafen La Baule in Westfrankreich

Claude Guillemot, 69, ein Mitbegründer des französischen Videospielriesen Ubisoft, wurde am Freitagabend getötet, als seine zweimotorige Cessna auf einem Feld in der Nähe des Flughafens La Baule zerschellte. Auch der Fluglehrer an Bord kam bei dem Unglück ums Leben.

Der Absturz

Eine zweimotorige Cessna 421 verunglückte am Abend des 19. Juni 2026 im Anflug auf den Flughafen La Baule-Escoublac. Die Maschine kam in einem Feld zum Liegen und fing Feuer; die Einsatzkräfte berichteten, dass die Flammen auf die nahegelegene Vegetation übergriffen. Die Maschine war von Rennes gestartet, wo Claude Guillemot lebte, und sollte den Küstenort La Baule anfliegen – offenbar für ein Treffen von Leichtflugzeug-Enthusiasten.

Das Flugzeug war im Landeanflug, als es sich Zeugen zufolge neigte und fiel.

Beide Insassen starben noch an der Unfallstelle. Die Behörden identifizierten sie als Claude Guillemot, der die Cessna besaß und steuerte, und Marc Guillet, einen Fluglehrer, der ihn begleitete. Bürgermeister Franck Louvrier von La Baule erklärte, beide Männer seien lizenzierte, erfahrene Piloten gewesen.

Stellungnahme von Ubisoft

Ubisoft gab am Samstag eine kurze Erklärung heraus, in der der Tod des Mitbegründers bestätigt wurde.

Ubisoft ist zutiefst traurig über den Tod von Claude Guillemot, Mitbegründer der Gruppe und Vorstandsvorsitzender der Guillemot Corp, bei einem Unfall. In dieser schweren Zeit sind unsere Gedanken bei seiner Familie und seinen Angehörigen. Wir werden uns vorerst nicht weiter dazu äußern.

Ubisoft

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich ist für Blockbuster-Franchises wie Assassin's Creed, Far Cry, Just Dance, Rayman und die Tom-Clancy-Reihe bekannt. Guillemot war zudem Vorstandsvorsitzender und CEO der Guillemot Corporation, der Hardware-Sparte der Familie, zu der die Audiomarke Hercules und die Thrustmaster-Reihe von Gaming-Peripheriegeräten gehören.

Eine Gründungsfamilie

Claude Guillemot, geboren 1956 in der Bretagne, war der älteste von fünf Brüdern. Er besaß einen Masterabschluss in Wirtschaftswissenschaften der Universität Rennes 1 und ein Diplom in Industrieinformatik vom ICAM Lille. 1984 gründeten die Brüder Guillemot Informatique, das ein Jahr später in die Guillemot Corporation überging. Sie erkannten eine kommerzielle Chance im aufkommenden Videospielmarkt und gründeten 1986 Ubisoft in ihrer Heimatstadt Carentoir.

Der Publisher begann mit Titeln wie Zombi und Iron Lord und wuchs zu einem der weltweit größten Videospielunternehmen heran. Claude Guillemot war im Vorstand von Ubisoft, während sein Bruder Yves CEO des Unternehmens wurde. Er brachte zudem internationale Erfahrung aus seinem Leben in Asien sowie fundierte Kenntnisse in PC-, Konsolen- und Mobile-Gaming-Technologien mit.

Untersuchung

Die Staatsanwaltschaft in Saint-Nazaire hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Die genaue Absturzursache ist noch ungeklärt; die französischen Luftsicherheitsbehörden arbeiten daran, den Unfallhergang zu rekonstruieren.

Reaktionen aus der Branche

Die französische Staatssekretärin für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, Anne Le Hénanff, würdigte ihn in den sozialen Medien.

Die französische Videospielindustrie verliert heute einen ihrer Pioniere.

Der Verlust hallte über die Grenzen Frankreichs hinaus wider. Medien in ganz Europa berichteten über die Nachricht und unterstrichen die globale Bedeutung des Unternehmens, das Guillemot mit aufgebaut hatte.

La Baule

8 Quellen

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