Regierung · Warschau
Tusk unterzeichnet über 200 Ernennungen von Gerichtsassessoren und bezeichnet es als 'salomonische Lösung' für einen Verfassungskonflikt mit Präsident Nawrocki
Premierminister Donald Tusk unterzeichnete am 5. August über 200 Ernennungsurkunden für Gerichtsassessoren und umging damit ein Urteil des Verfassungsgerichts, das die Gegenzeichnungspflicht aufgehoben hatte, was eine scharfe Rüge aus dem Präsidialamt auslöste.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von NIEZALEZNA.PL, Do Rzeczy, wpolityce.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am 5. August unterzeichnete Premierminister Donald Tusk über 200 Ernennungsurkunden für Gerichtsassessoren, um Rechtssicherheit zu schaffen, nachdem Präsident Nawrocki Ernennungen ohne Gegenzeichnung vorgenommen hatte.
Am 25. Juni erklärte das Gericht die Gegenzeichnungspflicht für verfassungswidrig, ein Urteil, das die Regierung als von einem nicht ordnungsgemäß zusammengesetzten Gremium erlassen anficht.
Zbigniew Bogucki sagte, Tusks Unterschriften hätten keine rechtliche Wirkung, nannte sie 'Unterschriften der bedingungslosen Kapitulation' und führte sechs rechtliche Argumente an.
Tusk warnte, dass ohne gültige Ernennungen die Arbeit von 200 Assessoren und 10.000 bis 11.000 Gerichtsfällen pro Monat lahmgelegt werden könnte.
Waldemar Żurek sagte, die Assessoren seien 'als Geiseln genommen' worden; Verfassungsrechtler Adam Sulikowski sagte, der Präsident überschreite seine verfassungsmäßigen Befugnisse.
- 25.06.Verfassungsgericht erklärt Gegenzeichnungspflicht für Assessoren-Ernennungen für verfassungswidrig.
- 28.07.Präsident Nawrocki übergibt 229 Assessoren Ernennungsurkunden ohne Gegenzeichnung.
- 5.08.Premierminister Tusk unterzeichnet über 200 Ernennungsdokumente und bezeichnet es als 'salomonische Lösung'.
Hintergrund
Am 25. Juni 2026 entschied das Verfassungsgericht, dass die Pflicht zur Gegenzeichnung des Premierministers bei Ernennungen von Gerichtsassessoren verfassungswidrig ist. Am 28. Juli übergab Präsident Karol Nawrocki 229 Assessoren (211 für Bezirksgerichte und 18 für Woiwodschaftsverwaltungsgerichte) Ernennungsurkunden, ohne sie zuvor Premierminister Donald Tusk zur Gegenzeichnung vorzulegen, und berief sich dabei auf das Urteil des Gerichts. Der Landesjustizrat (KRS) leitete die Dokumente dann an das Büro des Premierministers weiter und argumentierte, dass nach Artikel 144 der Verfassung offizielle Akte des Präsidenten, die nicht ausdrücklich aufgeführt sind, die Unterschrift des Premierministers erfordern.
Tusks „salomonische Lösung“
Am 5. August gab Tusk bekannt, dass er das erste von über 200 Ernennungsdokumenten unterzeichnet habe. Er bezeichnete die Situation als eine „politische Verschwörung“ zwischen dem Präsidenten und dem Verfassungsgericht, um die Verfassung zu brechen. Er sagte, das Gericht habe in seiner „nicht ordnungsgemäßen Zusammensetzung“ unter der Leitung von Bogdan Święczkowski auf den „Befehl“ von Präsident Nawrocki reagiert, indem es die Gegenzeichnung für unnötig erklärte. Tusk warnte, dass ohne seine Unterschrift jede Entscheidung der neu ernannten Assessoren angefochten werden könnte, was die Arbeit der gesamten Gruppe möglicherweise lahmlegen würde. Er sagte, die 200 Assessoren könnten 10.000 bis 11.000 Fälle pro Monat bearbeiten. Der Premierminister nannte seinen Schritt eine „salomonische Lösung“: Die Gerichtspräsidenten hätten die „fehlerhaften“ Ernennungsdokumente an den KRS zurückgegeben, der sie ihm weiterleitete, damit die Gegenzeichnung „gegen den Willen des Präsidenten und von Herrn Święczkowski“ darauf angebracht werden könne.
„Zwei Institutionen, die für den Schutz und die Achtung der Verfassung verantwortlich sind, haben so etwas wie eine politische Verschwörung gebildet, um diese Verfassung zu brechen.“
Präsidialamt: Unterschriften haben keine rechtliche Wirkung
Zbigniew Bogucki, Leiter der Präsidialkanzlei, wies Tusks Vorgehen zurück. Er sagte, die Unterschriften des Premierministers auf den einzelnen Ernennungsurkunden seien keine Gegenzeichnung und hätten keine rechtliche Bedeutung. Er nannte sie „Unterschriften der bedingungslosen Kapitulation“ vor dem ausschließlichen verfassungsmäßigen Vorrecht des Präsidenten, das durch das Urteil des Gerichts bestätigt worden sei. Bogucki führte sechs Argumente an: Die Gegenzeichnung sei nie auf einzelne Ernennungsurkunden angewendet worden, sondern nur auf die Entscheidung des Präsidenten; Artikel 106 §1 des Gesetzes über die ordentlichen Gerichte besage, dass Assessoren vom Präsidenten auf Vorschlag des KRS ernannt werden, ohne Erwähnung einer Gegenzeichnung; das Urteil des Verfassungsgerichts vom 25. Juni habe das Fehlen einer solchen Verpflichtung bestätigt; der Erste Präsident des Obersten Gerichtshofs habe den Antrag beim Gericht eingereicht; und die Assessoren zu zwingen, ihre Ernennungsurkunden einer „Neo-Gegenzeichnung“ zu unterziehen, stelle einen Druck auf die Justiz und eine antidemokratische Einmischung in die richterliche Unabhängigkeit dar.
„Ihre Unterschriften unter den Ernennungen der Assessoren, die diese bereits aus den Händen von Präsident Nawrocki erhalten haben, sind keine Gegenzeichnung – sie haben keine rechtliche Bedeutung. Sie sind nur ein dramatischer und ungeschickter Versuch, aus dem rechtlichen Sumpf herauszukommen, den Sie geschaffen haben und in dem Sie stecken.“
Justizminister und Experte äußern sich
Justizminister Waldemar Żurek unterstützte den Premierminister und sagte, dass die Ernennungen ohne Gegenzeichnung ungültig wären und die Assessoren „als Geiseln genommen“ worden seien. Er argumentierte, dass das Urteil des Verfassungsgerichts von einem nicht ordnungsgemäß zusammengesetzten Gremium erlassen worden sei und nicht anerkannt werde. Der Verfassungsrechtler Adam Sulikowski von der Universität Breslau sagte gegenüber Fakt, Präsident Nawrocki „weite seine Tätigkeit im Bereich der Justiz über den in der Verfassung klar definierten Kompetenzbereich aus“. Er nannte das Urteil des Verfassungsgerichts vom Juni fehlerhaft, da es eine Analogie angewandt habe.
„Sie wurden als Geiseln genommen. Wenn es keine Gegenzeichnung gäbe, würden ihre Entscheidungen angefochten werden.“
Politische Folgen
Der Streit zog auch einen Social-Media-Einsatz der EU-Abgeordneten Hanna Gronkiewicz-Waltz von der Bürgerkoalition nach sich, die andeutete, das Verhalten des Präsidenten beruhe auf „Analphabetismus, mangelndem Wissen oder einem üblen Charakter“. Ihr Beitrag enthielt jedoch mehrere Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler, was im Internet weitreichenden Spott auslöste. Der Zusammenstoß verdeutlicht die sich vertiefende Kluft zwischen der Regierung und dem Präsidenten in der Justizfrage, wobei beide Seiten die verfassungsmäßige Autorität für sich beanspruchen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- NIEZALEZNA.PLChciała uderzyć w prezydenta, ośmieszyła samą siebie. Wpadka Hanny Gronkiewicz-Waltz obiegła internet
- Do RzeczyBogucki punktuje Tuska. "Tyleż dramatyczna co nieudolna próba"
- wpolityce.plTusk brnie dalej w absurd z asesorami. Bogucki go wypunktował
- NIEZALEZNA.PL''Dorardcy pana ośmieszają''. Kancelaria Prezydenta upomina premiera: to nacisk na asesorów
- Donald Tusk
- Premierminister von Polen
- Karol Nawrocki
- Präsident von Polen
- Zbigniew Bogucki
- Leiter der Präsidialkanzlei
- Waldemar Żurek
- Justizminister
- Bogdan Święczkowski
- Präsident des Verfassungsgerichts
- Hanna Gronkiewicz-Waltz
- EU-Abgeordnete, Bürgerkoalition
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