
Donald Tusk sagt Krakau Priorität bei 10-Milliarden-Euro-Programm für U-Bahn zu
Bei einem Besuch in Krakau am 20. August 2026 kündigte Premierminister Donald Tusk an, dass die Stadt bei einem 10 Milliarden Euro schweren nationalen U-Bahn-Finanzierungsprogramm Vorrang erhalten wird, das durch EU-Mittel und Staatskredite und nicht durch direkte Ausgaben des Staatshaushalts finanziert wird.
Bürgermeisterwahlkampf und U-Bahn-Zusage
Der polnische Premierminister Donald Tusk traf am 20. August 2026 in Krakau ein, um Monika Piątkowska zu unterstützen, eine Senatorin, die unter dem Banner des Komitet Ponad Podziałami mit Unterstützung der Bürgerkoalition und der Polnischen Volkspartei für das Amt der Bürgermeisterin kandidiert. Vor dem Kongresszentrum ICE Krakau in der Nähe des Grunwald-Kreisels sprach Tusk über langjährige Verkehrsforderungen, die auf ein lokales Referendum von 2014 zurückgehen, bei dem die Stadtbewohner für den Bau einer U-Bahn stimmten. Tusk bestätigte, dass das Infrastrukturministerium ein 10 Milliarden Euro schweres nationales Investitionsprogramm zur Finanzierung von U-Bahn-Systemen in polnischen Städten vorbereitet hat, wobei Krakau als oberste Priorität eingestuft wird.
Das Infrastrukturministerium hat vor vielen Monaten ein Programm im Wert von 10 Milliarden Euro vorbereitet, das U-Bahn-Projekte in polnischen Städten finanziert.
Finanzierungsmechanismus und Umweltauflagen
Tusk skizzierte die finanzielle Architektur des Projekts und erklärte, dass die Finanzierung nicht direkt aus dem Staatshaushalt erfolgen werde, um Reibungen mit anderen Gemeinden zu vermeiden. Die Struktur stützt sich auf eine Kombination aus Mitteln der Europäischen Union, Darlehen staatlicher Kreditgeber wie der Bank Gospodarstwa Krajowego und öffentlich-privaten Partnerschaften.
Es geht nicht um den Staatshaushalt, sondern um eine finanzielle Zusammenstellung, die in anderen Städten keine negativen Emotionen hervorruft, aber die finanzielle Seite dieses Vorhabens effektiv umsetzt.
Die Auszahlung der Mittel bleibt an die Einholung der erforderlichen Verwaltungsgenehmigungen gebunden, darunter Umweltverträglichkeitsprüfungen, geologische Gutachten und die Baureife. Piątkowska, die einen Tag zuvor im Bednarski-Park ihr Programm vorgestellt hatte, argumentierte, dass eine zügige Dokumentation entscheidend sei, um den Zugang zu den Finanzierungsströmen zu erhalten. Im Juli 2026 stellte die Gemeinde 188 Millionen Złoty in einer Ausschreibung für die Vorplanungsdokumentation der ersten U-Bahn-Linie bereit, um den technischen Rahmen für die anschließenden Baugenehmigungen zu schaffen.
Wenn wir diese Investition wollen, müssen wir den Mut, die Kühnheit und den Ehrgeiz haben, sie nicht auf die lange Bank zu schieben, denn das könnte das Risiko bergen, aus dieser finanziellen Perspektive herauszufallen.
Projektzeitpläne und administrative Debatte
Die Initiative folgt auf eine Phase des kommunalen Übergangs, nachdem die Wähler den ehemaligen Bürgermeister Aleksander Miszalski in einem Referendum im Mai 2026 abberufen hatten. Der amtierende Bürgermeister Stanisław Kracik erklärte im Juni, dass die eigentlichen Bauarbeiten möglicherweise erst zwischen 2040 und 2045 beginnen könnten. Tusk wies diesen Zeitplan während der Pressekonferenz zurück, bezeichnete Kracik als übervorsichtig und riet den Einwohnern, sich nicht auf diese Schätzung zu verlassen.
Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir bereits fertige Analysen zum U-Bahn-Bau haben. Ich werde ihre Ergebnisse Anfang September beim Wirtschaftsforum in Karpacz vorstellen.
Infrastrukturminister Dariusz Klimczak gab bekannt, dass die ministeriellen Analysen des Krakauer U-Bahn-Projekts abgeschlossen seien und für eine Präsentation auf dem Wirtschaftsforum in Karpacz Anfang September 2026 vorgesehen seien. Die städtischen Pläne sehen die Fertigstellung der ersten U-Bahn-Linie innerhalb von 10 Jahren vor, mit einem langfristigen Entwurf, der zwei Linien mit einer Gesamtlänge von etwa 29 Kilometern vorsieht.
- Die Einwohner Krakaus stimmen in einem kommunalen Referendum für den Bau einer U-Bahn
- Die Wähler Krakaus berufen Bürgermeister Aleksander Miszalski in einem lokalen Referendum ab
- Krakau schreibt eine Ausschreibung über 188 Millionen Złoty für die Vorplanungsdokumentation der U-Bahn aus
- Premierminister Donald Tusk verspricht, dass Krakau die erste Priorität im 10-Milliarden-Euro-U-Bahn-Programm erhält
- Infrastrukturminister Dariusz Klimczak stellt Machbarkeitsanalysen der U-Bahn auf dem Wirtschaftsforum in Karpacz vor
- Krakau hält seine vorgezogene Bürgermeisterwahl ab
Kommunale Tourismusabgabe und anstehende Wahl
Tusk sprach auch lokale fiskalische Maßnahmen an und kündigte Pläne für eine gesetzliche kommunale Tourismussteuer an. Die Steuer soll die Einnahmen direkt in den Stadthaushalt fließen lassen, mit potenziellen Erträgen von bis zu 100 Millionen Złoty jährlich, und soll vor der nächsten Sommertourismus-Saison eingeführt werden.
- Ausschreibung für U-Bahn-Vorplanungsdokumentation
- 188 Mio. PLN
- Prognostizierte jährliche Tourismussteuereinnahmen
- 100 Mio. PLN
Der Besuch fand vor der vorgezogenen Bürgermeisterwahl am 27. September 2026 statt, bei der Piątkowska auf konkurrierende Kandidaten von Parteien trifft, darunter Recht und Gerechtigkeit, deren Vertreterinnen Beata Szydło und Małgorzata Wassermann ebenfalls in der Stadt mobilisiert haben.

