
Türkei fordert Russland und Ukraine auf, die Schifffahrt im Schwarzen Meer zu sichern, nachdem Drohnenangriffe auf zwei türkische Frachtschiffe Besatzungsmitglieder verletzen
Zwei türkische Frachtschiffe, die Nadezhda und die Yasar, wurden am 3. August in der Nähe des russischen Hafens Noworossijsk von Drohnen getroffen, wobei mehrere Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Ankara forderte Moskau und Kiew auf, dringende Maßnahmen zum Schutz der zivilen Schifffahrt zu ergreifen.
Der Angriff
Am Abend des 3. August wurden zwei türkische Frachtschiffe, die Nadezhda und die Yasar, kurz nach ihrer Abfahrt aus dem russischen Hafen Noworossijsk von Drohnen getroffen. Die Nadezhda, ein Ro-Ro-Schiff unter der Flagge Kameruns, war mit 22 Besatzungsmitgliedern an Bord, davon 13 türkische Staatsbürger, auf dem Weg nach Samsun in der Türkei. Der Angriff ereignete sich etwa 20 Seemeilen (37 Kilometer) vor der russischen Küste. Durch Explosionen wurden Bug und Besatzungskabinen beschädigt, ein Feuer brach aus und brannte stundenlang. Auch die unter der Flagge Panamas fahrende Yasar wurde getroffen, Einzelheiten zu Schäden und Besatzungsstatus wurden jedoch zunächst nicht bekannt gegeben.
Opfer und Rettung
Drei Besatzungsmitglieder der Nadezhda wurden in ernstem Zustand gemeldet, einige türkische Medien berichteten von vier Verletzten. Die BBC berichtete unter Berufung auf die türkische Generaldirektion für Seefahrt, dass 11 Besatzungsmitglieder der Nadezhda in russischen Krankenhäusern behandelt würden, während die übrigen Besatzungsmitglieder in einem Hotel untergebracht und bei guter Gesundheit seien. Russische Seestreitkräfte evakuierten alle 22 Besatzungsmitglieder nach Noworossijsk, da Rettungsmaßnahmen direkt an Bord wegen der Gefahr weiterer Drohnenangriffe als zu riskant galten. Bis Dienstag war das Feuer auf der Nadezhda gelöscht, die Planung der weiteren Maßnahmen lief.
Die Reaktion der Türkei
Das türkische Außenministerium verurteilte den Angriff scharf und forderte sowohl Russland als auch die Ukraine auf, sofortige konkrete Maßnahmen zur Gewährleistung der Navigationssicherheit im Schwarzen Meer zu ergreifen.
Wir sind ernsthaft besorgt über die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer, die trotz aller unserer Warnungen die zivile Schifffahrt beeinträchtigt. Wenn keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden, wird diese Eskalation vielfältige negative Auswirkungen haben, insbesondere auf die Ernährungssicherheit.
Das Ministerium betonte, dass die Sicherheit türkischer Staatsbürger oberste Priorität habe und man die Lage genau beobachte. Es machte keine Angaben zur Urheberschaft des Angriffs. Der Kapitän der Nadezhda, Yalçin Sahin, sagte jedoch der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, dass die Ukraine verantwortlich sei und sechs bis sieben Drohnen eingesetzt worden seien. Diese Behauptung wurde offiziell nicht bestätigt.
Eskalierendes Muster
Die Angriffe vom 3. August sind die jüngsten in einer Reihe von Angriffen auf türkische Zivilschiffe im Schwarzen Meer. Am 28. Mai und 22. Juni wurden bei Drohnen- und Raketenangriffen mindestens fünf türkische Seeleute verletzt. Ende Juni wurde ein türkisches Fischerboot in der Nähe der Krim angegriffen, wobei eine Person starb und vier verletzt wurden. Im Juli wurde ein türkisches Frachtschiff in der Nähe von Odessa getroffen, was die Ukraine als russischen Raketenangriff beschrieb und bei dem sechs Menschen starben. Die Türkei hatte bereits nach dem Vorfall im Mai vor einer "unkontrollierten Eskalation" gewarnt, und die jüngsten Angriffe haben Ankaras Forderungen nach Zurückhaltung verstärkt.
- Drohnenangriff auf türkisches Frachtschiff; Türkei warnt vor unkontrollierter Eskalation
- Angriff verletzt mindestens fünf türkische Seeleute
- Türkisches Fischerboot in der Nähe der Krim angegriffen, ein Toter, vier Verletzte
- Türkisches Frachtschiff bei Odessa getroffen, sechs Tote; Ukraine spricht von russischer Rakete
- Nadezhda und Yasar in der Nähe von Noworossijsk von Drohnen getroffen, mehrere Verletzte
Das türkische Außenministerium bekräftigte, dass der sich ausbreitende Konflikt ohne vorbeugende Schritte "mehrdimensionale negative Auswirkungen, auch auf die Ernährungssicherheit" haben werde, ein Verweis auf die Rolle des Schwarzen Meeres als wichtiger Korridor für Getreide und andere Rohstoffe.


