Griechenlands Ex-Premier Alexis Tsipras gründet neue Linkspartei ELAS und strebt politisches Comeback gegen die regierenden Konservativen an
Der frühere griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat seine Rückkehr in die aktive Politik angekündigt und in einer Rede an der Akropolis eine neue linke Koalition namens ELAS vorgestellt. Damit bereitet er den Boden für einen Kampf um die Neugestaltung der zersplitterten griechischen Linken vor den bis Mitte 2027 anstehenden Wahlen.
Die Ankündigung des Comebacks
Der frühere griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (51) hat seine Rückkehr in die aktive Politik erklärt und eine neue politische Plattform namens Griechische Linkskoalition (ELAS) ins Leben gerufen. Die Ankündigung erfolgte in einer Rede vor der Kulisse der Akropolis in Athen, die von zahlreichen griechischen Medien live übertragen wurde. Tsipras bezeichnete die neue Gruppierung als „progressive und moderne Partei“ und erklärte, dass sie mit ihm an der Spitze die Regierungsverantwortung anstrebe.
Eine progressive und moderne Partei.
Tsipras‘ politische Wüste
Tsipras hatte sich nach schweren Wahlniederlagen seiner früheren Partei, der Koalition der Radikalen Linken (Syriza), in den Jahren 2019 und 2023 weitgehend aus der aktiven Politik zurückgezogen. Er ging sogar so weit, sein Parlamentsmandat im Jahr 2025 niederzulegen. In dieser Zeit veröffentlichte er ein Buch, in dem er versuchte, einen Schlussstrich unter die Jahre der Finanzkrise zu ziehen. Darin machte er vor allem ehemalige Minister und enge Vertraute für politische Fehltritte verantwortlich, während er weitgehend auf Selbstkritik an seinen eigenen Entscheidungen verzichtete. Seine Amtszeit als Ministerpräsident von 2015 bis 2019 war geprägt von Phasen, in denen Griechenland zeitweise am Rande eines Austritts aus der Eurozone stand.
Angriff auf die konservative Regierung
In seiner Comeback-Rede griff Tsipras die konservative Regierung von Kyriakos Mitsotakis, die seit 2019 an der Macht ist, scharf an. Er beschuldigte die Regierung der Korruption, der Schwächung der Rechtsstaatlichkeit und der Förderung wachsender sozialer Ungleichheit. Diesen Vorwürfen stellte er Versprechungen von sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und nationaler Souveränität entgegen, sollte seine neue Partei wieder an die Macht kommen.
Der Kampf um die Linke
Die Gründung der ELAS eröffnet faktisch einen Wettbewerb um die Neuordnung des griechischen linken und linken Spektrums. Tsipras‘ ehemalige Regierungspartei Syriza ist inzwischen in mehrere politisch unbedeutende Splittergruppen zerfallen. Die neue Partei wird nun direkt um diese Wählerschaft konkurrieren.
- Tsipras wird Ministerpräsident Griechenlands und führt Syriza.
- Syriza erleidet eine schwere Wahlniederlage gegen Kyriakos Mitsotakis‘ Nea Dimokratia.
- Syriza verliert eine zweite Parlamentswahl in Folge.
- Tsipras legt sein Mandat im griechischen Parlament nieder.
- Tsipras kündigt sein politisches Comeback mit der neuen Griechischen Linkskoalition (ELAS) an.
- Frist für die nächsten griechischen Parlamentswahlen.
Wahlpolitische Landschaft
Trotz des großen Aufwands bei der Gründung deuten aktuelle Umfragen auf einen steilen Aufstiegskampf hin. Die regierenden Konservativen behaupten einen komfortablen Vorsprung von mehr als 15 Prozentpunkten und sind damit die klar stärkste Kraft. Tsipras‘ neue Partei liefert sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz mit den Sozialdemokraten der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok). Die nächsten Parlamentswahlen in Griechenland müssen spätestens bis zum Frühsommer 2027 stattfinden.


