Regierung · Prag
Tschechische Regierung schafft Rundfunkgebühren ab und stellt öffentlich-rechtliche Medien auf Staatsbudget um – mit Kürzungen in Milliardenhöhe
Das tschechische Kabinett hat heute die Abschaffung der Rundfunk- und Fernsehgebühren beschlossen. Diese werden durch eine direkte Finanzierung aus dem Staatshaushalt ersetzt, was die jährlichen Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender um über eine Milliarde Kronen kürzen wird. Der Schritt, den Opposition und Mediengewerkschaften als Bedrohung der redaktionellen Unabhängigkeit kritisieren, löste einen 24-stündigen Streik der Mitarbeiter sowie Protestmärsche in Prag aus.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Blesk.cz, Seznam Zprávy, iDNES.cz und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Regierung stimmte für das Ende der Rundfunkgebühren für Haushalte ab dem kommenden Jahr und stellt die öffentlich-rechtlichen Medien auf eine direkte Finanzierung aus dem Staatshaushalt um.
Das Tschechische Fernsehen erhält 5,74 Milliarden Kronen (ein Minus von etwa 1 Milliarde), der Tschechische Rundfunk 2,065 Milliarden (ein Minus von etwa 350 Millionen) im Vergleich zu den geplanten Gebühreneinnahmen für 2026.
Eine neue Indexierungsformel erhöht die Finanzierung automatisch, wenn die kumulierte Inflation 10 Prozent übersteigt – eine Anhebung gegenüber der ursprünglichen 5-Prozent-Schwelle.
Der ehemalige Kulturminister Vít Rakušan und Oppositionsparteien erklären, der Schritt zerstöre die unabhängige Finanzierung und fürchten einen „slowakischen Weg“ für die tschechischen öffentlich-rechtlichen Medien.
Mitarbeiter von ČT und ČRo begannen einen 24-stündigen Streik, während Studentengruppen einen Marsch zum Regierungsgebäude organisierten und mittags Wecker läuteten, um das Kabinett „aufzuwecken“.
Was die Regierung beschlossen hat
Die Regierung von Andrej Babiš (ANO) hat heute für die Abschaffung der Rundfunkgebühren für das Tschechische Fernsehen (ČT) und den Tschechischen Rundfunk (ČRo) ab dem kommenden Jahr gestimmt. Kulturminister Oto Klempíř (Motoristé) kündigte an, dass das Tschechische Fernsehen 5,74 Milliarden Kronen aus dem Staatshaushalt erhalten werde – etwa eine Milliarde weniger als die 6,73 Milliarden, die in diesem Jahr durch Gebühren eingenommen werden sollten. Der Tschechische Rundfunk erhält 2,065 Milliarden, ein Rückgang von etwa 350 Millionen Kronen gegenüber den für 2026 erwarteten 2,48 Milliarden aus Gebührengeldern.
„Die Regierung hat heute eine Änderung der Mediengesetze verabschiedet, die im Einklang mit unserer Regierungserklärung die Rundfunkgebühren für öffentlich-rechtliche Medien abschafft. Wir schließen uns damit der Mehrheit der EU-Länder an, die sich bereits von dieser veralteten Finanzierungsmethode verabschiedet haben.“
Das neue Gesetz enthält eine automatische Indexierungsformel, die eine Anpassung auslöst, sobald die kumulierte Inflation 10 Prozent übersteigt – ein Wert, den die Regierung gegenüber einem früheren Entwurf, der die Schwelle bei 5 Prozent ansetzte, angehoben hat. Klempíř argumentierte, die knapperen Budgets würden die Qualität nicht beeinträchtigen, sondern beide Institutionen zu mehr Effizienz zwingen.
- Česká televize – Gebühreneinnahmen 2026
- 6.73 Mrd. CZK
- Česká televize – geplantes Budget
- 5.74 Mrd. CZK
- Český rozhlas – Gebühreneinnahmen 2026
- 2.48 Mrd. CZK
- Český rozhlas – geplantes Budget
- 2.065 Mrd. CZK
Daten aus dem Artikeltext
Die Begründung der Regierung
Das Kabinett bezeichnete die Reform als Erfüllung seines Koalitionsprogramms, mit dem die finanzielle Belastung für Haushalte und Unternehmen gesenkt werden soll. Babiš betonte, der Mechanismus sei fair und vorhersehbar, enthalte eine Inflationsklausel und die öffentlich-rechtlichen Medien müssten lernen zu sparen. „Ganz Europa spart, die BBC spart“, sagte er vor Journalisten.
„Wir haben die Unabhängigkeit des ČT nie bedroht. Wir hätten die Berichte ablehnen und alles hinwegfegen können. Das haben wir nicht getan und werden es auch nicht tun. Wir erfüllen nur, was wir versprochen haben.“
Der Premierminister deutete zudem an, dass die Mittel für die Sender durch das System der elektronischen Umsatzregistrierung (EET) aufgebracht würden, und wies Vermutungen zurück, dass die einfachen Bürger die Zeche zahlen müssten.
Opposition warnt vor dem „slowakischen Weg“
Vertreter der Opposition reagierten scharf. Der ehemalige Kulturminister Vít Rakušan (STAN) warf der Regierung vor, über die bloße Änderung der Finanzierungsmethode zu lügen, und argumentierte, sie entziehe den öffentlich-rechtlichen Medien ihre Unabhängigkeit bei gleichzeitiger drastischer Kürzung ihrer Budgets.
„Die heutige Entscheidung der Regierung ist eindeutig: Die Einnahmen des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks werden gekürzt und ihre unabhängige Finanzierung abgeschafft. Offenbar steht der slowakische Weg bevor.“
Er merkte zudem spöttisch an, wenn die Exekutive wolle, dass die Sender mit dem Geld von 2024 auskommen, solle sie ihre eigenen Ausgaben ebenfalls auf dem Niveau von 2024 verwalten. Die Direktoren von ČT und ČRo hatten Sicherungsmechanismen gefordert, etwa eine qualifizierte Mehrheit im Parlament für jede Änderung des Finanzierungsgesetzes. Die Minister lehnten dies jedoch ab; Klempíř argumentierte, kein einfaches Gesetz dürfe stärker geschützt sein als andere und jede Regierung müsse die Möglichkeit behalten, Budgets mit einer parlamentarischen Mehrheit anzupassen.
Streik und Straßenproteste
Die Mitarbeiter des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks riefen als Reaktion auf die geplante Finanzierungsumstellung zu einem 24-stündigen Streik auf. Unterdessen organisierten die Studenteninitiativen „Média nedáme!“ und „Stojíme za kulturou!“ einen Protestmarsch von Letná zum Regierungsgebäude, bei dem unter dem Motto „Regierung, wach auf“ um Punkt zwölf Uhr vor der Straka-Akademie Wecker läuteten.
Parlamentarischer Kampf steht bevor
Der Gesetzentwurf geht nun an das Unterhaus, wo die Koalition aus ANO, SPD und Motoristé über eine Mehrheit verfügt und ein wahrscheinliches Veto des Senats überstimmen kann. Auch Präsident Petr Pavel könnte versuchen, das Gesetz zu blockieren, obwohl die Koalition wiederholt signalisiert hat, dass sie es ungeachtet dessen durchsetzen werde. Die Regierung treibt gleichzeitig eine begleitende Verfassungsänderung voran, die es dem Obersten Rechnungshof ermöglichen würde, die Finanzen von ČT und ČRo zu prüfen – ein weiterer Schritt, den Kritiker als Aushöhlung der Autonomie der Sender betrachten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Blesk.czBabiš oútočil na šéfa rozhlasu: "Lhal!" Klempíř řekl, kolik dostane ČT po zrušení poplatků
- Seznam ZprávyVláda schválila zrušení koncesionářských poplatků
- iDNES.czBojí se kontroly, a tak veřejnoprávním médiím berou nezávislost, tepe opozice vládu
- Lidovky.czVláda chce zrušit poplatky pro Českou televizi a Český rozhlas a nahradit je financováním z rozpočtu
- Andrej Babiš
- Premierminister der Tschechischen Republik, Vorsitzender der ANO
- Oto Klempíř
- Tschechischer Kulturminister (für Motoristé)
- Hynek Chudárek
- Direktor des Tschechischen Fernsehens (ČT)
- René Zavoral
- Direktor des Tschechischen Rundfunks (ČRo)
- Vít Rakušan
- Ehemaliger tschechischer Kulturminister, Oppositionspolitiker (STAN)
- Petr Pavel
- Präsident der Tschechischen Republik
- Orte
- Prag
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