
Trump fliegt erstmals mit luxuriöser, von Katar geschenkter Air Force One – Ethikfragen nehmen zu
Der US-Präsident flog an Bord der modifizierten Boeing 747-8 nach North Dakota, lobte die Maschine und sieht sich gleichzeitig neuen Fragen zu den verfassungsrechtlichen und ethischen Implikationen ausgesetzt.
Jungfernflug und Tamtam
Präsident Donald Trump hat am Mittwoch seinen ersten Flug an Bord der neuen Air Force One absolviert, einer stark modifizierten, von Katar gespendeten Luxus-Boeing-747-8. Gegenüber Journalisten auf der Joint Base Andrews vor dem Inlandsflug nach North Dakota zeigte sich Trump begeistert von dem Flug und sagte, niemand habe je so etwas gesehen. Der Präsident wird an einer Veranstaltung in der Theodore-Roosevelt-Präsidentenbibliothek im Rahmen der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit teilnehmen. Eine der älteren Präsidentenmaschinen begleitete den Flug als Reserve.
Um ehrlich zu sein, ich freue mich auf den ersten Flug. Niemand hat je so etwas gesehen.
Das Geschenk aus Katar und seine Kosten
Das etwa 400 Millionen US-Dollar (348 Millionen Euro) teure Flugzeug wurde im Mai 2025 als Geschenk aus Katar angenommen und seitdem umfassend sicherheitstechnisch und luxuriös aufgerüstet. Trump behauptete, die Kosten für die Modifikation seien für den US-Steuerzahler „sehr gering im Vergleich zu dem, was es kosten würde, wenn wir es anders machen würden“, nannte aber keine konkrete Zahl. Er gab an, die USA könnten ein solches Flugzeug nicht bauen, weil sie nicht bereit wären, das nötige Geld auszugeben. Die Maschine dient als Übergangslösung, bis Boeing zwei neue, speziell gebaute Air Force Ones liefert, die nach Verzögerungen und Kostenüberschreitungen in etwa zwei Jahren erwartet werden.
- Katar spendet Boeing 747-8 an das US-Verteidigungsministerium, nachdem Trump das Geschenk annimmt
- Trump absolviert Jungfernflug auf dem Jet als neue Air Force One in Richtung North Dakota
- Erwartete Auslieferung von zwei neuen, speziell gebauten Air Force Ones von Boeing
Ethischer und rechtlicher Sturm
Die Spende löste sofort verfassungsrechtliche und ethische Einwände aus. Die US-Verfassung verbietet Regierungsbeamten die Annahme von Geschenken ausländischer Staaten ohne Zustimmung des Kongresses. Um dies zu umgehen, wurde die katarische „Spende“ formell an das Verteidigungsministerium gerichtet. Demokraten bezeichneten die Regelung als „blanke Korruption“ und drohten mit Protesten im Kongress. Kritiker äußerten zudem Sicherheitsbedenken, da eine ausländische Macht die Baupläne und Systeme des Präsidentenflugzeugs kenne.
Ehrlich gesagt, wir könnten ein solches Flugzeug nicht bauen, weil wir nicht bereit wären, das nötige Geld auszugeben. Sie haben Spitzendollar ausgegeben.
Krypto-Offenlegung verstärkt Prüfung
Der Jungfernflug erfolgte einen Tag nachdem Finanzunterlagen offenbarten, dass Trump in seinem ersten Jahr nach der Rückkehr an die Macht rund 1,2 Milliarden Dollar mit den Kryptowährungsgeschäften seiner Familie verdient hatte. Der zeitliche Zusammenhang nährte die breitere Erzählung über die Verstrickung des Präsidenten mit ausländischen und kommerziellen Interessen. Trump wies jeglichen Anschein von Unrecht zurück und sagte, die Kosten für die katarische Maschine seien im Vergleich zu Alternativen vernachlässigbar.
Wie es weitergeht
Während die gespendete Maschine in den aktiven Dienst geht, arbeitet Boeing weiter an zwei speziell gebauten Ersatzflugzeugen. Trump drängt seit langem auf die Modernisierung der alternden Flotte, deren derzeitige Maschinen etwa 35 Jahre alt sind. Der Emir von Katar, der auch die Gespräche zwischen den USA und dem Iran vermittelt, hatte darauf bestanden, das Flugzeug als Geschenk und nicht als Leihgabe zu überlassen, so Trump.


