Richter ordnet an: Trump muss Finanzunterlagen in 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage gegen BBC offenlegen
Ein Bundesmagistratsrichter in Miami entschied am Dienstag, dass Donald Trump Finanzunterlagen aus seinem Familientrust, der mehr als 400 Unternehmen umfasst, herausgeben muss, während sich die BBC gegen seine 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage über eine Dokumentation aus dem Jahr 2024 verteidigt.
Das Urteil
Am Dienstag ordnete die US-Magistratsrichterin Enjoliqué Lett an, dass Donald Trump Finanzunterlagen aus dem Donald J Trump Revocable Trust, der mehr als 400 Unternehmen umfasst, herausgeben muss. Das Urteil erging während der ersten Anhörung in der 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage, die Trump gegen die BBC eingereicht hatte. Lett erklärte, dass sowohl Reputations- als auch wirtschaftliche Schäden zur Debatte stünden, und wies Trumps Versuch zurück, den Fall auf reine Rufschädigung zu beschränken.
Die gesamte Marke, die Immobilien und die Unternehmen von Präsident Trump werden in Misskredit gebracht oder sollen in Misskredit gebracht worden sein. Reputationsschäden, wirtschaftliche Schäden – all das steht in diesem Fall nun zur Debatte.
Hintergrund der Klage
Trump verklagte die BBC Ende letzten Jahres wegen einer Panorama-Dokumentation aus dem Jahr 2024 mit dem Titel „Trump, A Second Chance“, die Ausschnitte aus seiner Rede vom 6. Januar 2021 so zusammenfügte, dass es den Anschein erweckte, er habe direkt zu Gewalt aufgerufen. Die BBC entschuldigte sich im November letzten Jahres in einem Brief von Vorsitzendem Samir Shah und bezeichnete die Bearbeitung als unbeabsichtigt. Der Sender argumentierte, die Dokumentation sei in den USA nicht ausgestrahlt worden und die Verleumdungsklage sei unbegründet, und beantragte die Abweisung des Falles. Dieser Antrag ist noch anhängig.
## Discovery-Streit Der BBC-Anwalt Charles Tobin teilte dem Gericht mit, dass der Sender 87.000 Seiten Dokumente vorgelegt habe, während Trumps Seite nur 735 Seiten herausgegeben habe, was Tobin als „Scheinproduktion“ von aus dem Internet zusammengetragenen Nachrichtenartikeln bezeichnete. Tobin sagte, das Discovery-Verfahren sei „völlig einseitig“ gewesen. Die Richterin erlaubte der BBC außerdem, Trump-Familienmitglieder und -Berater, darunter Donald Trump Jr., Steve Bannon und Stephen Miller, zu Trumps Absichten am 6. Januar vorzuladen. Trumps Anwalt Alejandro Brito bezeichnete die Vorladungen als „Fishing Expedition“ zur „Belästigung“ ehemaliger Amtsträger. Lett traf eine geteilte Entscheidung bezüglich eines separaten BBC-Antrags auf Dokumente, die direkt mit dem Kapitol-Sturm in Zusammenhang stehen.
- BBC strahlt die Dokumentation „Trump, A Second Chance“ mit bearbeiteter Rede vom 6. Januar aus
- BBC-Vorsitzender Samir Shah sendet Trump einen Entschuldigungsbrief für die irreführende Bearbeitung
- Trump reicht 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage gegen die BBC ein
- Magistratsrichterin Enjoliqué Lett ordnet an, dass Trump Finanzunterlagen herausgeben muss
- Trump kann das Urteil beim US-Bezirksrichter Roy Altman anfechten
Trumps Versuch, den Fall einzugrenzen
Brito sagte, die Herangehensweise des Präsidenten habe sich „weiterentwickelt“ und er verfolge nun nur noch Reputationsschäden, nicht aber wirtschaftliche Schäden für seine Unternehmen. Er argumentierte, dass die Finanzunterlagen daher nicht notwendig seien. Tobin entgegnete, dass Trumps Ruf und sein Geschäft untrennbar seien, und wies darauf hin, dass Trump mit einer Plattform für Geschäfte für das Präsidentenamt kandidiert habe. Das Urteil der Richterin bedeutet, dass die Offenlegung der Finanzen fortgesetzt wird, es sei denn, Trump legt Berufung ein.
Er kandidierte für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten mit einer Plattform der Kunst des Deals. Man kann den Mann und seinen Ruf nicht von der Führung seiner Unternehmen trennen.
Was als Nächstes kommt
Trump kann das Urteil beim US-Bezirksrichter Roy Altman, einem von Trump ernannten Richter, anfechten. Brito lehnte eine Stellungnahme dazu ab, ob Berufung eingelegt wird. Der umfassendere Verleumdungsfall befindet sich noch in einem frühen Stadium; der Antrag der BBC auf Abweisung ist noch anhängig. Das Discovery-Verfahren, das nun auch Trumps Finanzen umfasst, könnte einen seltenen Einblick in das Geschäftsimperium des ehemaligen Präsidenten gewähren.
- BBC
- 87000 Seiten
- Trump
- 735 Seiten


