
Trump verhängt 50% Zölle auf kanadische Waren; Carney sagt, alle Optionen liegen auf dem Tisch
Der US-Präsident unterzeichnete am Montag eine Executive Order, die Wein, Hockeyschläger, Zement und andere Importe betrifft, in Kraft in 30 Tagen. Der kanadische Premierminister Mark Carney nannte den Schritt einen Verstoß gegen das USMCA und sagte, Ottawa werde alle Optionen prüfen.
Die Zollverordnung
Präsident Donald Trump unterzeichnete am Montag eine Executive Order, die zusätzliche 50% Zölle auf eine breite Palette kanadischer Waren verhängt. Die Anordnung, die sich auf Abschnitt 338 des Zollgesetzes von 1930 stützt, tritt in 30 Tagen in Kraft. Das Weiße Haus begründete den Schritt als Reaktion auf das, was es als diskriminierende Behandlung amerikanischer Automobile, Milchprodukte und alkoholischer Getränke durch Kanada bezeichnete. Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte Reportern, die Zölle stünden nicht im Zusammenhang mit dem Waldbrandrauch, der in US-Städte geweht sei, obwohl Trump zuvor mit Abgaben wegen dieses Themas gedroht hatte.
- Trump und Carney treffen sich bei den WM-Endspielen in New Jersey, besprechen keine Zölle.
- Trump unterzeichnet eine Executive Order, die 50% Zölle auf kanadische Waren verhängt.
- Carney und Trump führen ein Telefonat und vereinbaren, die Handelsverhandlungen zu intensivieren.
- Neue Zölle sollen in Kraft treten.
Carneys Reaktion und diplomatischer Kanal
Premierminister Mark Carney verurteilte die Zölle als einseitige Maßnahme, die gegen das US-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) verstoße. Er sagte, Ottawa strebe ein umfassendes Handelsabkommen mit Washington an, kein begrenztes, und warnte, dass alle Optionen auf dem Tisch lägen. Carney erklärte zudem, dass die kanadischen Provinzen ihre Verbote des Verkaufs amerikanischer alkoholischer Getränke nur im Rahmen eines umfassenderen Abkommens aufheben sollten.
Alle Optionen liegen auf dem Tisch.
Carney und Trump telefonierten am Dienstag und vereinbarten, die Handelsverhandlungen in den kommenden Wochen zu intensivieren. Die beiden Führungskräfte hatten sich am Sonntag bei den WM-Endspielen in New Jersey persönlich getroffen, aber ein hochrangiger Beamter sagte, sie hätten bei dieser Begegnung nicht über Zölle gesprochen.
Betroffene Sektoren und Ausnahmen
Die neuen Abgaben decken Dutzende von Produktkategorien ab, darunter Wein, Hockeyschläger, Zement und andere Konsum- und Industriegüter. Bemerkenswerterweise gelten die Zölle sogar für Waren, die im Rahmen des USMCA-Freihandelsabkommens importiert werden, was das Abkommen faktisch herabstuft. Strategisch wichtige Exporte sind jedoch ausdrücklich ausgenommen: Energie, Kalisalz, kritische Mineralien und Fischereiprodukte bleiben von der zusätzlichen 50%-Abgabe unberührt.
Bestehende Handelskonflikte
Die jüngste Eskalation erhöht eine bereits hohe Zollbelastung. Die Vereinigten Staaten erheben bereits Abgaben von 15% bis 50% auf kanadischen Stahl, Aluminium und Kupfer, einen Zoll von 35% auf kanadisches Schnittholz und eine Steuer von 25% auf Autoteile nicht-US-amerikanischen Ursprungs. Kanada seinerseits hat Vergeltungszölle von 25% auf ausgewählte Importe von amerikanischem Stahl, Aluminium und Fahrzeugen verhängt. Fast alle kanadischen Provinzen haben amerikanischen Alkohol boykottiert und Produkte aus den Regalen genommen.
- Schnittholz
- 35 %
- Steuer auf Nicht-US-Autoteile
- 25 %
- Kanadische Vergeltungszölle
- 25 %
Der US-Handelsbeauftragte Jamison Greer beschuldigte Kanada, weiterhin Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, während die USA versuchen, den Handel neu auszubalancieren.
Im Gegensatz zu anderen Partnern und Verbündeten setzt Kanada seine Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA für deren Bemühungen zur Neuausrichtung des Handels fort. Kanada entfernt amerikanische Alkoholprodukte aus den Regalen, gewährt europäischen Milchprodukten besseren Zugang und begrenzt die Exporte amerikanischer Autos nach Kanada von Unternehmen, die ihren Hauptsitz in die USA verlegt haben.
Wie es weitergeht
Da die Zölle am 19. August in Kraft treten sollen, haben die beiden Regierungen ein schmales Zeitfenster für eine Deeskalation. Carneys Beharren auf einem umfassenden Abkommen, statt auf punktuellen Zugeständnissen, signalisiert, dass Ottawa seine eigenen Gegenmaßnahmen nicht schnell aufheben wird. Das Telefonat zwischen den Führungskräften hat eine diplomatische Spur eröffnet, aber die grundlegenden Streitigkeiten über Milchquoten, Autoregeln und Alkoholzugang bleiben ungelöst.

