
Trump stellt Patriot-Lizenz für Ukraine in Frage und sagt: „Wir jagen den Frieden“ – Entsandte reisen nach Kiew
Drei Wochen nachdem er Kiew eine Produktionslizenz für Patriot-Raketen zugesagt hatte, sagt Donald Trump nun, er sei „nicht sicher“ und „prüfe“ den Schritt, während er Gesandte in die Ukraine schickt, um einen neuen Friedensvorstoß zu unternehmen.
Trumps Kehrtwende bei der Patriot-Lizenz
In einem Telefoninterview mit der Financial Times am 30. Juli stellte Präsident Donald Trump ernsthaft in Frage, ob die Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen erhalten würde. „Es ist eine sehr besondere Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, wem wir die Lizenz geben“, sagte er. Auf die direkte Frage, ob er die Produktion erlauben würde, antwortete Trump, er sei „nicht sicher“ und fügte hinzu: „Wir prüfen das.“
Diese Äußerungen stellen eine deutliche Abkehr von dem dar, was der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als feste Zusage beschrieben hatte. Beim NATO-Gipfel am 8. Juli (der laut mehreren polnischen Medien in Ankara oder laut einem Bericht in Washington stattfand) sagte Trump Selenskyj, dass Kiew die Lizenz erhalten werde. Selenskyj erklärte später gegenüber Axios, dass Trump bei einem anschließenden Treffen im Weißen Haus am 28. Juli erneut der Produktionslizenz zugestimmt habe.
Friedensvorstoß und der Besuch der Gesandten
Trump begründete sein Zögern als Teil einer umfassenderen Neuausrichtung hin zur Beendigung des Krieges. „Ganz einfach gesagt, wir wollen den Krieg in der Ukraine mit Russland beenden“, sagte er der Financial Times. „Ich jage keine Raketen. Wir jagen den Frieden.“ Er kündigte an, dass seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in den kommenden Tagen zum ersten Mal in die Ukraine reisen würden. Die Financial Times berichtete, dass der Besuch darauf abzielt, die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung der russischen Invasion wiederzubeleben.
Radio Wolna Europa lieferte weitere Details und berichtete, dass die Reise für die zweite Augusthälfte geplant sei. Die Gesandten sollen an Veranstaltungen zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine am 24. August teilnehmen.
Selenskyjs dringende Raketenanfrage
Nach dem Treffen im Weißen Haus am 28. Juli sagte Selenskyj gegenüber Axios, er habe Trump um ein Notfall-„Winterpaket“ mit 300 Patriot-Abfangraketen gebeten. Die eigenen Bestände der Ukraine an diesen Abfangraketen seien fast erschöpft, und das Patriot-System sei die einzige Waffe, die russische ballistische und Hyperschallraketen wirksam bekämpfen könne. „Wir brauchen Patriots gestern“, sagte Selenskyj in dem Interview. Die Anfrage erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die amerikanischen Patriot-Bestände durch den US-israelischen Krieg mit dem Iran ebenfalls stark dezimiert wurden.
Eine sich verändernde diplomatische Landschaft
Die Abfolge der Ereignisse zeigt einen raschen Stimmungswandel. Am 8. Juli schien Trump bereit, die Lizenz zu erteilen. Bis zum 28. Juli glaubte Selenskyj noch, die Zusage stehe. Zwei Tage später ruderte Trump öffentlich zurück, betonte Vorsicht und eine Konzentration auf Verhandlungen. Die geplante Mission von Kushner und Witkoff, die um die Unabhängigkeitsfeierlichkeiten der Ukraine herum terminiert ist, signalisiert, dass Washington nun einen diplomatischen Weg priorisiert, anstatt die militärisch-industrielle Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
- Trump teilt Selenskyj beim NATO-Gipfel mit, dass die Ukraine eine Produktionslizenz für Patriot-Raketen erhält
- Selenskyj sagt, Trump stimme der Lizenz bei einem Treffen im Weißen Haus erneut zu
- Trump sagt der Financial Times, er sei „nicht sicher“ bezüglich der Lizenz und „prüfe sie“
- Die Gesandten Kushner und Witkoff besuchen Kiew zu den Unabhängigkeitstagsfeierlichkeiten


