Diplomatie · Washington, D.C., San Francisco und Évian-les-Bains
Trump macht nach G7-Gesprächen Kehrtwende bei Einstufung von Anthropic als Bedrohung und signalisiert mögliche Lockerung der Exportkontrollen
In einem Interview mit Axios erklärt Präsident Trump, dass er den KI-Riesen Anthropic nicht mehr als nationale Sicherheitsbedrohung betrachte – eine scharfe Kehrtwende nach den Exportkontrollen der vergangenen Woche, im Anschluss an ein G7-Treffen mit CEO Dario Amodei.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von TechCrunch, The Next Web, Reuters und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Präsident Trump sagte Axios, er betrachte Anthropic nicht mehr als nationale Sicherheitsbedrohung und das Unternehmen habe sich „sehr verantwortungsvoll“ verhalten – eine scharfe Kehrtwende gegenüber der Vorwoche.
Das Handelsministerium verhängte am 12. Juni Exportkontrollen, nachdem Amazon-CEO eine angebliche Sicherheitslücke in Fable 5 gemeldet hatte, was Anthropic zur Aussetzung des globalen Zugangs zwang.
Einige Organisationen, darunter Dragos und Cisco, behielten im Rahmen des Glasswing-Programms Zugang zur eingeschränkten Mythos Preview, während Europas ENISA abgeschnitten wurde.
Anthropics vertraulicher Börsengang mit einer gemeldeten Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar war durch das Exportverbot belastet; Trumps Signal einer möglichen Rücknahme könnte die Nerven der Anleger beruhigen.
- 1.06.Anthropic reicht vertraulich Börsengang ein, bewertet mit 965 Mrd. USD laut Fortune.
- 12.06.Handelsministerium erlässt Exportkontrollrichtlinie; Anthropic setzt globalen Zugang zu Fable 5 und Mythos 5 aus.
- 17.06.Trump trifft Anthropic-CEO Dario Amodei beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains.
- 19.06.Trump sagt Axios, er betrachte Anthropic nicht mehr als Bedrohung, und signalisiert mögliche Rücknahme.
Vom Schulterschluss zum Handschlag
Präsident Donald Trump sagte in einem vorab aufgezeichneten, am Freitag veröffentlichten Axios-Interview, dass er Anthropic nicht mehr als nationale Sicherheitsbedrohung betrachte. Auf die Frage, ob er das KI-Unternehmen für eine Bedrohung halte, antwortete Trump: „Nun, jetzt nicht mehr, aber vor einer Woche vielleicht.“ Er beschrieb ein Treffen mit CEO Dario Amodei beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains am Mittwoch, von dem er mit dem Eindruck gegangen sei, Amodei sei „nett“ und „klug“.
„Er hat sehr schnell auf uns reagiert, weil es, wie Sie wissen, eine enorme Haftung ist. Dafür kommt man sofort ins Gefängnis. Damit kann man keine Spielchen spielen. Und er hat, wie ich fand, sehr verantwortungsvoll reagiert.“
Trump deutete an, dass er die Beschränkungen für Anthropics Modelle Fable 5 und Mythos 5 lockern könnte, und sagte auf die Frage nach einer möglichen Rücknahme: „Das würde ich tun, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das tun muss.“
Eine Woche der Krise
Am 12. Juni ordnete das Handelsministerium an, dass Anthropic vor dem Zugriff ausländischer Staatsangehöriger auf seine leistungsstärksten KI-Systeme, Fable 5 und Mythos 5, die Genehmigung der US-Regierung einholen müsse. Die Anweisung folgte auf monatelange zunehmende Spannungen. Im März hatte das Pentagon Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft, nachdem sich das Unternehmen geweigert hatte, Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit Überwachung und autonomen Waffen aus Produkten zu entfernen, die vom US-Militär genutzt werden. Handelsminister Howard Lutnick sandte daraufhin einen Brief, in dem er mit strafrechtlichen Anklagen drohte. Die Situation eskalierte, als Amazon-CEO Andy Jassy die Regierung über eine angebliche Sicherheitslücke in Fable 5 informierte. Das Weiße Haus verhängte Exportkontrollen, und Anthropic setzte den globalen Zugang zu beiden Modellen innerhalb von etwa 90 Minuten aus.
Die Ausnahme, die Bestand hatte
Die Abschaltung war nicht vollständig. Organisationen, die im Rahmen des Glasswing-Programms frühzeitigen Zugang zu einer stärker eingeschränkten Version, Mythos Preview, erhalten hatten, behielten diesen. Das Cybersicherheitsunternehmen Dragos und Cisco Systems bestätigten beide, dass sie weiterhin Zugang hatten. Der europäischen Cybersicherheitsbehörde ENISA wurde jedoch mitgeteilt, dass sie keinen Zugang mehr erhalten würde, was eine frühere Einladung rückgängig machte. Die Episode verdeutlichte das Ermessen, das Anthropic bei der Auslegung der Exportrichtlinie besitzt.
„Wir sind der Regierung für ihre fortlaufende Partnerschaft bei der Lösung dieser Angelegenheit so schnell wie möglich dankbar. Wir bleiben bestrebt, gemeinsam mit ihr an unseren gemeinsamen Zielen zu arbeiten, kritische Infrastrukturen zu schützen und sicherzustellen, dass die USA bei KI führend sind.“
Verbündete leisten Widerstand
Das Verbot stieß bei der G7 auf scharfe Reaktionen. Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte: „Wir werden keine Modelle dieser Unternehmen kaufen, wenn man über Nacht einfach den Schalter umlegen kann.“ Der indische Premierminister Narendra Modi forderte einen breiten und inklusiven Zugang zu US-KI-Modellen, während das Vereinigte Königreich eine Ausnahme beantragte, die abgelehnt wurde. Eine Gruppe von mehr als 170 Technologieführern unterzeichnete einen offenen Brief, in dem es hieß, die Beschränkungen gefährdeten Amerikas Führungsrolle bei KI.
Der Schatten des Börsengangs
Anthropic hatte Anfang Juni vertraulich einen Börsengang beantragt, mit einer Bewertung, die Fortune auf rund 965 Milliarden US-Dollar bezifferte. Die bundesstaatlichen Beschränkungen hatten Unsicherheit über die Notierung gebracht. Trumps versöhnlicher Ton und die Möglichkeit einer Deeskalation könnten das Vertrauen der Anleger vor dem Börsengang stabilisieren.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- TechCrunchEncryption, spyware, and now Mythos: History shows why cyber export control doesn't work
- The Next WebTrump says he no longer views Anthropic as a national security threat after G7 meeting with CEO
- ReutersTrump tells Axios he no longer views Anthropic as national security threat
- AxiosExclusive: Trump tells "The Axios Show" that Anthropic was a national security threat
- Donald Trump
- Präsident der Vereinigten Staaten, der seine Haltung zu Anthropic nach einem G7-Treffen änderte.
- Dario Amodei
- CEO und Mitbegründer von Anthropic, traf Trump beim G7-Gipfel.
- Howard Lutnick
- US-Handelsminister, der einen Brief mit der Androhung strafrechtlicher Anklagen gegen Anthropic sandte.
- Pete Hegseth
- US-Verteidigungsminister, mit dem Anthropic über die Rolle der KI auf dem Schlachtfeld aneinandergeriet.
- Emmanuel Macron
- Präsident von Frankreich, warnte bei der G7 vor einem US-‚Kill Switch‘ für KI-Modelle.
- Andy Jassy
- CEO von Amazon, der die Regierung über eine angebliche Sicherheitslücke in Anthropics Fable 5 informierte.
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